Drohungen und Hass: Queere EVPlerin Lea Blattner wechselt Partei
Lea Blattner outete sich vor einem guten Jahr als lesbisch. Zu diesem Zeitpunkt war sie Co-Präsidentin der Jungpartei der EVP. Nach ihrem Outing wurde sie Ziel von Hass, Beschimpfungen und gar Drohungen wegen ihrer sexuellen Orientierung. Laut Blattner gab es solche Reaktionen auch von Personen in «Parteinähe».
Obwohl es auch positive Reaktionen aus dem Umfeld der christlich geprägten Partei gab, trat Blattner Anfang 2026 als Co-Präsidentin der Jungen EVP zurück. Gestern legte sie ihre Ämter in der Partei nun offiziell nieder, wie sie auf Instagram schrieb.
Nun berichtet der Sonntagsblick, dass Blattner die Partei wechseln will. Die Zeitung beruft sich auf «zuverlässige Quellen». Blattner selbst hat bisher keine Stellungnahme abgegeben. Dem Bericht zufolge soll Blattner am Montag ihren Austritt aus der EVP verkünden. Es sei wahrscheinlich, dass die 32-Jährige künftig für die SP oder die Grünen politisieren werde.
Die EVP versandte bereits am Freitag eine Medienmitteilung, in der die Partei betonte, das Thema Homophobie ernst zu nehmen. Die EVP dankte Blattner «für die geleistete Arbeit» und wünschte ihr «alles Gute». Von der Publikation dieser Mitteilung wusste die Politikerin offenbar nichts, laut «Sonntagsblick» fühlte sie sich davon überrumpelt, wie sie auf Social Media schrieb. Sie wolle sich nicht weiter dazu äussern. Diese Aussage war zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr aufzufinden. (con)
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