Schweiz
Gesellschaft & Politik

Queere EVPlerin Lea Blattner will Partei wechseln

Drohungen und Hass: Queere EVPlerin Lea Blattner wechselt Partei

Die EVP-Politikerin Lea Blattner will laut einem Medienbericht die Partei wechseln. Die 32-Jährige war wegen ihrer Sexualität zum Ziel von Beschimpfungen und Drohungen geworden und von ihren Ämtern zurückgetreten.
19.04.2026, 08:4219.04.2026, 12:03

Lea Blattner outete sich vor einem guten Jahr als lesbisch. Zu diesem Zeitpunkt war sie Co-Präsidentin der Jungpartei der EVP. Nach ihrem Outing wurde sie Ziel von Hass, Beschimpfungen und gar Drohungen wegen ihrer sexuellen Orientierung. Laut Blattner gab es solche Reaktionen auch von Personen in «Parteinähe».

Obwohl es auch positive Reaktionen aus dem Umfeld der christlich geprägten Partei gab, trat Blattner Anfang 2026 als Co-Präsidentin der Jungen EVP zurück. Gestern legte sie ihre Ämter in der Partei nun offiziell nieder, wie sie auf Instagram schrieb.

Nun berichtet der Sonntagsblick, dass Blattner die Partei wechseln will. Die Zeitung beruft sich auf «zuverlässige Quellen». Blattner selbst hat bisher keine Stellungnahme abgegeben. Dem Bericht zufolge soll Blattner am Montag ihren Austritt aus der EVP verkünden. Es sei wahrscheinlich, dass die 32-Jährige künftig für die SP oder die Grünen politisieren werde.

Lea Blattner, Co-Praesidentin Junge EVP, Mitte, spricht neben Loa Wild, Vize-Praesidentin Junge GLP, links, bei der Aktion "Ja zur Nationalen Service-Citoyen-Initiative", am Freitag, 10. Okt ...
Lea Blattner will künftig nicht mehr für die EVP politisieren.Bild: keystone

Die EVP versandte bereits am Freitag eine Medienmitteilung, in der die Partei betonte, das Thema Homophobie ernst zu nehmen. Die EVP dankte Blattner «für die geleistete Arbeit» und wünschte ihr «alles Gute». Von der Publikation dieser Mitteilung wusste die Politikerin offenbar nichts, laut «Sonntagsblick» fühlte sie sich davon überrumpelt, wie sie auf Social Media schrieb. Sie wolle sich nicht weiter dazu äussern. Diese Aussage war zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr aufzufinden. (con)

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106 Kommentare
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Violett
19.04.2026 09:19registriert Juni 2020
Drohungen und Hass sind, egal zu welcher Person nicht akzetabel. Leider zeigt dies die Stimmung der Gesellschaft.
Angst vor allem was "anders" ist.
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CISG
19.04.2026 09:03registriert Oktober 2023
Sie tut mir einerseits sehr leid…Verdient hat sie das nicht.

Doch wie um Himmels Willen kann man ausgerechnet in so einer religiös verbrämten EVP oder einer EDU etc. als queere Person eine politische Kariere starten wollen? Da weiss man doch im Vornherein wie das enden wird!

Da sieht man wieder wie angeblich christliche Nächstenliebe funktioniert!

Religion hat noch nie was Gutes gebracht. Man sehe in der Geschichte nach.

Deshalb sollte man Religion rigoros beschneiden. (Mädchen und Jungs. Auch so eine mittelalterliche übergriffige Tradition ohne Sinn und Zweck)
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Hans Jürg
19.04.2026 10:17registriert Januar 2015
Dass ausgerechnet Mitglieder einer angeblich christlichen Partei sich derart unchristlich handeln...

Die soltten mal mehr die Lehren ihres Gurus verinnerlichen. Z.B. 'Wer ohne Sünde von euch ist, werfe den ersten Stein'. Wobei solch klerikale Gläubige ja leider tatsächlich so verblendet und borniert sind, dass die tatsächlich meinen, ohne Sünde zu sein.

PS: Homosexualität ist natürlich keine Sünde. Nur in den Augen zurückgebliebener Anhänger einer Religion ihrer Wahl.
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