Schweiz
Gesellschaft & Politik

Die Schweiz könnte das Asylverfahren in Drittstaaten verlagern

Trotz rechtlicher Möglichkeiten gibt sich der Bundesrat rund um den zuständigen Minister Beat Jans skeptisch.
Trotz rechtlicher Möglichkeiten gibt sich der Bundesrat rund um den zuständigen Minister Beat Jans skeptisch.

Die Schweiz könnte Asylverfahren auslagern – doch der Bundesrat bleibt vorsichtig

Ein neuer Bericht hält es für möglich, dass die Schweiz Asylverfahren in Drittstaaten verlagern könnte. Der Bundesrat sieht weiterhin erhebliche Hindernisse.
15.04.2026, 22:5515.04.2026, 22:55
Léonie Hagen
Léonie Hagen

Die Bundesbehörden stossen in der Bearbeitung von Asylgesuchen immer wieder an ihre Grenzen. Die Schweiz prüft deshalb regelmässig – wie andere europäische Länder auch – ob sie Asylverfahren und Wegweisungen in Drittländer auslagern kann. Damit müssten Asylsuchende in einem anderen Land abwarten, ob ihr Gesuch angenommen wird. Bei einer Ablehnung würden sie dort direkt weggewiesen.

Ein neuer Bericht kommt nun zum Schluss: Rechtlich wäre das «nicht unmöglich». Es bräuchte allerdings Anpassungen im Schweizer Recht. Und die Umsetzung bleibe komplex, schreibt der Bundesrat am Mittwoch.

Hohe rechtliche und faktische Hürden

Selbst wenn sich Asylsuchende nicht in der Schweiz befinden würden, muss der Bund während des Verfahrens rechtsstaatliche und menschenrechtliche Standards sicherstellen. Er muss dafür sorgen, dass die Sicherheit der Asylsuchenden nicht zusätzlich gefährdet wird.

Nur schon die Überprüfung dieser Grundlagen in einem anderen Land sei herausfordernd, heisst es in einer externen Studie der Migrations Experts Group. Dazu kommen gemäss Bundesrat hohe Anfangsinvestitionen; das Kosten-Nutzen-Verhältnis einer konkreten Umsetzung lasse sich nur schwer abschätzen. Insbesondere, weil sie das Asylsystem mit funktionierenden Verfahren höchstens punktuell entlasten könne.

Bundesrat gibt sich vorsichtig, schliesst aber nichts aus

Ausserdem sei unklar, wie langfristig stabil und verlässlich mögliche Partnerstaaten seien. Die Auslagerung würde die Schweiz von solchen Partnerländern stark abhängig machen.

Bei Auslagerungen könne die Schweiz nicht ausreichend kontrollieren, ob internationale Menschenrechtsnormen eingehalten würden, schreibt auch die Schweizerische Flüchtlingshilfe dazu. Damit bestehe ein grosses Risiko für Grundrechtsverletzungen und die Gefahr, dass Menschen zu Unrecht in unsichere Länder zurückgeschickt würden.

Trotzdem will der Bundesrat verschiedene Auslagerungsvorhaben in Europa weiter beobachten und eine Teilnahme daran nicht ausschliessen. (aargauerzeitung.ch)

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35 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Luna Merlin
15.04.2026 23:33registriert Dezember 2021
Ein sehr sinnvoller Vorschlag! Gemäss aktuellem Asylgesetz kann nämlich buchstäblich jeder (!) Mensch auf dieser Welt (wieviele Milliarden aktuell?) einen Schritt über die Schweizer Grenze machen, „Asyl“ sagen - und faktisch für immer bleiben. Das habe ich übrigens auch erst erfahren, als ich im Asylwesen zu arbeiten begonnen hatte.

Wer nicht will, dass die SVP noch mehr Macht und Mandate bekommt, sollte diesen Vorschlag unterstützen! Realistisch betrachtet: Die 🇨🇭 kann die ganze Masse an „Armutsmigranten“ bzw. „Glücksrittern“ nicht bewältigen. Und das spielt nur der SVP in die Tasche.
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Ahura
16.04.2026 00:01registriert Februar 2024
Wäre top! Eine Kooperation mit einem afrikanischen Land starten, die Verfahren dorthin auslagern. Alle gewinnen.
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Gaston P. de Valcroix
16.04.2026 08:47registriert August 2025
Das Anrecht auf Asyl sollte drastisch eingeschränkt und auf den abendländisch-christlichen Kulturkreis fokussiert werden. Für alle anderen müssen alternative Weltregionen die Aufnahme übernehmen. Diese unzeitgemässen Verträge gehören endlich gekündigt.
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