Schweiz
Gesellschaft & Politik

Stadt Zürich senkt Gebühren im Einbürgerungsverfahren

Stadt Zürich senkt Gebühren im Einbürgerungsverfahren

27.03.2024, 23:06
Mehr «Schweiz»
***SYMBOLBILD*** Muster eines neuen Schweizer Passes, fotografiert am Dienstag, 1. November 2022, in Bern. Seit dem 31. Oktober 2022 gibt es eine neue Pass-Serie. Der neue Pass kann bei den kantonalen ...
Die Einbürgerung (und damit auch das Recht auf einen Schweizer Pass) soll in der Stadt Zürich günstiger werden.Bild: keystone

Einbürgerungswillige sollen in der Stadt Zürich für ihr Gesuch weniger bezahlen müssen: Der Gemeinderat will die Gebühr auf 500 Franken festsetzen – und zudem die Ausnahmeregeln erweitern.

Die Stadt Zürich stellte bislang Einbürgerungswilligen, die im Ausland geboren wurden, 1200 Franken in Rechnung. In der Schweiz geborene Ausländerinnen und Ausländer zahlten 500 Franken.

Per 1. Juli 2023 wurden die Einbürgerungsverfahren im Kanton weitgehend formalisiert und vereinheitlicht. Dies nahm der Stadtrat zum Anlass, die kommunalen Gebühren zu überprüfen.

Er kam zum Schluss, dass eine Pauschalgebühr von 750 Franken für in der Schweiz oder im Ausland geborene Ausländerinnen und Ausländer kostendeckend und adäquat seien. Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren müssen weiterhin keine Gebühr bezahlen.

Die Frage der Gebührenhöhe

Mit 61 zu 54 Stimmen reduzierte eine Ratsmehrheit von SP, Grünen und AL gegen den Willen von SVP, FDP, GLP und EVP/Mitte die Einbürgerungsgebühr am Mittwochabend auf 500 Franken. Die AL wollte noch weiter gehen, fand aber für ihre Forderung nach einer Pauschale von 200 Franken zu wenig Unterstützung.

Eine Gebühr von 750 Franken wäre kostendeckend - und absolut fair, hatte Sabine Koch (FDP) in der mehr als eine Stunde dauernden Debatte ausgeführt. Bei einer Senkung komme es zu einem Verlustgeschäft - rund eine halbe Million Franken werde fehlen.

Ann-Catherin Nabholz (GLP) sprach deshalb von einer «Discount-Debatte», für die sie kein Verständnis habe. Dass das Schweizer Bürgerrecht nicht kostendeckend sei, sondern subventioniert werden soll, sei nicht sinnvoll, sagte Stefan Urech (SVP). «Was nichts kostet, ist nichts mehr wert.»

Es gehe darum, Anreize für eine Einbürgerung zu schaffen, hielt demgegenüber Maya Kägi Götz (SP) fest. Diese seien im Interesse einer starken Demokratie. Urs Riklin (Grüne) ergänzte, dass die finanziellen Hürden für jene, die ein Recht zur Einbürgerung hätten, möglichst tief sein sollen. «Es sollen alle an der Demokratie partizipieren können», sagte er.

Gebühr kann erlassen werden

Dieselbe Mehrheit, wie sie bei der Gebührenhöhe bestand, erweiterte auch die vom Stadtrat vorgelegte Härtefallklausel: Die Gebühr von 500 Franken soll auch Personen teilweise oder ganz erlassen werden, die arm sind und Prämienverbilligungen erhalten.

Die am Mittwochabend angepasste Verordnung über die Gebühren in Bürgerrechtsverfahren geht nun in die Redaktionskommission. Die Schlussabstimmung über das Geschäft nimmt der Gemeinderat an einer seiner nächsten Sitzungen vor. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
28 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Andi Amo
28.03.2024 00:18registriert April 2015
Krass wie unserr Staatsbürgerschaft in Zürich nun mittlerweile schon verscherbelt wird! Da wird einem nur noch schlecht!
2018
Melden
Zum Kommentar
28
Bundesrat Rösti musste sich in Stromgesetz-«Arena» gegen Martullo-Blocher durchsetzen
In der Abstimmungs-«Arena» zum Stromversorgungsgesetz trat UVEK-Vorsteher und SVP-Bundesrat Albert Rösti als Befürworter des Gesetzes auf und stellte sich damit gegen seine eigene Partei. Er duellierte sich sogar mit der SVP-Vizepräsidentin Magdalena Martullo-Blocher. Mehrfach fiel der Satz: «Das stimmt einfach nicht!»

Welcher Strommix soll in Zukunft die Energieversorgung der Schweiz sichern? Darüber entscheidet die Stimmbevölkerung am 9. Juni. Das Stromversorgungsgesetz, das an die Urne kommt, legt die Rahmenbedingungen für die Stromversorgung in allen Landesteilen fest.

Zur Story