Eric Nussbaumer tritt zurück – diese SP-Frau rückt jetzt nach
Der Baselbieter SP-Nationalrat Eric Nussbaumer hat am Donnerstag seinen Rücktritt per Ende April angekündigt. Seit über 18 Jahren setzte der Liestaler in der Energie- und Europapolitik Akzente im Parlament.
So sei mit der geplanten Unterzeichnung der Bilateralen lll durch den Bundesrat am Montag auch ein «historischer Meilenstein» erreicht, sagte der ehemalige Nationalratspräsident von 2023/2024 am Donnerstag im Gespräch mit Keystone-SDA. «Also der perfekter Moment für einen Rücktritt.»
Am Vertragswerk gebe es nach der Unterzeichnung nicht mehr so viel zu schrauben wie «fälschlicherweise» dargestellt werde, sagte Nussbaumer weiter. Deshalb reue es ihn auch nicht, dass er die Ratsdebatte darum verpassen wird. «Das sind internationale Verträge, daran können wir nicht mehr viel rütteln.»
Gemäss jetzigem Fahrplan würde das Geschäft im Juni 2027 vors Volk kommen - doch dies werde sich vermutlich hinziehen, so der gelernte Elektroingenieur weiter. Ebenso sei bereits bei den letzten Wahlen im Oktober 2023 klar gewesen, dass dies seine letzte Legislatur werde. Damals erzielte mit fast 34'000 Stimmen das beste Resultat im Kanton Baselland.
Nachfolge bereits gesichert
Nachrücken wird die Baselbieter SP-Landrätin Miriam Locher. Sie sei bereits frühzeitig über den Rücktritt informiert worden, so Nussbaumer weiter. Die Pädagogin amtet seit 2014 als Landrätin, davon vier Jahre als Fraktionspräsidentin. Ebenfalls vier Jahre stand sie der SP Baselland als Präsidentin vor.
Das SP-Urgestein Nussbaumer will sich ab Ende April anderen politischen Ämtern und vor allem seiner Familie widmen, so der 65-Jährige. Es gäbe auch noch was anderes im Leben, zum Beispiel seine sieben Enkelkinder. Er freue sich auf einen etwas ruhigeren Tagesablauf, betonte er im Gespräch.
Letzte Session steht bevor
Mit der Unterzeichnung der EU-Verträge am Montag beginnt auch Nussbaumers letzte Session. Es sei ein schöner Abschluss, mit einem solchen historischen Moment zu starten. Ausserdem warte mit der Debatte um die Neutralität ein letzter spannender Punkt, bei dem er sich auch nochmals zu Wort melden will.
Politisch bleibt er aber auch ohne Nationalratsamt aktiv. Als Präsident der Europäischen Bewegung Schweiz will er die Diskussionen um die Bilateralen weiterverfolgen, dessen Ausgestaltung er auch während seiner Amtszeit als Mitglied der Aussenpolitischen Kommission (APK-N) hautnah miterleben durfte.
Diese Mitwirkung habe ihn stets sehr erfüllt, betonte Nussbaumer weiter. Seine politische Karriere startete er im Jahr 1992 in der Gemeindekommission seines damaligen Wohnorts Frenkendorf. Ab 1998 war er im Baselbieter Kantonsparlament, im Jahr 2007 schaffte er die Wahl in den Nationalrat. 2013 wollte er in die Baselbieter Exekutive wechseln, unterlag aber seinem SVP-Kontrahenten.
Im Parlament war der sportbegeisterte Nussbaumer auch bekannt als Captain des Parlaments-Fussballteams bis 2022. «So wie er als Captain den FC Nationalrat führte, wird er auch den Nationalrat souverän leiten», sagte SVP-Nationalrat Thomas de Courten über seinen Baselbieter Kollegen. (sda)
- Weshalb selbst politische Gegner «Anti-Rösti» Guy Parmelin schätzen
- Hickhack um EU-Verträge – so reagieren Parteien auf das Revival der Ausstiegsklausel
- 3 Tage um das Unheil abzuwenden – so geht es nach dem Zoll-Schock weiter
- SVP-Aeschi zeigt sich «schockiert» – das sind die Reaktionen zum Bundesratsentscheid
