Schweiz
Gesellschaft & Politik

Während 13 Jahren sind drei Dschihad-Reisende in die Schweiz zurückgekehrt

Bestätigt

Während 13 Jahren sind drei Dschihad-Reisende in die Schweiz zurückgekehrt

15.12.2014, 12:5115.12.2014, 13:34

In der Schweiz halten sich mindestens drei Personen auf, die sich am «heiligen Krieg» beteiligen oder beteiligt haben. Dies geht aus den Zahlen des Nachrichtendienstes zu den dschihadistisch motivierten Reisebewegungen hervor. Die Zahlen beziehen sich auf einen Zeitraum von 13 Jahren (2001 bis heute).

Als der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) im November letztmals über die Zahl der Dschihad-Reisenden informierte, galt erst eine Rückkehr als bestätigt. In 16 Fällen gilt die Rückkehr gemäss einer Mitteilung vom Montag derzeit als nicht bestätigt – dies entweder, weil die dschihadistische Motivation nicht nachgewiesen werden konnte oder der Aufenthaltsort nicht bekannt ist.

Der Nachrichtendienst geht den unbestätigten Fällen «weiterhin nach», wie es in der Mitteilung hiess. Der NDB aktualisierte am Montag zudem die Zahl der Personen, die seit 2001 Dschihad-Reisen aus der Schweiz unternommen haben. Demnach sind bislang insgesamt 62 Personen ausgereist, um sich am «heiligen Krieg» zu beteiligen.

Im Mai 2013, als der NDB erstmals Zahlen zum Phänomen veröffentlichte, waren es noch 20 Dschihad-Reisende aus der Schweiz in Konfliktzonen. Ein Jahr später waren es dann schon 40. (mlu/sda)

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3 Kommentare
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«Timmy wird sterben und niemand wird mehr an ihn denken»
Peter V. Kunz ist Präsident des Verbands Schweizer Tierschutz. Im Interview mit watson erklärt er, warum wir uns für gestrandete Buckelwale, nicht aber für vernachlässigte Hühner interessieren.
Seit einiger Zeit konzentriert sich das öffentliche Interesse stark auf Einzelschicksale von Tieren. Wir hatten den einsamen Pinguin, der in die falsche Richtung watschelt; dann kam das Äffchen Punch, das wir dabei beobachteten, wie es Anschluss an seine Gruppe suchte. Und seit knapp drei Wochen ist es nun Timmy, der Wal, mit dem Hunderttausende mitleiden. Warum interessieren Tierschicksale so fest?
Peter V. Kunz: Auch als Tierrechtler bin ich ja in erster Linie Mensch. Beim Lonely Penguin hatte ich Tränen in den Augen. Wenn ich Aufnahmen von Timmy oder von Punch sehe, dann bewegt mich das wie jeden anderen auch. Trotzdem habe ich gemischte Gefühle: Denn so sehr mich diese Einzelschicksale bewegen, so irrelevant sind sie letztlich für das Tierwohl im Allgemeinen. Die Tiere, die systematisch leiden, bleiben unsichtbar.
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