Gesundheitskosten wuchsen 2024 fast doppelt so stark wie im Vorjahr
Die meisten Ausgaben fielen bei der ambulanten und stationären Kurativpflege und der Langzeitpflege an, wie aus einer Mitteilung des Bundesamts für Statistik (BFS) vom Freitag hervorgeht. Gegenüber dem Vorjahr stiegen 2024 zudem die Kosten für Medikamente, therapeutische Apparate und Verbrauchsmaterial stark an.
Gesunken sind hingegen die Ausgaben für Prävention: Diese erreichten 2024 erstmals wieder das Vor-Corona-Niveau.
Mehr als zwei Drittel der Leistungen wurden von Spitälern (36,2 Prozent), sozialmedizinischen Institutionen (16,3 Prozent) und Arztpraxen (15,8 Prozent) erbracht, fast ein Zehntel vom Detailhandel, also zum Beispiel von Apotheken.
Gegenüber dem Vorjahr wuchsen die Gesundheitskosten um fast das Doppelte an. Der Anstieg im Jahr 2023 betrug 2,4 Prozent.
Hauptlast tragen Privathaushalte
Privathaushalte trugen entweder direkt oder über die Krankenversicherungsprämien nahezu zwei Drittel der insgesamt 97 Milliarden Franken. Gemäss BFS wurden die restlichen Gesundheitskosten weitgehend durch die Kantonen finanziert.
Im November 2025 veröffentlichte Prognosen der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich versprechen kein Ende: Der Prognose zufolge sollen die Gesundheitskosten 2025 3,7 Prozent angestiegen und mit 3,6 Prozent in diesem und 3,5 Prozent im nächsten Jahr auf hohem Niveau weiterwachsen.
Ausgaben in Uri 37 Prozent tiefer als in Basel-Stadt
Die Gesundheitskosten des Jahres 2024 machten 11,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Schweiz aus. Grösser ist der BIP-Anteil in Deutschland, Österreich und Frankreich, kleiner in Italien.
Pro Kopf betrugen die Gesundheitsausgaben mehr als 10'000 Franken. Pro Monat beliefen sich die Kosten durchschnittlich auf 899 Franken. Dabei herrschten grosse kantonale Unterschiede: Am höchsten lagen sie in Basel-Stadt (13'709 Franken pro Kopf), am tiefsten in Uri (8671 Franken pro Kopf). (sda)
