DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Firmen wollen ihren Angestellten das Rauchen verbieten.
Firmen wollen ihren Angestellten das Rauchen verbieten. Bild: KEYSTONE

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

19.08.2019, 11:0019.08.2019, 14:26

Wer auf Jobsuche ist, muss für die neue Stelle das entsprechende Profil mitbringen. Sprach- und Computerkenntnisse zum Beispiel. Oder langjährige Erfahrung auf dem Arbeitsgebiet. Mehrere Firmen listen in ihrem Anforderungsprofil nun auch auf, dass die Bewerber Nichtraucher sein müssen. Darüber berichtete das Ostschweizer Newsportal FM1Today.

Laut dem Sender steht in einem Stelleninserat der Kosmetikfirma Lotus Beauty GmbH in Zuzwil SG, dass sich nur Nichtraucher auf den Job bewerben dürfen. Auch Gelegenheitsraucher sind unerwünscht.

Das Jobprofil bei der Lotus Beauty GmbH.
Das Jobprofil bei der Lotus Beauty GmbH.screenshot: lotus-spa.ch

Auch in einem Inserat der Zürcher Firma Felfel, die frisches Essen an Arbeitsplätze liefert, wird explizit erwähnt, dass nur Nichtraucher eingestellt werden. Im Anforderungsprofil heisst es: «Felfel ist eine Nichtraucher-Firma, weshalb das Rauchen während der Arbeitszeit nicht erlaubt ist und du nie nach Rauch riechen darfst.»

Das Stelleninserat der Firma Felfel.
Das Stelleninserat der Firma Felfel. screenshot: felfel.ch

Gegenüber FM1Today sagt das Zürcher Start-up: «Bei uns wäre Rauchgeschmack absolut fehl am Platz. Mitarbeiter dürfen auch in den Pausen nicht rauchen.» Als Unternehmen müsse man für etwas stehen und bei Felfel sei das nun mal ein gesunder Lebensstil. Lieber werde den Mitarbeitern in den Pausen ein «gesunder Snack» oder ein «cooles Getränk» angeboten.

Die Gewerkschaft Unia kritisiert Stelleninserate, die sich nur an Nichtraucher richten. Wie FM1Today schreibt, sagt der Unia-Mediensprecher: «Es ist Privatsache, ob jemand raucht oder nicht. Natürlich kann man während der Arbeitszeit Regeln aufstellen. Ob aber jemand in der Pause oder in der Freizeit raucht, hat den Arbeitgeber nicht zu interessieren.»

Ob Arbeitgeber ihren Angestellten das Rauchen überhaupt verbieten dürfen, ist unklar. Laut Experten handelt es sich rechtlich wohl um einen Graubereich. Gegenüber dem Ostschweizer Regionalsender sagt Thomas Geiser, Professor für Handelsrecht an der Universität St. Gallen, heikel werde es vor allem, wenn sich nach der Anstellung herausstellt, dass jemand rauche, obwohl das Gegenteil angegeben wurde. «Eine Kündigung aus diesem Grund dürfte missbräuchlich sein.» (sar)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

46 kreative und krasse Antiraucher-Kampagnen, bei denen dir die Lust vergeht

1 / 48
46 kreative und krasse Antiraucher-Kampagnen, bei denen dir die Lust vergeht
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Sind E-Zigaretten wirklich besser für Raucher?

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Meisterspion Lucie
Rudolf Rössler war ein introvertierter Literat, der in Luzern einen Verlag leitete. Gleichzeitig versorgte er die Sowjets mit brisanten Informationen aus dem Führerhauptquartier. Die Geschichte des Meisterspions Lucie.

Am 16. Januar 1967 prangte der staatenlose Rudolf Rössler auf der Titelseite des Spiegel. Da war er schon seit neun Jahren verstorben, und so bescheiden, wie er gelebt hatte, war er beerdigt worden: in einem einfachen Grab in Kriens bei Luzern. Hätte er nicht ein bis heute verschlüsseltes Geheimnis dahin mitgenommen, kaum jemand hätte je wieder Notiz von diesem stillen Mann genommen, der unter dem Decknamen «Lucie» zum wertvollsten Informanten der Sowjetischen Generalität im Zweiten Weltkrieg avancierte.

Zur Story