Schweiz
Gesundheit

Ärzte-Verband warnt: Schweiz bildet zu wenig Ärzte aus

Ärzte-Verband: Schweiz bildet zu wenig Ärzte aus – «Es zeichnet sich ein Drama ab»

15.10.2023, 08:5515.10.2023, 10:55
Yvonne Gilli, Nationalraetin Gruene-SG, wirbt fuer ein Ja zur Initiative fuer eine Oeffentliche Krankenkasse, am Dienstag, 19. August 2014, in Bern. Das Schweizer Stimmvolk hat am 28. September 2014 u ...
«Wir reden zu viel über die Kosten – und zu wenig über den Nutzen» – Yvonne Gilli über das Gesundheitswesen. Bild: KEYSTONE

Die Präsidentin des Ärztinnenverbands FMH schlägt Alarm: Die Schweiz bildet zu wenige Ärztinnen und Ärzte aus – als Folge drohe eine Lücke in der Gesundheitsversorgung. Yvonne Gilli fordert deswegen mehr Studienplätze und zeitgemässe Arbeitsbedingungen für Jüngere.

«Deren Forderung ist äusserst moderat: eine 46-Stunden-Woche», sagte Gilli im Interview mit dem «SonntagsBlick». Die Rahmenbedingungen müssten auch verbessert werden, um die Ärztinnen und Ärzte, die ins Pensionsalter kommen, länger im Beruf zu halten. «Viele sind hoch motiviert, bis 71 oder 72 weiterzuarbeiten, der Arztberuf ist ihre Berufung. Wenn die Rahmenbedingungen aber weiter verschlechtert werden, werden sie diesen Schritt nicht machen.»

«Es zeichnet sich ein Drama ab. Die Babyboomer kommen ins Pensionsalter. Uns droht eine Lücke in der Gesundheitsversorgung. Wir haben in der Vergangenheit viel zu wenige Ärztinnen und Ärzte ausgebildet.»
Yvonne Gilli

Die Anpassungen für den Arztberuf seien nötig, weil die Babyboomer-Generation ins Pensionsalter komme. «Es zeichnet sich ein Drama ab», so Gilli. Denn auf die Schnelle ist das Nachwuchsproblem nicht zu lösen. «Wenn wir uns jetzt entscheiden, deutlich mehr auszubilden, dauert es trotzdem nochmals zehn Jahre, bis diese Leute tatsächlich ihren Beruf ausüben können. Unser Ziel muss deshalb sein, die Lücke so klein wie möglich zu halten.» (lak/sda)

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97 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Das auch noch!
15.10.2023 10:00registriert Mai 2021
Es war schon in den 90er so, dass zu wenig Ärzte ausgebildet wurden. Mit Absicht. Die beabsichtigten Folgen zeigen sich heute nun langsam. Der Ärzte-Mangel ist Absicht der Politik.
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yey
15.10.2023 10:46registriert August 2018
Niemand freut sich, wenn er von einem 72 jährigen Arzt am Ende seiner 12 Stunden Schicht operiert werden soll. Dieser Mangel betrifft alle.

Es gibt auch genug Leute die Ärztin/Arzt werden wollen. Es ist nicht nachvollziehbar, warum stattdessen soviele Juristen ausgebildet werden, die am Ende dann einfach Politiker werden 🤷‍♂️
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Shelley
15.10.2023 11:55registriert März 2018
Ist wirklich wer überrascht? Jahrelanger Numerus clausus für Studien und Zulassungsstopp für Arztpraxen führen offensichtlich zur Verknappung. Das Resultat ist schon seit vielen Jahren für jedem Spitalpatienten augenscheinlich, wenn gefühlt jeder zweite Arzt (sehr gute Ärzte übrigens) aus Deutschland kommt. Da stellt sich der Verdacht ein das sich einerseits der Staat auf Kosten des europ. Auslandes die Ausbildung der Ärzte sparen und andererseits die FMH ihre Pfründe sichern wollte. Nun steht die CH dank der Rosinenpickerei und ihres Geizes halt wieder mal mit abgesägten Hosen da.
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