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Die 3G-Zertifikatspflicht ist kaum umstritten. Eine 2G-Regel hingegen schon.
Die 3G-Zertifikatspflicht ist kaum umstritten. Eine 2G-Regel hingegen schon. Bild: keystone

So reagieren Wirtschaft, Politik und Tourismus auf die neuen Corona-Massnahmen

Die Reaktionen auf die verschärften Coronamassnahmen fallen unterschiedlich aus. Während die Wirtschaft erleichtert ist, geht die Grüne Partei hart ins Gericht mit dem Bundesrat.
03.12.2021, 21:27

So reagiert die Politik

Für die Mitte-Partei ist klar: Angesichts der sich zuspitzenden Lage in den Spitälern seien die Massnahmen «leider notwendig». Dabei setze der Bundesrat auf Instrumente, die sich bereits in früheren Pandemiezeiten bewährt hätten, schreibt die Partei in einer ersten Reaktion. Es sei daher richtig, auf den Einsatz des Zertifikats im privaten Umfeld zu verzichten. Der Bundesrat tue gut daran, Vertrauen in die Schweizer Bevölkerung zu setzen.

Ganz anders beurteilt Grünen-Präsident Balthasar Glättli die Massnahmen. «Dieser Entscheid ist ein Regierungsversagen», kritisierte der Zürcher Nationalrat auf dem Kurznachrichtendienst Twitter die Beschlüsse. Obwohl erste Intensivstationen bereits voll ausgelastet seien, ringe sich der Bundesrat «nicht einmal» zu einer Homeoffice-Pflicht oder zu einer Testpflicht an den Schulen durch.

Für die Grünliberalen sind die vom Bundesrat beschlossene Ausweitung der Zertifikats- und Maskenpflicht sowie die Homeoffice-Empfehlung angesichts der «Zahlen und offenen Fragen zu Omikron richtig». «Wir müssen wachsam bleiben und impfen/boostern was das Zeug hält», twitterte Parteipräsident Jürg Grossen. Auch die SP und die FDP setzen auf die Booster-Impfung und begrüssen das Handeln des Bundesrates.

So reagiert die Wirtschaft

  • Von «Massnahmen mit Augenmass» spricht dagegen der Branchenverband Gastro Suisse. Er sei erfreut, dass sich Restaurants sowie Bar- und Clubbetriebe anstelle der Sitzpflicht für 2G entscheiden können. Allerdings seien viele Betriebe noch immer in ihrer Existenz bedroht - gerade jetzt auch wieder durch die neue Virusvariante. «Es braucht deshalb dringend neue Entschädigungslösungen», fordert der Verband.
  • Der Schweizerische Gewerbeverband (SGV) nimmt «befriedigt zu Kenntnis», dass der Bundesrat auf die Homeoffice-Pflicht verzichtet. Allerdings habe er mit der dringlichen Empfehlung «wiederum eine nicht evidenzbasierte Entscheidung gefällt». Die Schutzkonzepte in den Unternehmen würden nämlich «greifen». Anders der Schweizerische Arbeitgeberverband: Er erklärt sich einverstanden mit der Maskenpflicht am Arbeitsplatz. Als vorübergehende Ergänzung der bewährten Schutzmassnahmen am Arbeitsplatz sei das sinnvoll.
  • Der Gewerkschaftsdachverband Travailsuisse bezeichnet die Massnahmen am Arbeitsplatz ebenfalls als «moderat». Er begrüsse diese, «da sie die Arbeitnehmenden nicht zum Homeoffice verpflichten und der Impfstatus nicht offengelegt werden muss».
  • Für den Schweizerischen Arbeitgeberverband (SAV) beweist der Bundesrat mit dem Verzicht auf eine Homeoffice-Pflicht und den Anpassungen der Einreiseregeln Augenmass. Am wichtigsten sei jetzt aber ein vorsichtiges Verhalten in der ganzen Bevölkerung; damit soll ein weiterer Lockdown verhindert werden.
  • Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse stösst ins gleiche Horn, die Landesregierung trage der schwierigen Corona-Pandemie-Situation Rechnung, ohne über das Ziel hinauszuschiessen. Die Unternehmen erhielten die Möglichkeit, situationsgerecht auf eine 2G-Regelung (geimpft - genesen) umzustellen, um damit weitergehende Einschränkungen zu vermeiden.
  • Der Verein Schweizer Bar und Club Kommission (SBCK) ist erleichtert, dass die «Argumente des Nachtlebens angehört worden sind». Tanzveranstaltungen könnten auch mit 2G - ohne Maske und sitzendem Konsumieren - durchgeführt werden. Ein kantonaler Flickenteppich sei zu verhindern.
  • Das neue Einreiseregime sorgt ebenfalls für gemischte Reaktionen. Der Tourismusverband begrüsst es zwar, dass die Reisequarantäne gestrichen wird. Die Ausweitung der Testpflicht auf alle Einreisende geht ihm dagegen zu weit. Diese Massnahme sei «ein klarer Wettbewerbsnachteil für den Schweizer Tourismus», schreibt der Verband in einer Mitteilung. Die teuren Testkosten könnten dazu führen, dass etwa mehrköpfige Familien der Schweiz fern blieben.
  • Erleichtert reagiert dagegen Swiss Olympic, dass der Bundesrat die Reise- und Quarantänebestimmungen angepasst hat - «ein wichtiger Entscheid für den Schweizer Sport». Auch mit der 3G-Regel im Training werde der Sport umgehen können. (ohe/rwa/abi/sda)
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