Schweiz
Gesundheit

Nationalrat will gegen Verschwendung von Medikamenten vorgehen

Eine unsachgemässe Anwendung von Antibiotika sowie deren falsche Entsorgung fördern das Entstehen von resistenten Bakterien. Im Kampf gegen ebendiese hat der Bund erste Erfolge erzielt. Allerdings gib ...
Eine Hand voll Pillen.Bild: AP

Nationalrat will gegen Verschwendung von Medikamenten vorgehen

30.05.2024, 12:2330.05.2024, 12:23

Der Nationalrat will etwas gegen die Medikamentenverschwendung unternehmen. Bei der Festsetzung des Preises von Medikamenten soll in der Schweiz künftig berücksichtigt werden, ob durch die Packungsgrösse, die Dosisstärke oder die Darreichungsform die Gefahr einer Verschwendung besteht.

Mit klaren Mehrheiten nahm der Nationalrat am Donnerstag die drei Punkte einer Motion seiner Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK-N) mit dieser Forderungen an. Sie geht damit zur Prüfung an die zuständige Kommission des Ständerats.

Der Bundesrat war für Annahme der Motion. Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider sagte im Rat, zehn bis zwanzig Prozent des Packungsinhalts werde jeweils nicht benutzt. Das entspreche einem Wert von 300 bis 600 Millionen Franken. Die mögliche Wirkung der Motion sei also gross.

Eine Minderheit der SGK-N argumentierte, schon heute hätten Patientinnen und Patienten die Möglichkeit, auf ungeeignete Packungen hinzuweisen. Und das Bundesamt für Gesundheit habe bereits Kompetenzen in diesem Bereich.

Konkret will der Nationalrat unter anderem, dass das Bundesamt für Gesundheit bei der Preisfestsetzung eines Medikaments eine allfällige Verschwendung mittels einer Auflage für eine Rückerstattung auf dem publizierten Preis berücksichtigt.

Auch sollen Medizinalpersonen das Recht bekommen, Medikamente aus dem Ausland einzuführen, wenn dort Packungsgrössen, Dosisstärken oder Darreichungsformen zugelassen sind, die besser geeignet und günstiger sind als die in der Schweiz erhältlichen Alternativen. Diese Medikamente müssten von den Versicherern vergütet werden.

Zweite Motion angenommen

Ebenfalls am Donnerstag nahm der Nationalrat eine Motion der früheren Aargauer Mitte-Nationalrätin Ruth Humbel mit dem Titel «Medikamentenverschwendung stoppen» an. In dem von Thomas Rechsteiner (Mitte/AI) übernommenen Vorstoss verlangt Humbel vom Bundesrat einen Bericht zum genauen Ausmass des Phänomens.

Auch soll die Regierung Massnahmen dagegen vorschlagen. Dieser Vorstoss geht ebenfalls noch in den Ständerat. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
6 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6
Eine neue Wahlkampfwaffe bringt Aussenseiter an die Macht – auch die SVP ist interessiert
Alle paar Jahre verändern neue Technologien die Kunst der Wählergewinnung. Nun zeichnet sich der nächste Trend ab.
Üblicherweise sorgen US-Präsidentschaftswahlen für eine Revolution von Wahlkampfstrategien. Im Jahr 2007 setzte der damals unbekannte Senator Barack Obama im Vorwahlkampf der Demokraten auf eine Facebook-Kampagne, die ihm bald ein Following von 250’000 Menschen bescherte. Der damalige Aussenseiter schlug damit überraschend die haushohe Favoritin Hillary Clinton mit ihren nur 3200 Facebook-Freunden – und später auch seinen republikanischen Gegenkandidaten John McCain.
Zur Story