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Coronavirus Impfstoff Forschung (Symbolbild)

Weltweit arbeiten Wissenschaftler an Impfstoffen und Medikamenten gegen SARS-CoV-2 und die von ihm ausgelöste Krankheit Covid-19. Bild: Shutterstock

Impfung, Medikamente und Antikörper gegen das Coronavirus – so weit ist die Forschung



Die Coronavirus-Pandemie hat eine beispiellose Mobilisierung der Wissenschaft ausgelöst – rund um den Globus arbeiten Forscher daran, dem Virus auf die Spur zu kommen und Impfstoffe gegen diesen neuen Erreger sowie effiziente Medikamente gegen die von ihm ausgelöste Erkrankung zu finden. Von der Dringlichkeit der Lage getrieben, teilen sie ihre Erkenntnisse ohne das sonst übliche, aber zeitraubende Peer-Review-Verfahren, bei dem mindestens zwei unabhängige Wissenschaftler eine neue Studie begutachten.

Die folgende Übersicht enthält daher auch Studien, deren Ergebnisse mehr als sonst vorläufigen Charakter aufweisen und aufgrund der eingeschränkten Qualitätskontrolle mit gegebener Vorsicht interpretiert werden sollten.

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IMPFSTOFFE

Eine Impfung gegen die von SARS-CoV-2 verursachte Krankheit Covid-19 wäre der Königsweg, um mit der Pandemie fertig zu werden. Trotz intensiver Anstrengungen dürfte es nach Schätzung der meisten Fachleute noch ein bis anderthalb Jahre dauern, bis ein geeignetes Vakzin zur Verfügung steht. Das liegt daran, dass Impfstoffe gründlich in klinischen Studien auf Sicherheit und Effizienz geprüft werden müssen, was ein unvermeidlich zeitraubender Vorgang ist. Die bis jetzt am weitesten fortgeschrittenen Projekte haben die Phase erreicht, in der ein Impfstoff an Freiwilligen erprobt wird.

Bis jetzt gibt es für Menschen jedoch lediglich experimentelle – mithin nicht als Arzneimittel zugelassene – Impfstoffe gegen Viren aus der Coronafamilie (zu denen neben SARS-CoV-2 auch der SARS-Erreger gehört). Folgende drei Arten von Impfstoffen werden derzeit hauptsächlich erforscht:

Die Anzahl der gegenwärtig laufenden Impfstoff-Projekte gegen SARS-CoV-2 kann nicht exakt genannt werden. Das Austrian Institute for Health Technology Assessment (AIHTA) zählt deren 79, die Weltgesundheitsorganisation WHO listet derzeit 83 auf (Stand 21. April). Dazu kommen mindestens 13 weitere, die sie nicht erwähnt. Wir wählen hier jene aus, die sich mindestens bereits in der Phase 1 befinden.

CanSino Biologics

Das chinesische Pharma-Unternehmen CanSino Biologics mit Sitz in Tianjin testet im Verbund mit dem Beijing Institute of Biotechnology des chinesischen Militärs den Impfstoff Ad5-nCoV in einer placebokontrollierten Doppelblind-Studie. Die erste Phase, in der vornehmlich die Sicherheit und die Verträglichkeit des Impfstoffs im Zentrum stehen, begann am 18. März. Getestet wird an 108 gesunden Freiwilligen (im Alter von 18 bis 60 Jahren). Die zweite Phase, in der das Augenmerk auf der medizinischen Wirksamkeit liegt, begann am 12. April mit 500 Versuchspersonen. Phase 1 soll im Dezember 2020 abgeschlossen sein, Phase 2 im Januar 2021. CanSino Biologics hat bereits erfolgreich ein Ebola-Medikament entwickelt.

Sitz von CanSino Biologics in Tianjin, China
http://www.cansinotech.com/homes/onepage/index/44.html

Das Pharma-Unternehmen CanSino Biologics hat seinen Sitz in Tianjin, China. Bild: Cansinotech.com

Moderna / NIAID

Der von der amerikanischen Firma Moderna Inc. hergestellte neuartige Impfstoff MRNA-1273 basiert auf mRNA. Sie codiert das Spike-Protein des Covid-19-Erregers SARS-CoV-2, eingekapselt in eine Hülle aus Lipid-Nanopartikeln. Die 45 in drei Kohorten eingeteilten gesunden Testpersonen – Männer und nicht schwangere Frauen im Alter von 18 bis 55 Jahren – erhalten den Impfstoff intramuskulär. Es erfolgen zwei Injektionen im Abstand von 28 Tagen; die Versuchspersonen werden nach der zweiten Impfung ein Jahr lang beobachtet. Die am 16. März angelaufene Phase 1 der Studie wird voraussichtlich am 1. Juni abgeschlossen. Sie soll die Bewertung der Sicherheit des Impfstoffs ermöglichen und erste Daten zur Immunantwort liefern, die er auslöst.

3D-Druck eines Spike-Proteins von SARS-CoV-2 - auch bekannt als 2019-nCoV, das Virus, das COVID-19 verursacht - vor einem 3D-Druck eines SARS-CoV-2-Viruspartikels. Das Spike-Protein (Vordergrund) ermöglicht es dem Virus, in menschliche Zellen einzudringen und diese zu infizieren. Auf dem Virusmodell ist die Virusoberfläche (blau) mit Spike-Proteinen (rot) bedeckt, die es dem Virus ermöglichen, in menschliche Zellen einzudringen und diese zu infizieren

Spike-Protein von SARS-CoV-2 (Vordergrund), Modell des neuen Coronavirus (Hintergrund). Die Oberfläche des Virus (blau) ist mit Spike-Proteinen (rot) bestückt. Bild: NIH

Shenzhen Geno-Immune Medical Institute

Auf der Grundlage einer Analyse des Virus-Genoms hat das chinesische Shenzhen Geno-Immune Medical Institute ein synthetisches Mini-Gen konstruiert. Per adoptivem Zelltransfer werden dendritische Zellen modifiziert und antigenspezifische zytotoxische T-Zellen aktiviert, die die Immunität induzieren sollen. Der lentivirale Impfstoff LV-SMENP-DC wird an 100 erwachsenen Probanden in Shenzen getestet; die Studie soll bis zum 31. Juli 2020 abgeschlossen sein.

Inovio Pharmaceuticals

Der von der US-Firma Inovio Pharmaceuticals entwickelte DNA-Plasmid-Impfstoff INO-4800 wird über ein Elektroporationsgerät in die Haut verabreicht. Präklinische Daten haben nach Angaben des Herstellers in Tierversuchen «vielversprechende Ergebnisse der Immunantwort» gezeigt. Klinische Phase-1-Tests haben am 6. April mit bis zu 40 gesunden Testpersonen begonnen. Alle Probanden erhalten im Abstand von vier Wochen zwei Dosen INO-4800. Vorläufige Daten zur Sicherheit und erste Ergebnisse zur Immunantwort werden für den Spätsommer erwartet. Bis Ende Jahr kann die Firma eine Million Dosen für zusätzliche Studien und Notfälle produzieren.

Inovio Pharmaceuticals, Logo

Inovio kann bis Ende Jahr eine Million Dosen des Impfstoffs herstellen. Bild: Shutterstock

University of Oxford

Der an der britischen Universität von Oxford entwickelte Impfstoff ChAdOx1 ist ein modifizierter, nicht replizierender Schimpansen-Adenovirus-Vektor. Dabei handelt es sich um einen sehr gut untersuchten Impfstofftyp, der bereits gegen zehn verschiedene Krankheiten eingesetzt wird. Die Verabreichung erfolgt intramuskulär. Die Phase-1/2-Studie begann am 23. April und findet an 510 Freiwilligen im Alter von 18 bis 55 Jahren in vier Zentren in Grossbritannien statt. Die Hälfte der Testpersonen wird den Impfstoff erhalten, die andere Hälfte einen «Kontroll-Impfstoff», der gegen Meningitis und Sepsis schützt. Die Studie soll die Sicherheit und Immunogenität von einer oder zwei Dosen des Impfstoffs testen. Sie dauert sechs Monate und dürfte im Mai 2021 endgültig abgeschlossen sein.

BioNTech / Pfizer / Fosun Pharma

Das Mainzer Unternehmen BioNTech, das bisher vornehmlich an der Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs arbeitet, hat vom Paul-Ehrlich-Institut am 22. April die Genehmigung für die klinische Prüfung des gemeinsam mit der US-Firma Pfizer entwickelten Impfstoffs BNT162 erhalten. Es handelt sich um vier Impfstoffkandidaten mit unterschiedlichen mRNA-Formaten, die mit Lipid-Nanopartikeln (LNP) kombiniert werden. Die klinische Phase-1/2-Studie – die erste eines Covid-19-Impfstoffs in Deutschland – soll in Zusammenarbeit mit Pfizer und der chinesischen Firma Fosun Pharma an rund 200 gesunden Freiwilligen im Alter von 18 bis 55 Jahren stattfinden. Am zweiten Teil der Studie sollen auch Versuchspersonen aus der Risikogruppe teilnehmen.

epa08376915 (FILE) - A view of signage of German biopharmaceutical company BionTech in Mainz, Germany, 18 March 2020 (reissued 22 April 2020). Reports on 22 April 2020 state the German regulatory body Paul-Ehrlich-Institute in a statement said they have authorized the first clinical trial of a vaccine against COVID-19 in Germany, developed by Biontech and US-based Pfizer. The Paul-Ehrlich-Institute also said 'it is a result of a careful assessment of the potential risk/benefit profile of the vaccine candidate.'  EPA/RONALD WITTEK

Das Pharma-Unternehmen BioNTech in Mainz ist an einer vielversprechenden Adresse domiziliert. Bild: EPA

Sinovac Biotech

Sinovac Biotech arbeitet seit Ende Januar an einem Impfstoff aus inaktivierten Viren. Tierversuche haben laut dem chinesischen Pharma-Unternehmen gezeigt, dass der Impfstoffkandidat Virusstämme aus verschiedenen Ländern neutralisieren kann und im Tierversuch – getestet wurde an Nagern und Rhesusaffen – genug Antikörper produziert, um das Virus einzudämmen. Dies, ohne zur Bildung von infektionsverstärkenden Antikörpern zu führen. Dass die Krankheit durch eine Überreaktion auf den Impfstoff noch verstärkt wird, ist eine Gefahr, die bei dieser Art von Impfstoffen immer berücksichtigt werden muss. Der deutsche Virologe Christian Drosten setzt grosse Hoffnungen auf das chinesische Projekt. Seit dem 14. April testet eine randomisierte und placebokontrollierte Doppelblindstudie der Phase 1/2 den Impfstoff in China an gesunden Erwachsenen im Alter von 18 bis 59 Jahren.

CureVac

Die Tübinger Biotech-Firma CureVac ist auf die Entwicklung von Impfstoffen durch Messenger RNA (mRNA) spezialisiert. Erste Versuche begannen Anfang März mit Mäusen. Die beiden Impfstoff-Kandidaten, die sich bewährten, sollen ab Juni klinischen Tests unterzogen werden, um die Variante mit der besten Wirkung zu finden. Mit einem breit verfügbaren Impfstoff wird frühestens auf Anfang 2021 gerechnet. Das Unternehmen geriet in die Schlagzeilen, nachdem Gerüchte die Runde machten, US-Präsident Donald Trump habe versucht, sich den Impfstoff exklusiv für die USA zu sichern. CureVac-Hauptinvestor Dietmar Hopp sagte dazu: «Für mich ist das selbstverständlich, es kann gar nicht sein, dass eine deutsche Firma den Impfstoff entwickelt und dieser in den USA exklusiv genutzt wird. Das war für mich keine Option.» Die Firma dagegen dementierte, dass es seitens der USA Interesse an der Firma gegeben habe.

epa08295726 An office site of biopharmaceutical company CureVac in Frankfurt am Main, Germany, 15 March 2020. According to media reports, Germany and the United States are currently in a dispute over CureVac, which is working on a vaccine against the coronavirus SARS-CoV-2. The German Federal Ministry of Health confirmed that the US government allegedly tried to lure German scientists from the company, based in Tuebingen, to the US with financial incentives.  EPA/ARMANDO BABANI

Der Impfstoff von CureVac soll das Interesse von US-Präsident Trump erregt haben. Die Firma dementiert dies. Bild: EPA

Abgesehen von diesen Projekten gibt es auch den Ansatz, eine Zwischenlösung mit einem Impfstoff zu finden, der sich bereits gegen einen anderen Erreger bewährt hat. Diesen Weg verfolgt das deutsche Unternehmen Vakzine Projekt Management GmbH in Kooperation mit dem Serum Institute of India.

Vakzine Projekt Management GmbH

VPM1002 ist ein neuerer Tuberkulose-Impfstoff, der noch keine Zulassung hat – letzte Studien laufen noch. Er ist eine gentechnisch veränderte Variante des bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelten Impfstoffs Bacillus-Calmette-Guérin (BCG), der weltweit gegen Tuberkulose eingesetzt wird, aber auch Immunreaktionen gegen andere Erreger von Atemwegserkrankungen auslöst. In Australien und den Niederlanden testen Forschungsteams die Eignung von BCG als Mittel gegen Covid-19. VPM1002 wurde ursprünglich am Berliner Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie entwickelt und gilt aufgrund mehrerer Studien als sicher und gut verträglich. Die Vakzine Projektmanagement GmbH will nun die Eignung des Impfstoffs als Zwischenlösung untersuchen, bis ein spezifischer SARS-CoV-2-Impfstoff verfügbar ist. Die Forscher hoffen, dass VPM1002 aufgrund seiner unspezifischen Wirkung auch den Verlauf von COVID-19-Erkrankungen mildern kann.

Falls sich die Hoffnungen bestätigen, könnte der Impfstoff die Wahrscheinlichkeit verringern, an Covid-19 zu erkranken. Geimpfte wären zwar nicht immun gegen SARS-CoV-2, aber immerhin besser geschützt. Der Wirkstoff gelangt in die Lymphknoten und soll die körpereigenen Abwehrzellen verändern, so dass weisse Blutkörperchen Coronaviren, die die Lunge befallen, daran hindern, sich zu vermehren. Eine auf sechs Monate ausgelegte Studie mit tausend Beschäftigten im Gesundheitswesen soll in den nächsten Wochen beginnen. Ein Teil der Probanden erhält den Impfstoff, eine Kontrollgruppe ein Placebo. Ausgewertet wird dann, welche Gruppe mehr Fehlzeiten bei der Arbeit hat.

MEDIKAMENTE

Solange kein Impfstoff gegen Covid-19 zur Verfügung steht, kann die Krankheit nur durch Medikamente bekämpft werden, die sie unterdrücken oder ihren Verlauf milden. Auch in diesem Bereich wird intensiv Forschung betrieben – bisher vornehmlich an bereits bestehenden bewährten Wirkstoffen, deren Eignung als Mittel gegen Covid-19 erprobt wird.

Remdesivir

Dieses experimentelle antivirale Medikament, das ursprünglich gegen Ebola entwickelt wurde, gilt als einer der aussichtsreichsten Kandidaten gegen Covid-19; die Substanz wirkt in Tierversuchen und Zellkulturen. Die WHO stufte das Virostatikum im Februar als vielversprechendstes Medikament ein. Remdesivir wird im menschlichen Körper zur aktiven Form GS-441524 verstoffwechselt, die die RNA-Polymerase der Viren hemmt und deren Vermehrung in den infizierten Zellen verhindert.

FILE - In this March 2020 photo provided by Gilead Sciences, a vial of the investigational drug remdesivir is visually inspected at a Gilead manufacturing site in the United States. Given through an IV, the medication is designed to interfere with an enzyme that reproduces viral genetic material. (Gilead Sciences via AP)

Remdesivir gilt als einer der aussichtsreichsten Kandidaten im Kampf gegen Covid-19. Bild: AP

Derzeit laufen in China, Europa und den USA über ein Dutzend Studien; vorläufige Ergebnisse aus zwei chinesischen Studien sollen bereits diesen Monat vorliegen. Allerdings dürften die ersten Daten aus Studien mit relativ schweren Covid-19-Fällen stammen. Antivirale Medikamente wirken indes bei gesünderen Patienten besser, deshalb könnten diese Ergebnisse eine begrenzte Wirksamkeit zeigen. Bereits Mitte April lagen die Resultate einer Studie der Universität von Chicago vor, gemäss denen Remdesivir zu einer schnellen Fiebersenkung und einem Rückgang der Symptome führte. Eine weitere Studie vom Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles, die am 10. April im «New England Journal of Medicine» veröffentlicht wurde, berichtete von einer Verbesserung des Zustands bei 68 Prozent der mit Remdesivir behandelten Patienten.

Hingegen zeigen versehentlich veröffentlichte Dokumente der WHO, wie die BBC berichtete, dass eine chinesische Studie mit Remdesivir wegen Nebenwirkungen vorzeitig abgebrochen wurde. In der Gruppe der Patienten, die das Mittel erhielt, waren nach einem Monat 13,9 Prozent gestorben, während es in der Kontrollgruppe, die ein Plazebo erhielt, lediglich 12,8 Prozent waren. Zudem soll auch die Virenlast im Blut der Patienten nicht zurückgegangen sein. Die WHO wies darauf hin, dass es sich nur um vorläufige Ergebnisse gehandelt habe, während der Hersteller, die US-Firma Gilead, die Studie wegen der kleinen Teilnehmerzahl kritisierte.

epa08369709 Exterior view of Gilead Sciences, Inc., Headquarter campus in Foster City, California, USA, 17 April 2020. According to a report, University of Chicago Medicine researchers saw 'rapid recoveries' in 125 patients suffering from COVID-19 who were taking Gilead Sciences Inc.'s US:GILD experimental drug remdesivir as part of a clinical trial.  EPA/JOHN G. MABANGLO

Sitz des Remdesivir-Hersteller Gilead in Foster City, Kalifornien. Bild: EPA

Hydroxychloroquin / Chloroquin

Chloroquin und das weniger toxische Hydroxychloroquin wirken entzündungshemmend und antiviral. Hydroxychloroquin wird zur Vorbeugung und Behandlung von Malaria und bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt und ist auch zur Behandlung von Lupus zugelassen. Zu den schlimmsten Nebenwirkungen, die nur selten eintreten, gehören schwere Hautreaktionen, Blutbildstörungen, Herzrhythmusstörungen und der irreversible Verlust der Sehkraft. Hydroxychloroquin ist unter anderem darum in der Öffentlichkeit als möglicher Kandidat gegen Covid-19 bekannt, weil der amerikanische Präsident Donald Trump es wiederholt angepriesen hat.

Hydroxychloroquin konnte in einem In-vitro-Experiment das Eindringen von SARS-CoV-2 in Zellen blockieren. Eine französische Studie mit wenigen Versuchspersonen ergab, dass einige Patienten Verbesserungen ihres Zustands aufwiesen, aber es konnte nicht nachgewiesen werden, dass diese aufgrund des Medikaments erfolgt waren. Im April veröffentlichte Ergebnisse einer Studie der Universität von South Carolina mit 368 Versuchspersonen zeigten, dass 28 Prozent der an Covid-19 erkrankten Patienten starben, die das Medikament erhalten hatten, während es von jenen, die lediglich konventionell gepflegt wurden, nur 11 Prozent waren. Allerdings räumten die Studienautoren ein, dass vornehmlich schwere Fälle das Medikament erhalten hatten. Die Vergabe von Hydroxychloroquin senkte im Übrigen auch nicht die Zahl der Fälle, die beatmet werden mussten. Nach wie vor laufen aber weltweit dutzende weitere Studien zur Wirksamkeit von Hydroxychloroquin gegen Covid-19.

FILE - This Monday, April 6, 2020, file photo shows an arrangement of Hydroxychloroquine pills in Las Vegas. At least 13 states have obtained a total of more than 10 million doses of malaria drugs to treat COVID-19 patients despite warnings from doctors that more tests are needed before the medications that President Trump once fiercely promoted should be used to help people with the coronavirus. (AP Photo/John Locher,File)

Trotz bisher enttäuschender Ergebnisse laufen weitere Studien zur Wirksamkeit von Hydroxychloroquin gegen Covid-19. Bild: AP

Actemra

Das bereits zugelassene Arthritismedikament des Schweizer Pharmakonzerns Roche ist ein Immunsuppressivum, das auch zur Behandlung des sogenannten Zytokinsturms – einer potenziell tödlichen Überreaktion des Immunsystems – bei Krebspatienten verwendet wird. Ein multiples Organversagen aufgrund eines Zytokinsturms ist die zweithäufigste Todesursache bei Covid-19-Patienten mit Lungenversagen. Actemra, das auch unter den Namen RoActemra und Tocilizumab bekannt ist, blockiert zudem den Interleukin-6-Rezeptor und kann daher auch bei Lungenentzündungen wirksam sein. Interleukin-6 ist ein entzündungsförderndes Protein; hohe Konzentrationen gelten als Hinweis auf eine Entzündung.

Roche kündigte am 19. März an, eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-III-Studie mit Actremra zu lancieren. Dabei erhalten rund 330 Patienten, die mit einer schweren Covid-19-Lungenentzündung bereits stationär behandelt werden, das Medikament. In China wurden bei der Behandlung einzelner Patienten mit Actemra positive Resultate erzielt, worauf die nationale Gesundheitsbehörde den Einsatz des Medikaments bei Krankheitsfällen mit schweren Lungenschäden und einem erhöhten Interleukin-6-Wert genehmigte. Weitere positive Behandlungsergebnisse kommen aus Italien.

Jakavi (Ruxolitinib)

Jakavi ist ein Immunsuppressivum, das zur Behandlung von Entzündungs- und Autoimmunerkrankungen und als Salbe gegen Neurodermitis im Spätstadium entwickelt wurde. Es ist in bisher 101 Ländern zur Behandlung der Knochenmarkserkrankung primäre Myelofibrose zugelassen. Der darin enthaltene Wirkstoff Ruxolitinib könnte bei der Behandlung eines Zytokinsturms, einer schweren Überreaktion des Immunsystems, von Vorteil sein. Ein Zytokinsturm kann bei Covid-19-Patienten zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen.

Laut einer Mitteilung vom 2. April werden der Schweizer Pharmakonzern Novartis und die Firma Incyte Jakavi in einer Phase-3-Studie bei Patienten testen, die aufgrund einer Coronavirus-Infektion an einer schweren Lungenentzündung leiden. In der Studie soll die Wirksamkeit des Mittels in Kombination mit einer Standardtherapie im Vergleich zur alleinigen Standardtherapie untersucht werden. Die vorläufigen Ergebnisse werden bis Juni 2020 erwartet. Jakavi kann ernste Nebenwirkungen verursachen, insbesondere eine Abnahme der Anzahl der Blutzellen sowie Infektionen.

Kaletra (Lopinavir/Ritonavir)

Das Virostatikum Kaletra ist ein antiretrovirales Arzneimittel, das zur Gruppe der sogenannten Proteaseinhibitoren gehört. Diese hemmen Enzyme, die Proteine spalten, und verhindern so den Abbau von Proteinen. Kaletra ist eine Kombination von Lopinavir (100 mg) und Ritonavir (25 mg), die zur Behandlung und Vorbeugung von HIV-Infektionen verabreicht wird. In vitro ist es gegen SARS- und MERS-Viren wirksam. Mehr als 20 Studien weltweit testen Kaletra derzeit als Mittel zur Behandlung von Covid-19 oder zur Postexpositionsprophylaxe (PEP) für Personen, die in engem Kontakt mit einem bestätigten Covid-19-Fall stehen. Erste Ergebnisse aus diesen Studien werden im Mai 2020 erwartet.

Tablette mit gelben Medikamenten auf blauem Hintergrund. Lopinavir/Ritonavir Kombinationstabletten (Kaletra) zur Behandlung und Prävention von HIV/AIDS.

Das Virostatikum Kaletra besteht aus den Wirkstoff-Komponenten Lopinavir und Ritonavir. Bild: Shutterstock

Bereits bekannt ist allerdings, dass eine randomisierte kontrollierte Studie mit 199 schweren Covid-19-Fällen in China, die zwischen dem 18. Januar und dem 3. Februar in Wuhan durchgeführt wurde, die Hoffnungen der Mediziner enttäuscht hat. Die zusätzliche Gabe von Kaletra – zweimal täglich Lopinavir/Ritonavir (400 mg/100 mg) oral verabreicht – bei der Hälfte der Patienten brachte im Vergleich zur Standardbehandlung keinen Vorteil. Weder beim Krankheitsverlauf noch bei der Viruslast oder der Mortalität gab es eine signifikante Verbesserung, wie die Studienautoren im März im Fachjournal «New England Journal of Medicine» berichteten. Immerhin war die mittlere Zeitdauer bis zur klinischen Besserung bei jenen Patienten, die Kaletra erhielten, um einen Tag kürzer.

APN01

Das experimentelle Medikament APN01 der österreichischen Firma Apeiron Biologics ist die synthetische Form eines menschlichen Enzyms, das auch als rekombinantes «ACE2» oder «rhACE2» bezeichnet wird. Es wurde 2005 an 89 Personen als SARS-Medikament getestet und erwies sich als verträglich. Der SARS-Erreger dockt an der Zelloberfläche an einem ACE2-Enzym an, um in die Zelle zu gelangen. Da auch SARS-Cov-2 das körpereigene ACE2 als Eintrittspforte benutzt, könnte APN01 auch gegen dieses Virus wirksam sein. Es fungiert als falscher Rezeptor für SARS-CoV-2, gewissermassen als Köder, der möglichst viele Viren bindet. Zudem wirkt es in der Lunge entzündungshemmend, indem es die Funktion des durch die Virusinfektion eingeschränkten körpereigenen Enzyms übernimmt und das entzündungsfördernde und blutdruckerhöhende Angiotensin II abbaut.

Menschliches Enzym ACE2.
https://de.wikipedia.org/wiki/Angiotensin-konvertierendes_Enzym_2#/media/Datei:Subdomains_of_ACE2.png

Struktur des menschlichen Enzyms ACE2. Bild: Wikimedia

Das Medikament wird seit Mitte April in einer klinischen Phase-2-Studie an 200 Covid-19-Patienten in Dänemark, Österreich und Deutschland getestet. Untersucht wird, ob es den Eintritt des Erregers in die Zelle blockieren und die Virusreplikation vermindern kann. Dies hat in Kulturen von menschlichen Stammzellen – sogenannten Organoiden – bereits funktioniert, wie eine Studie der University of British Columbia gezeigt hat, die in der Fachzeitschrift «Cell» publiziert wurde. In den Zellkulturen konnte das synthetische Enzym die Vermehrung der Viren um den Faktor 1000 bis 5000 verringern. Vorläufige Ergebnisse der nun laufenden Studie werden im September 2020 erwartet. Sollte APN01 sich als wirksam erweisen, wäre es das erste Medikament, das gezielt gegen SARS-CoV-2 vorgeht.

Camostat-Mesylat

Camostat-Mesylat ist ein Proteaseinhibitor – ein Hemmstoff, der die Aktivität eiweiss-spaltender Enzyme hemmt. Das Medikament, das unter anderem bei einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse eingesetzt wird, ist zurzeit nur in Japan (unter der Bezeichnung Foipan) und Südkorea gegen diverse Infektionskrankheiten zugelassen. Der Wirkstoff lässt sich jedoch auch als Virostatikum verwenden, da er durch die Hemmung der Protease TMPRSS2 verhindert, dass sich Coronaviren (MERS- und SARS-Viren sowie SARS-CoV-2) mit der Zellmembran der Körperzellen verbinden und so in diese eindringen.

Proteaseinhibtor gegen SARS-CoV-2
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0092867420302294

Vergleich des SARS-Erregers (SARS-CoV) mit SARS-CoV-2. Beide Coronaviren nutzen TMPRSS2, um sich mit Körperzellen zu verbinden. Grafik: sciencedirect.com

Eine Gruppe von Wissenschaftlern in Deutschland – unter anderem des Robert-Koch-Instituts und der Uni Göttingen – hat diesen Mechanismus in In-vitro-Experimenten überprüft und die Wirkung von Camostat-Mesylat gegen Viren-Angriffe auf Lungenzellen getestet. Laut ihrer Studie könnte das Mittel in der Tat für den gewünschten Hemmungs-Effekt bei SARS-CoV-2 sorgen. Es störte die Bindung des Spike-Proteins der Coronaviren an die Zellmembran, ohne dass ein unerwünschter zytotoxischer Effekt auftrat. Die Forscher schliessen daraus, dass auch SARS-CoV-2 die Protease TMPRSS2 nutzt, um sich über das Spike-Protein an Körperzellen zu binden.

Seit Anfang April läuft in Dänemark an rund 180 erwachsenen Covid-19-Patienten eine Phase-2a-Studie zu Camostat-Mesylat, in der Veränderungen der Schwere und Mortalität der Krankheit untersucht werden sollen. Die Ergebnisse sollen im Dezember 2020 vorliegen. Auch die Universität Tokio hat angekündigt, eine Studie mit Camostat-Mesylat und einem ähnlichen Medikament – Nafamostat-Mesylat – zu lancieren. Sollten diese Studien positive Ergebnisse liefern, dürfte Camostat-Mesylat als Therapie gegen Covid-19 schnell weite Verbreitung finden.

BLUTPLASMA MIT ANTIKÖRPERN

Ein anderer Ansatz zur Bekämpfung von Covid-19 besteht in einer passiven Immunisierung durch Antikörper. Erkrankten wird Plasma aus dem Blut von genesenen Patienten verabreicht – sogenanntes rekonvaleszentes Plasma. Im Plasma, das ein Bestandteil des Blutes ist, sind vor allem Eiweisse enthalten, darunter auch Immunglobuline (Antikörper, Abwehrstoffe gegen Krankheitserreger). Im Plasma von Personen, die eine Infektion mit SARS-CoV-2 überstanden haben, sind daher auch spezifische Abwehr-Eiweisse gegen dieses Virus zu finden. Im Falle von SARS, Ebola und H1N1 (Schweinegrippe) führte die Transfusion von rekonvaleszentem Plasma bei einigen Patienten zu einer Verbesserung des Krankheitsverlaufs.

Eine Forschungsgruppe des Unispitals Basel und des Blutspendezentrums SRK beider Basel hat diese experimentelle Therapie Ende März bei zwei Covid-19-Patienten angewandt. Die Spender des Blutplasmas – aus immunologischen Gründen kommen nur Männer in Frage – wurden zuvor auf Erkrankungen wie HIV oder Hepatitis B/C getestet; zugleich wurden Viren, Bakterien und weisse Blutzellen im Spender-Plasma neutralisiert. Mitte April genehmigte Swissmedic zudem eine Studie des Universitätsspitals Zürich, die «sowohl Wirkprinzip als auch Wirksamkeit und Sicherheit» dieser Therapie prüfen soll.

Plasma im Blutbeutel

Plasma in Blutbeuteln. Der Blutbestandteil hat eine gelbliche Farbe. Bild: Shutterstock

Eine kleine Studie, die Ende März im «Journal of the American Medical Association» (JAMA) publiziert wurde, zeigte vielversprechende Ergebnisse: Die Körpertemperatur normalisierte sich bei 4 der 5 Patienten, die mit rekonvaleszentem Plasma behandelt wurden, innerhalb von drei Tagen. Die Virenlast nahm nach bis zu 12 Tagen so stark ab, dass im Blut keine Erreger mehr nachgewiesen werden konnten. 3 der Patienten konnten das Krankenhaus verlassen, der Zustand der beiden anderen stabilisierte sich.

Ebenfalls positive Resultate erbrachte eine Pilotstudie, die vom Nationalen Forschungszentrum für Impfstoffe in Wuhan durchgeführt und im April publiziert wurde. 10 Covid-19-Patienten, die aufgrund ihres schlechten Zustands beatmet werden mussten und unter einer akuten Lungenentzündung litten, erhielten eine Transfusion mit rekonvaleszentem Plasma. Symptome wie Fieber, Atemnot und Brustschmerzen verschwanden oder besserten sich signifikant innerhalb von ein bis drei Tagen bei allen Patienten. Etwas später nahmen auch die Entzündungsmarker ab, die Zahl der weissen Blutkörperchen stieg und in der Lunge sichtbare Schädigungen besserten sich. Alle Patienten wiesen schliesslich keine nachweisbare Virenlast mehr auf.

Blutplasma mit Antikörpern gegen SARS-CoV-2 ist sofort verfügbar, allerdings fragt sich, ob die Versorgung von Patienten mit Spender-Plasma in ausreichender Menge möglich ist. Zudem sind noch weitere Studien an genesenen Patienten notwendig, um in Erfahrung zu bringen, ob bei ihnen allen eine vollständige Immunantwort auf die Infektion stattgefunden hat, die genügend Antikörper hervorruft, damit sie sich als Spender eignen.

Plasmaspende für Covid-19-Patienten

Wer männlich ist und eine Covid-19-Infektion überstanden hat, kann sich als Spender für rekonvaleszentes Plasma melden, beispielsweise bei Blutspende Zürich.

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    Alle Leser-Kommentare
  • bbelser 29.04.2020 16:32
    Highlight Highlight Respekt und Dank für diesen umfassenden und informativen Artikel!
    Diese Art von Einordnungshilfe und Orientierung im Corona-Dschungel ist ausserordentlich hilfreich. Schade nur, dass die Rezeption sich wohl in überschaubarem Rahmen halten wird (dies legt die zu beobachtende Kommentarfrequenz doch nahe).
    Etwas OT, aber was mich noch interessieren würde: wie lange arbeitet man als Journalist an solch einem aufwendigen Artikel? Danke für eine erhellende Antwort.
    • Daniel Huber 30.04.2020 11:57
      Highlight Highlight Danke sehr!
      Zur Frage: Genau kann ich das gar nicht sagen, weil im Home Office die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmt. Zudem erledige ich zwischendurch immer wieder auch andere, kleinere Arbeiten. Mit diesem Artikel habe ich am Dienstag angefangen, fertig war er bis auf ein paar Korrekturen am Montag.
      Der Aufwand war gross, und im Verhältnis dazu hält sich die Rezeption tatsächlich in überschaubarem Rahmen. Aber es ist als Service am interessierten Leser gedacht.
    • Daniel Huber 30.04.2020 12:28
      Highlight Highlight Ups, kleine Korrektur: Ich hab erst am Mittwoch angefangen. Ich hab ein Durcheinander bei den Wochentagen gemacht, weil ich am Montag noch Ferien hatte. ;-)
    • bbelser 30.04.2020 17:21
      Highlight Highlight Merci für deine Antworten!
      Ja, Corona fördert auch bei mir das vermehrte Verwechseln der Wochentage 😉
      Übrigens: beim intensiven "Studium" deines Artikels war der eingestreute funfact, dass die Firma "BioNTech" ihr Domizil tatsächlich "An der Goldgrube" hat,sehr erheiternd und erholsam.
  • leed 29.04.2020 16:03
    Highlight Highlight Ist ja schön und recht legt man sich in's Zeug. Dennoch erlaube ich mir kritisch zu sein. Wir kennen Corona seit mehr als 15 Jahren und es gab bislang gar keinen Impfstoff. Sollte die Impfung nur variante CoVID-19 bekämpfen, dann ist das für mich so sinnfrei wie Grippe-Impfung, da dem Virus eine hohe Mutationsrate nachgesagt wird. Wenn ein Impfstoff nicht generell die Corona Virenfamilie bekämpft, sehe ich wenig Nutzen in einem Impfstoff.
  • re-spectre 29.04.2020 14:44
    Highlight Highlight kompetent zusammengetragene übersicht der profitorientierten welt der pillen und spritzen, danke! trotzdem, ich entscheide mich für das originalvirus und vertraue meinem immunsystem. bin ja jung und raucher, das sollte zu schaffen sein.
    • Daniel Huber 30.04.2020 11:57
      Highlight Highlight Danke!
  • Kiakira 29.04.2020 09:37
    Highlight Highlight Sehr informativ, auch für mich als impfkritische Person. Ich finde es wichtig, dass trotz der Dringlichkeit, die wohl für viele Menschen besteht, sorgfältig gearbeitet und getestet wird. Es darf nicht passieren, dass ungeprüfte Impfstoffe zugelassen werden, einfach "weils pressiert"! Und was mir ganz wichtig ist: jeder soll sich auf freiwilliger Basis impfen lassen dürfen.
    • Lioness 29.04.2020 11:45
      Highlight Highlight In der Schweiz werden garantiert keine ungetesteten Impfstoffe zugelassen. Werden sie sich dann impfen?
    • WatDaughter (aka häxxebäse) 29.04.2020 16:34
      Highlight Highlight Bei impfung nr. 1&2 wäre ich dieses mal ausnahmsweise bereit bei der jährlichen "grippeimpfung" mitzumachen, dem pflegepersonal zuliebe. Aber bei der genbasierten bin ich raus.

      Mir reicht der schrott aus den usa/china, die wissen nicht mal wie man "langzeitstudie" schreibt. Die einen sind hudlis und die anderen können nur (schlecht) kopieren.

      Ich kann jetzt auch nicht mal schnell virologie und statistik studieren, um zu prüfen, welche nachwirkungen dieser impfstoff dann wirklich verursacht... diese länder gehen über leichen.
    • Kiakira 29.04.2020 21:12
      Highlight Highlight @Lioness Ich würde es mir überlegen, aber tendentiell eher nicht.
  • ivolution 29.04.2020 08:44
    Highlight Highlight Es ist mir immer noch ein Rätsel, warum die meisten von 1-1.5 Jahren sprechen bis ein Impfstoff da ist. Und dann gibts da einen Immunologen am Berner Inselspital, der vor kurzem in den Medien verbreitete, dass er bereits diesen Oktober die Schweiz mit einem Impfstoff versorgen kann. Warum ist diese Studie nicht aufgeführt? Wäre für die Schweiz ja noch relevant.
    • Daniel Huber 30.04.2020 11:58
      Highlight Highlight Das Projekt von Bachmann habe ich deshalb nicht dazugenommen, weil es noch nicht in der klinischen Phase ist.
  • PrinzVince 29.04.2020 07:57
    Highlight Highlight Toller Artikel. Wie ist der Stand von Schweizer Impfstoffen? Oder besser gesagt, wie steht es um Impfstoffprojekt von Martin Bachmann (Uni Bern/Saiba)? Gemäss mehreren Zeitungsartikeln ist eine Massenimpfung ab September/Oktober angepeilt. Sogar Vertreter von Swissmedic halten den Zeitplan für "nicht komplett an den Haaren herbeigezogen".
    https://www.cash.ch/news/boersenticker-firmen/schweizer-forscher-corona-massenimpfung-vielleicht-schon-ab-oktober-1528988
  • MaxHeiri 29.04.2020 07:50
    Highlight Highlight Interessant ist auch der Ansatz des jungen Schweizer Biotech-Unternehmen Innomedica. Diese forschen mit Fettmolekülen (Liposomen). Dabei wird die spezielle Oberflächenstruktur der Corona-Viren mit ihren typischen Spikes (Kronen) hergestellt. Bei der Impfung danach, sollte das Immunsystem Antikörper für diese Spikes bilden und somit einen Schutz gegen Corona-Viren.
    Noch spannender wird dann, dass Innomedica gemäss eigenen Angaben schon im Spätsommer Millionen von Impfdosen herstellen kann in der eigenen Produktion. Dazu führen sie aktuell gar eine Aktien-Kapitalerhöhung durch gemäss Website.
    • Daniel Huber 30.04.2020 12:30
      Highlight Highlight Danke für den Hinweis!
  • sowhat 29.04.2020 06:35
    Highlight Highlight Sehr gut und sauber zusammengetragene Fakten. Bravo Hubini und vielen Dank dafür.
    • Daniel Huber 30.04.2020 12:06
      Highlight Highlight Danke schön!
  • MeinAluhutBrennt 29.04.2020 00:08
    Highlight Highlight Schön und gut während gleichzeitig die Nachschubkette insbesondere die der Nahrung nadisna zusammenbricht. 3 der weltgrössten Metzgereien sind offline br;usa;cn) Tiere werden massenhaft geschlachtet und entsorgt von der Milchkuh bis zum Huhn. Das Ganze Ausmass wird voraussichtlich im Herbst "Früchte" tragen.
    • Saftladen 29.04.2020 19:17
      Highlight Highlight Verstehe die Aussage nicht ganz, aber wenn weniger Fleisch zur Verfügung steht ist das aus meiner Sicht nur zu begrüssen - das darf auch gerne nach dem Ende der Krise so bleiben!
  • quad 28.04.2020 23:23
    Highlight Highlight Die Menschen sind sich über die letzten Jahren immer mehr bewusst geworden, dass gesunde Nahrung, Bewegung und ein ausgeglichener Lebenstil wunder für die Gesundheit bewirkt. Pillen (fr)essen war out und somit auch die Hersteller dieser Produkte ... mit Covid-19 werden die Karten nun neu verteilt, die Pharma wird's freuen ...
    • lilas 28.04.2020 23:41
      Highlight Highlight Richtig! Seit wann interessiere sich Regierungs- und andere Chefs für unsere Gesundheit? Es ging und geht immer um Macht und Geld, sobald ein Unheil eintritt gibts welche, die Profit daraus schlagen, Gesund leben und sich nicht von Angst auffressen lassen, selber denken und beobachten. Nix Verschwörung, aber achtsam bleiben, wie schnell kann der Menschen Angst missbraucht werden.
    • Daniel Huber 30.04.2020 12:11
      Highlight Highlight Gesunde Nahrung, Bewegung und ein ausgeglichener Lebensstil wirken in der Tat Wunder für die Gesundheit. Aber Pockenviren oder dem Erreger der Kinderlähmung (um zwei Keime zu erwähnen, die heute dank Pharma besiegt oder zurückgedrängt sind) möchte ich nicht allein damit entgegentreten.
      Wer nur über die ach so böse Pharmaindustrie schimpft, hat wohl vergessen, was solche Seuchen anrichten können.
  • Domus 28.04.2020 23:18
    Highlight Highlight Gilt die Forschung rund um Nikotin als Inhibitor für SARS-Cov-2 als trollig oder bereits als Verschwörungtheorie, dass man sie nicht erwähnt? Oder will man einfach nicht, dass die Leute jetzt Zigaretten hamstern?

    Ich auf jeden Fall glaube nicht, dass der bei diesem Ansatz federführende Forscher ein Noob oder ein Troll ist.

    Jean-Pierre Changeux:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Pierre_Changeux

    Studie:
    https://www.qeios.com/read/article/571

    Feldversuch:
    https://www.theguardian.com/world/2020/apr/22/french-study-suggests-smokers-at-lower-risk-of-getting-coronavirus
    • bbelser 29.04.2020 00:09
      Highlight Highlight Raucher mögen ja weniger an Corona sterben, dafür aber mehr an Raucherlunge, Lungenkrebs, Herzerkrankungen, Zirkulationsstörungen und anderem unangenehmem Zeugs. Also ist Rauchen kaum eine gute Therapie, wenns denn um das Senken der Sterblichkeit geht. Wenn du einfach nur Corona kleinkriegen willst, könnte es ein erwähnenswerter Ansatz sein... 😉
    • Domus 29.04.2020 08:57
      Highlight Highlight Nikotin ist nicht gleich Rauchen...
    • Basti Spiesser 29.04.2020 12:44
      Highlight Highlight @bbelser

      Nikotinpflaster?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Alteresel 28.04.2020 22:37
    Highlight Highlight Mann Huber, das ist aber toll. Super gemacht. Und jetzt doch noch das grosse ABER: Mit Naturwissenschaft alleine werden wir weder diesem noch kommenden Viren beikommen. Es wird dringend sein, dass wir unser Verhalten überdenken.
    • Kant 28.04.2020 22:59
      Highlight Highlight Und die Idee der Änderung der Verhaltensweisen kommt nicht von der Wissenschaft? 😉
    • Daniel Huber 30.04.2020 12:34
      Highlight Highlight Vielen Dank!
  • Shaun 28.04.2020 22:18
    Highlight Highlight Wäre auch schön zu lesen, dass die ganzen Wissenschaftler dieser Welt sich auch gegen Krebs und HIV so ins Zeug legen würden?!
    Aber immerhin! Klingt hier teilweise schon mal vielversprechend!
    • Kant 28.04.2020 23:04
      Highlight Highlight Tja, wenn es so einfach wäre, hätte man es sicher schon gemacht. „Krebs“ sind Abertausende verschiedene Zellarten, die man zu bekämpfen hat und die gesunden Zellen will man ja behalten. HIV ist zwar noch nicht heilbar, aber man ist offenbar schon nahe dran.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 28.04.2020 23:41
      Highlight Highlight Experte? "Da das HI-Virus im Körper des Wirtes immer wieder mutiert, kann ein Impfstoff nicht dauerhaft vor einer Infektion schützen. Keines der bislang am Menschen getesteten Impfpräparate brachte die erwünschte Wirkung. Die Folge: Eine Testreihe nach der anderen musste abgebrochen werden."

      Und wenn du meinst, dass fast dieselbe Lebenserwartung, sofern ein HIV-Betroffener nicht raucht, keine Errungenschaft der Wissenschaft und Pharmaindustrie sei, dann hast du falsche Vorstellungen von "ins Zeug legen".
    • Sebwoh 29.04.2020 00:06
      Highlight Highlight Dank Wissenschaft und Forschung steht man mittlerweile mit HIV besser dar, als mit Diabetis.
      "Krebs" ist in vielen Fällen wohl auch eher ein Produkt der Forschung (Gesundheitswesen, Ernährung,...). Man wird älter, als von der Natur geplant.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Eugen Garagunis 28.04.2020 22:00
    Highlight Highlight Genau solche recherchen braucht es, viielen Dank! Ich hoffe viele der Trolls lesen es auch und deren Zahl in den Foren wird wie das Virus abnehmen.

    Guter Beitrag Watson!!
    • Daniel Huber 30.04.2020 12:35
      Highlight Highlight Danke schön!
  • Der Bademeister 28.04.2020 21:19
    Highlight Highlight Tolle journalistische Arbeit. Dafür überweise ich euch jetzt mal einen Betrag. Mehr davon (Qualtitäsjournalismus).
    • Daniel Huber 30.04.2020 12:35
      Highlight Highlight Herzlichen Dank!
  • Gigi,Gigi 28.04.2020 20:59
    Highlight Highlight Danke für diese grosse Arbeit, und die grossartige Übersicht. (Da fällt es auch leichter fast jede Woche zu unterhubern)
    • Daniel Huber 30.04.2020 12:36
      Highlight Highlight Ha ha, weiter so!
      Vielen Dank für das Lob!
  • soulpower 28.04.2020 20:54
    Highlight Highlight Sehr gut recherchiert. Vor allem die Medikamente geben Hoffnung, und sind aus verschiedenen Gründen wohl weniger umstritten als die Impfung. Obschon ich persönlich der Meinung bin, dass jemand, der die Impfung aus Angst oder persönlichen Gründen welcher Art auch immer nicht will, derjenige keine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt, denn die Geimpften sind ja dann immun. Mit der Qual der Wahl müssen sich dann wohl viele von uns befassen. Solang dies eine Wahl bleibt sehe ich auch darin kein Problem.
    • The Destiny // Team Telegram 29.04.2020 07:10
      Highlight Highlight Impfen kann man sich dann immer noch nach dem die Breite Masse den Beta Test abgeschlossen hat und das ganze peer reviewed ist.
    • Daniel Huber 30.04.2020 12:36
      Highlight Highlight Vielen Dank!
  • Uno 28.04.2020 20:48
    Highlight Highlight Danke für diesen ausführlichen, zusammenfassenden Bericht über die medizinischen Lösungen. Ich bin Zuversichtlich, dass wir die Sterblichkeit bald senken können.
    • Robin Le Chapeau 28.04.2020 22:48
      Highlight Highlight Die Sterblichkeit ist schon jetzt nicht besorgniserregend. Ich bin erstaunt, wie viele Menschen einfach so blindlings den Pharma-Unternehmen, den Regierungen und Medien vertrauen und Rettung in einem Impfmittel sehen das völlig überstürzt auf den Markt kommt.
    • Daniel Huber 30.04.2020 12:37
      Highlight Highlight @Uno: Danke!
  • tyche 28.04.2020 20:41
    Highlight Highlight Hoffentlich endet so manches Medikament oder Impfung nicht wie zu Beispiel 1930 mit einer Tuebekuloseschutzimpfung die 77 Tote forderte.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Lübecker_Impfunglück

    Oder im 2009 wo Schadenersatzklagen zu Gunsten der Kläger ausbezahlt wurden

    https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/schweinegrippe-impfstoff-pandemrix-risiken-wurden-ignoriert-a-1229144.html

    Aber eben es wird gesagt es eilt...😬
    Und es lockt auch reichlich Profit!
    ah genau da war doch noch was 2009 in der Schweiz :

    https://www.nzz.ch/swissmedic_selbstaufgabe_als_strategie-1.4274697

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