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Arab Gulf nationals visit a Qatar Airline plane during the second day of the Dubai Airshow in Dubai, United Arab Emirates, Monday, Nov. 9, 2015. The Dubai Airshow, which runs until Thursday, is taking place at the emirate's newest airport, the Al Maktoum International. (AP Photo/Kamran Jebreili)

Hätten die Flugzeuge aus Katar nicht noch eine Stunde warten können? (Archivbild).
Bild: Kamran Jebreili/AP/KEYSTONE

Drei Nacht-Landungen für einen Beinbruch, aber keine Erklärung: Die schweigende Luftwaffe gerät in die Kritik



Weil sich der Alt-Emir von Katar in den Skiferien in Marokko das Bein gebrochen hat, landeten drei Airbus-Maschinen der Königsfamilie in der Nacht in Zürich: Die erste kam um 0.30 Uhr aus Marrakesch an und hatte den Verunfallten an Bord, um 5 Uhr und 5.15 Uhr folgten zwei weitere aus Doha. Die Bewilligung für die Aufhebung der Nachtflugsperre erteilte die Schweizer Luftwaffe, die über die Festtage dafür zuständig war.

Es kommen Fragen auf: Warum durften gleich drei Flugzeuge ausserhalb der erlaubten Zeiten in Zürich landen, wo nur eines den Verletzten transportierte? Müssten für eine Sonderbewilligung nicht alle Maschinen mit dem medizinischen Notfall zu tun haben? Hätten die beiden Maschinen aus Katar nicht eine Stunde warten können, bis die Nachtflugsperre nicht mehr galt?

Wer die Luftwaffe mit diesen Fragen konfrontiert, beisst auf Granit. Die Luftwaffe gebe grundsätzlich keine Auskunft zu «Diplomatic Clearances», sagt ein Sprecher auf Anfrage von watson.

Das einzige, das bekannt ist, zeigten watson-Recherchen schon gestern: Am 25. Dezember um 21.50 hat die Botschaft von Katar die Luftwaffe um eine Bewilligung ersucht – rund zehn Minuten, nachdem die erste Maschine in Marrakesch gestartet war. Die Bewilligung wurde um 23.00 Uhr erteilt.

«Die Luftwaffe hat keine gescheite Begründung»

Für die Bewilligung und die Weigerung, dafür eine Erklärung zu liefern, gerät die Luftwaffe nun unter Beschuss. Thomas Hardegger, SP-Nationalrat und Präsident des Schutzverbands der Bevölkerung um den Flughafen Zürich spricht im Tages-Anzeiger von einem «Skandal». Die Luftwaffe nenne keinen Grund, «offenbar weil sie keine gescheite Begründung hat», sagt Hardegger. Der Schutzverband will sich der Sache annehmen.

Hardegger vermutet, die Bewilligung sei «im vorauseilenden Gehorsam» erteilt worden. Die drei grossen Airbus-Maschinen hätten Tausende geweckt. Die Luftwaffe habe offenbar nicht die richtigen Leute, um solche Entscheide zu treffen. Möglicherweise hätte das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl), das während der Bürozeiten für solche Bewilligungen zuständig ist, im Sinne der Bevölkerung entschieden, spekuliert der Politiker. (rey)

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