Schweiz liefert Rockergang-Boss aus – dieser lebt nun in Bosnien im Luxus
Nermin C. (Name der Redaktion bekannt) ist einer der gefährlichsten Köpfe der organisierten Kriminalität in Europa. In der Schweiz verbrachte der Bosnier und Gründer der Rockerbande «United Tribuns» fast vier Jahre im Gefängnis. Nun hat die Schweiz ihn nach Bosnien ausgeliefert, wo er prompt freigelassen wird – und nun im Luxus lebt, wie der Sonntagsblick berichtet.
C. hatte gemeinsam mit seinem Bruder im Jahr 2004 in Deutschland die United Tribuns gegründet. Die Gruppierung stieg schnell zu einer mächtigen Gang in der Rockerszene auf und scheute auch schwere Straftaten wie Drogenhandel und Zuhälterei nicht. Doch schliesslich zog sich die Schlinge um die Gebrüder C. in Deutschland zu, und die beiden flüchteten nach Bosnien-Herzegowina.
Die Aargauer Staatsanwaltschaft stellte einen internationalen Haftbefehl gegen Nermin C. aus: Ihm wird vorgeworfen, Teil eines internationalen Prostitutions- und Menschenhandelsnetzwerks zu sein. Unter anderem soll er ein minderjähriges Mädchen aus der Schweiz in die Falle gelockt haben, um es zur Prostitution zu zwingen. Und siehe da: 2022 wurde C. an einem kroatischen Grenzübergang verhaftet.
Anschliessend verbrachte der Rocker–Boss fast vier Jahre in Schweizer Gefängnissen – bis die Schweiz ihn überraschend nach Bosnien auslieferte: «Wir können bestätigen, dass Nermin C. am 31. März 2026 von der Schweiz ausgeliefert wurde», sagt ein Sprecher des Bundesamts für Justiz auf Anfrage des Blick.
Das Bosnische Justizministerium ermittelt nämlich ebenfalls gegen C. und hatte deshalb um die Auslieferung ersucht. Der Haken dabei: Insider befürchten, so der Blick, dass die bosnischen Behörden C. mit Samthandschuhen anfassen würden. Unter anderem sei sein Bruder, der sogenannte «Weltpräsident» der United Tribuns, nach nur einem Jahr Haft in Sarajevo unter Auflagen freigekommen.
Und tatsächlich: Der Gerichtshof in Sarajevo gegenüber dem Schwarzwälder Boten bestätigte, ist Nermin C. vor zehn Tagen unter Auflagen freigelassen worden. Der Rocker-Boss dürfe seinen Wohnort nicht verlassen und «bestimmte Personen» nicht treffen. Das scheint C. jedoch nicht gross zu stören: Auf Instagram protzt er bereits mit seinem luxuriösen Leben.
(cpf)
