Schweiz
International

Schweiz liefert Rockergang-Boss aus – jetzt lebt er in Bosnien im Luxus

Schweiz liefert Rockergang-Boss aus – dieser lebt nun in Bosnien im Luxus

10.05.2026, 16:1710.05.2026, 16:17
Nermin C.
Ist unter Auflagen frei und kann darum am Schwimmbad chillen: Nermin C.Bild: instagram

Nermin C. (Name der Redaktion bekannt) ist einer der gefährlichsten Köpfe der organisierten Kriminalität in Europa. In der Schweiz verbrachte der Bosnier und Gründer der Rockerbande «United Tribuns» fast vier Jahre im Gefängnis. Nun hat die Schweiz ihn nach Bosnien ausgeliefert, wo er prompt freigelassen wird – und nun im Luxus lebt, wie der Sonntagsblick berichtet.

C. hatte gemeinsam mit seinem Bruder im Jahr 2004 in Deutschland die United Tribuns gegründet. Die Gruppierung stieg schnell zu einer mächtigen Gang in der Rockerszene auf und scheute auch schwere Straftaten wie Drogenhandel und Zuhälterei nicht. Doch schliesslich zog sich die Schlinge um die Gebrüder C. in Deutschland zu, und die beiden flüchteten nach Bosnien-Herzegowina.

Die Aargauer Staatsanwaltschaft stellte einen internationalen Haftbefehl gegen Nermin C. aus: Ihm wird vorgeworfen, Teil eines internationalen Prostitutions- und Menschenhandelsnetzwerks zu sein. Unter anderem soll er ein minderjähriges Mädchen aus der Schweiz in die Falle gelockt haben, um es zur Prostitution zu zwingen. Und siehe da: 2022 wurde C. an einem kroatischen Grenzübergang verhaftet.

Anschliessend verbrachte der Rocker–Boss fast vier Jahre in Schweizer Gefängnissen – bis die Schweiz ihn überraschend nach Bosnien auslieferte: «Wir können bestätigen, dass Nermin C. am 31. März 2026 von der Schweiz ausgeliefert wurde», sagt ein Sprecher des Bundesamts für Justiz auf Anfrage des Blick.

Das Bosnische Justizministerium ermittelt nämlich ebenfalls gegen C. und hatte deshalb um die Auslieferung ersucht. Der Haken dabei: Insider befürchten, so der Blick, dass die bosnischen Behörden C. mit Samthandschuhen anfassen würden. Unter anderem sei sein Bruder, der sogenannte «Weltpräsident» der United Tribuns, nach nur einem Jahr Haft in Sarajevo unter Auflagen freigekommen.

Und tatsächlich: Der Gerichtshof in Sarajevo gegenüber dem Schwarzwälder Boten bestätigte, ist Nermin C. vor zehn Tagen unter Auflagen freigelassen worden. Der Rocker-Boss dürfe seinen Wohnort nicht verlassen und «bestimmte Personen» nicht treffen. Das scheint C. jedoch nicht gross zu stören: Auf Instagram protzt er bereits mit seinem luxuriösen Leben.

(cpf)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das hat es mit Südkoreas neuem Roboter-Mönch «Gabi» auf sich
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
98 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Voraus denken!
10.05.2026 17:39registriert März 2022
Leider hat man auch diesen Typen nicht mit einem lebenslangen Einreiseverbot in die Schweiz belegt. Ich verstehe das nicht!

Es gibt KEINEN Grund wieso man solche Typen nicht ein Leben lang verbannt. KEINEN!
3358
Melden
Zum Kommentar
avatar
Kruk
10.05.2026 17:25registriert Januar 2024
Was sie dort mit ihm machen können wir nicht beeinflussen, aber zumindest eine lebenslange Einreisesperre für die Schweiz wäre angebracht.
2733
Melden
Zum Kommentar
avatar
Hösch
10.05.2026 16:41registriert März 2022
Ob man sich als Strafverfolgungsbehörde leicht vergackeiert vorkommt?
1885
Melden
Zum Kommentar
98
Schmuggelverdacht in Montenegro: Schweizer drohen weitere Monate Haft
Ein Schweizer Staatsbürger bleibt in Montenegro vorerst in Untersuchungshaft. Die Behörden werfen ihm vor, Luxusgüter im Wert von mutmasslich mehreren Hunderttausend Euro ins Land geschmuggelt zu haben.
Das Oberste Gericht von Montenegro hat die Untersuchungshaft gegen den Schweizer um weitere drei Monate verlängert. Wie das Gericht mitteilte, besteht weiterhin der Verdacht auf Schmuggel.
Zur Story