Schweiz
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Lufthansa und Swiss kürzen Flugkapazität um bis zu 50 Prozent



Die Lufthansa-Gruppe mit ihrer Tochter Swiss greift wegen des Buchungseinbruchs als Folge des Coronavirus zu drastischen Massnahmen. Sie kürzt die Flugkapazität in den nächsten Wochen um bis zu 50 Prozent.

Mittlerweile seien von den Buchungseinbrüchen alle Verkehrsgebiete betroffen, wie der deutsche Konzern am Freitag in einem Communiqué bekannt gab. Die weitere Reduktion der Flüge diene dazu, die finanziellen Folgen des Nachfrageeinbruchs zu verringern.

Die Swiss ihrerseits will im März und April ihre Kapazitäten ebenfalls um bis zu 50 Prozent verringern, wie sie mitteilte. Die Streichungen betreffen vor allem die Kurzstrecke.

ARCHIVBILD ZUR REDUKTION DER KAPAZITAETEN DER SWISS IM MAERZ UND APRIL UM BIS ZU 50 PROZENT, AM FREITAG, 6. MAERZ 2020 - Ein Airbus A220-100 der Swiss rollt am Flughafen Zuerich am Sonntag, den 16. September 2018 in Kloten. (KEYSTONE/Christian Merz).

Mit der Reduktion möchte man Verluste auffangen. Bild: KEYSTONE

Die Swiss prüfe nun verschiedene Massnahmen zur Kostenreduktion. «Die Einführung von Kurzarbeit ist momentan aber nicht vorgesehen», sagte Sprecherin Karin Müller der Nachrichtenagentur AWP.

Die aus den aktuellen Entwicklungen zu erwartende Ergebnisbelastung sei derzeit noch nicht abschätzbar. Die Swiss werde sich im Rahmen der Jahresmedienkonferenz am 19. März dazu äussern. Gleichentags gibt auch die Lufthansa die Konzernzahlen bekannt.

Kurzarbeit bei Lufthansa

Die Lufthansa will wegen der Auswirkungen des Coronavirus Mitarbeiter in Zwangsurlaub schicken. Darüber spreche man derzeit mit der Bundesagentur für Arbeit, sagte eine Sprecherin am Freitag in Frankfurt der Nachrichtenagentur Reuters.

Auch die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines will einem Zeitungsbericht zufolge ihre Mitarbeiter wegen der Auswirkungen des Coronavirus kürzer arbeiten lassen. Eine Sprecherin der österreichischen Airline sagte, man ziehe mehrere Massnahmen in Betracht, darunter auch Kurzarbeit. Darüber werde derzeit mit der Arbeitnehmervertretung verhandelt.

Darüber hinaus prüft die Lufthansa, inwieweit die gesamte Airbus A380-Flotte mit 14 Flugzeugen in Frankfurt und München temporär ausser Dienst gestellt werden kann.

Tausende Flüge gestrichen

Bereits am Vortag hatte der grösste europäische Flugkonzern wegen der Coronavirus-Epidemie bis Ende März rund 7100 Flüge gestrichen. Das entsprach rechnerisch einer Kapazität von 150 Flugzeugen.

Auch die Swiss hatte am Vortag ihre Flugaktivitäten reduziert. Die Streckenanpassungen betreffe ab Zürich und Genf das gesamte Kurz- und Mittelstreckennetz sowie auf der Langstrecke die Ziele Tokio, Osaka und Singapur.

Singapur

Nach Singapur geht's per Flieger nicht mehr so regelmässig, wie vor dem Ausbruch des Coronavirus. bild: shutterstock

So wird Tel Aviv wird ab Sonntag bis zum Ende des Winterflugplans am 28. März von der Swiss und den weiteren Fluggesellschaften der Lufthansa-Gruppe gar nicht mehr angeflogen. Alleine von den Flugstreichungen der Swiss nach Tel Aviv seien über 13'000 Fluggäste betroffen, sagte eine Sprecherin auf Anfrage.

Flexible Umbuchungen

Die Swiss bietet ihren Kunden per sofort flexiblere Umbuchungsmöglichkeiten an. Die neuen Kulanzregelungen gelten bei Umbuchungen für bestehende wie auch für zukünftige Buchungen weltweit.

Konkret verzichte die Airline bis zum 31. März bei allen neu gebuchten Flügen auf die Umbuchungsgebühren. Für bestehende Buchungen gelte die neue Kulanzregelung für Flüge mit einem Abflugdatum bis zum 30. April 2020, heisst es weiter. Fluggäste könnten ihr Flugticket einmal ohne Gebühr auf ein neues Datum bis zum 31. Dezember 2020 umbuchen.

Rund 3'200 Flüge pro Tag im Schnitt

Der Konzern hat rund 780 Flugzeuge in der Flotte, die im vergangenen Jahr durchschnittlich 3'226 Flüge pro Tag absolviert haben. Schwerpunkte der Absagen vom Donnerstag waren die innerdeutschen Verbindungen mit hohen Frequenzen sowie Flüge nach Italien. Das Personal wurde aufgefordert, freiwillig in Teilzeit zu gehen oder unbezahlten Urlaub einzureichen.

Der Branchenverband IATA hatte den möglichen Umsatzeinbruch im weltweiten Passagiergeschäft auf eine Spanne zwischen 63 und 113 Milliarden Dollar geschätzt. Das sei bis zu 19 Prozent des gesamten Volumens und in der Dimension mit der Finanzkrise 2008/2009 vergleichbar. Die Auswirkungen auf das Frachtgeschäft seien noch nicht abzuschätzen. (sda/awp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • poltergeist 07.03.2020 11:51
    Highlight Highlight Ich hoffe auch dass die unsinnigen Kreuzfahrten aufhören. Die wollen in den nächsten Jahren hunderte dieser hässlichen Kähne bauen...
  • CalibriLight 07.03.2020 11:28
    Highlight Highlight Es tut mir leid für alle, deren Jobs gefährdet sind.
    Ich habe allerdings da in Winterthur, wo ich wohne, viel weniger Fluglärm.
    "Des einen Uhl ist des andern Nachtigall".....
    • Coffeetime 07.03.2020 11:57
      Highlight Highlight Ich dafür mehr... es liegt schlicht an den Windverhältnissen 🤷🏻‍♀️
    • CalibriLight 07.03.2020 12:14
      Highlight Highlight Die Flüge nachts um 23.30 kommen z. B. nicht mehr - aber vielleicht sind sie ja nur vom Winde verweht.. ;-))
    • bokl 07.03.2020 14:19
      Highlight Highlight Deshalb bin ich gestern 2h zu spät ins Bett. Gehe sonst immer schlafen, wenn der Bangok-Bomber durch isz 😂🤣
    Weitere Antworten anzeigen
  • Coffeetime 07.03.2020 11:14
    Highlight Highlight Umwelttechnisch ist es unbestritten, dass weniger fliegen weniger CO2 bedeutet. Aber weniger Flugzeuge in der Luft hat auch noch andere Konsequenzen. Zum einen hat das Boden- und Kabinenpersonal, dass z.T. schon eh schlecht bezahlt ist, weniger Arbeit, und muss jetzt Ferien oder unbezahlt nehmen, zum anderen werden die Waren nicht mehr befördert. Daran leidet dann auch die Wirtschaft.
  • MartinZH 07.03.2020 01:57
    Highlight Highlight Die Milliardenausfälle bei den Airlines werden noch weitreichende Konsequenzen haben. In der Folge von SARS gab es in China mehrere Airlines-Konkurse.

    SARS kostete die Luftfahrt-Industrie rund 6 Mrd. USD. in Asien-Pazifik und 1 Mrd. in Europa (IATA).

    Ivan Su, Morningstar-Analyst, sagte am 14. Feb on CNN: "Das Coronavirus wird 'definitiv' diese 7-Milliarden-USD bei SARS übertreffen."

    Das zeigt sich sich nun klar.

    Man muss die Zahlen aber etwas relativieren: 2019 machte die Airlines-Industrie global 838 Mrd. USD Umsatz. Global gab es 2018 4.2 Mrd. Passagiere. 2019 in China 660 Mio. (= ~16%).
  • Robin Le Chapeau 07.03.2020 00:54
    Highlight Highlight Das ist eh die gewünschte Entwicklung. Fliegen soll sich Richtung weniger Kapazitäten und vernünftigen Preisen entwickeln. Z.B. Preise für Langstreckenflüge Retour für CHF 499.- und ähnlich ist so was von absurd. Das ist einfach so, in Krisenzeiten "lupft" es das unnötigste zuerst - so hart das klingen mag.
    • Robin Le Chapeau 07.03.2020 14:49
      Highlight Highlight @Speedo: das hat nichts damit zu tun, dass in der Flugindustrie eine unmassvolle Überkapazität herrscht und die Airlines auf Biegen und Brechen Sitze mit Dumpingpreisen füllen müssen. Das ist einfach nicht nachhaltig/sinnvoll und es ist höchste Zeit, dass hier eine Wandlung stattfindet. Aber klar, in der Fliegerei ist nicht der einzige Handlungsbedarf um es noch für ein paar Generationen lebenswert zu haben auf diesem Planeten.
  • weissauchnicht 06.03.2020 20:43
    Highlight Highlight Soll bitte niemand mehr sagen „die fliegen ja sowieso“ um sich für seine Flugreise in die Ferien rauszureden.

    Flugverzicht wirkt, wenn wir uns alle daran halten, die Flugzeuge bleiben am Boden. Schneller als erhofft...
  • Zaytoun 06.03.2020 20:35
    Highlight Highlight "Der Konzern hat rund 780 Flugzeuge in der Flotte, die im vergangenen Jahr durchschnittlich 3'226 Flüge pro Tag absolviert haben."

    Das ist Wahnsinn! Da hat der Virus doch wenigstens einen positiven Effekt auf unsere Umwelt.
    • Calvin Whatison 07.03.2020 13:53
      Highlight Highlight Ja genau, und von Greta redet zum Glück auch keine(r) mehr. 🤣🤣🤣

15 Bilder von Idioten, die «Keine Panik!» irgendwie falsch verstanden haben 🤦

Ja, es ist keine alltägliche Situation, die wir aktuell wegen des Coronavirus durchstehen. Aber Panik hat noch nie jemandem geholfen.

Irgendwie sind die folgenden Bilder aber trotzdem amüsant. Ärgerlich, absurd und amüsant zugleich.

Um noch einmal schnell in Erinnerung zu rufen: ES GIBT KEINE LEBENSMITTEL-ODER-WC-PAPIER-ENGEPÄSSE! KEINE! ES HAT GENUG FÜR ALLE!!!!(WARUM SCHREIEN WIR EIGENTLICH SO?)

(sim)

Hinweis: Der Detailhandel in der Schweiz ist auf die momentane Lage vorbereitet. Mehrfach haben …

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