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Lufthansa und Swiss kürzen Flugkapazität um bis zu 50 Prozent

06.03.2020, 20:1407.03.2020, 16:05

Die Lufthansa-Gruppe mit ihrer Tochter Swiss greift wegen des Buchungseinbruchs als Folge des Coronavirus zu drastischen Massnahmen. Sie kürzt die Flugkapazität in den nächsten Wochen um bis zu 50 Prozent.

Mittlerweile seien von den Buchungseinbrüchen alle Verkehrsgebiete betroffen, wie der deutsche Konzern am Freitag in einem Communiqué bekannt gab. Die weitere Reduktion der Flüge diene dazu, die finanziellen Folgen des Nachfrageeinbruchs zu verringern.

Die Swiss ihrerseits will im März und April ihre Kapazitäten ebenfalls um bis zu 50 Prozent verringern, wie sie mitteilte. Die Streichungen betreffen vor allem die Kurzstrecke.

Mit der Reduktion möchte man Verluste auffangen.
Mit der Reduktion möchte man Verluste auffangen.
Bild: KEYSTONE

Die Swiss prüfe nun verschiedene Massnahmen zur Kostenreduktion. «Die Einführung von Kurzarbeit ist momentan aber nicht vorgesehen», sagte Sprecherin Karin Müller der Nachrichtenagentur AWP.

Die aus den aktuellen Entwicklungen zu erwartende Ergebnisbelastung sei derzeit noch nicht abschätzbar. Die Swiss werde sich im Rahmen der Jahresmedienkonferenz am 19. März dazu äussern. Gleichentags gibt auch die Lufthansa die Konzernzahlen bekannt.

Kurzarbeit bei Lufthansa

Die Lufthansa will wegen der Auswirkungen des Coronavirus Mitarbeiter in Zwangsurlaub schicken. Darüber spreche man derzeit mit der Bundesagentur für Arbeit, sagte eine Sprecherin am Freitag in Frankfurt der Nachrichtenagentur Reuters.

Auch die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines will einem Zeitungsbericht zufolge ihre Mitarbeiter wegen der Auswirkungen des Coronavirus kürzer arbeiten lassen. Eine Sprecherin der österreichischen Airline sagte, man ziehe mehrere Massnahmen in Betracht, darunter auch Kurzarbeit. Darüber werde derzeit mit der Arbeitnehmervertretung verhandelt.

Darüber hinaus prüft die Lufthansa, inwieweit die gesamte Airbus A380-Flotte mit 14 Flugzeugen in Frankfurt und München temporär ausser Dienst gestellt werden kann.

Tausende Flüge gestrichen

Bereits am Vortag hatte der grösste europäische Flugkonzern wegen der Coronavirus-Epidemie bis Ende März rund 7100 Flüge gestrichen. Das entsprach rechnerisch einer Kapazität von 150 Flugzeugen.

Auch die Swiss hatte am Vortag ihre Flugaktivitäten reduziert. Die Streckenanpassungen betreffe ab Zürich und Genf das gesamte Kurz- und Mittelstreckennetz sowie auf der Langstrecke die Ziele Tokio, Osaka und Singapur.

Nach Singapur geht's per Flieger nicht mehr so regelmässig, wie vor dem Ausbruch des Coronavirus.
Nach Singapur geht's per Flieger nicht mehr so regelmässig, wie vor dem Ausbruch des Coronavirus.
bild: shutterstock

So wird Tel Aviv wird ab Sonntag bis zum Ende des Winterflugplans am 28. März von der Swiss und den weiteren Fluggesellschaften der Lufthansa-Gruppe gar nicht mehr angeflogen. Alleine von den Flugstreichungen der Swiss nach Tel Aviv seien über 13'000 Fluggäste betroffen, sagte eine Sprecherin auf Anfrage.

Flexible Umbuchungen

Die Swiss bietet ihren Kunden per sofort flexiblere Umbuchungsmöglichkeiten an. Die neuen Kulanzregelungen gelten bei Umbuchungen für bestehende wie auch für zukünftige Buchungen weltweit.

Konkret verzichte die Airline bis zum 31. März bei allen neu gebuchten Flügen auf die Umbuchungsgebühren. Für bestehende Buchungen gelte die neue Kulanzregelung für Flüge mit einem Abflugdatum bis zum 30. April 2020, heisst es weiter. Fluggäste könnten ihr Flugticket einmal ohne Gebühr auf ein neues Datum bis zum 31. Dezember 2020 umbuchen.

Rund 3'200 Flüge pro Tag im Schnitt

Der Konzern hat rund 780 Flugzeuge in der Flotte, die im vergangenen Jahr durchschnittlich 3'226 Flüge pro Tag absolviert haben. Schwerpunkte der Absagen vom Donnerstag waren die innerdeutschen Verbindungen mit hohen Frequenzen sowie Flüge nach Italien. Das Personal wurde aufgefordert, freiwillig in Teilzeit zu gehen oder unbezahlten Urlaub einzureichen.

Der Branchenverband IATA hatte den möglichen Umsatzeinbruch im weltweiten Passagiergeschäft auf eine Spanne zwischen 63 und 113 Milliarden Dollar geschätzt. Das sei bis zu 19 Prozent des gesamten Volumens und in der Dimension mit der Finanzkrise 2008/2009 vergleichbar. Die Auswirkungen auf das Frachtgeschäft seien noch nicht abzuschätzen. (sda/awp)

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