Schweiz
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Die Sekundarschule in Therwil.
bild: google maps

Interview

Baselbieter Bildungsdirektion zum Handschlag-Verweigerer: «Die Schulleitung Therwil hat korrekt gehandelt»

Man werde nur vom Handschlag-Dispens abrücken, wenn dies der Kanton so wolle, sagte der Rektor der Therwiler Sekundarschule gestern. Dies müsse ein vorübergehender Entscheid bleiben, sagt Monica Gschwind von der basellandschaftlichen Bildungsdirektion. Die Durchsetzung von Verhaltensregeln erfordere allenfalls Sanktionsmassnahmen.



Monica Gschwind, die beiden Schüler weigerten sich im November, ihrer Lehrerin die Hand zu geben. Seit wann beschäftigt sich die Bildungsdirektion damit?
Erste Informationen an die Verwaltung erfolgten im Dezember 2015. Ich selber wurde im Februar 2016 darüber in Kenntnis gesetzt.​ 

Das sagt der Rektor

Man habe das Gespräch mit allen Beteiligten gesucht, sagte Rektor Jürg Lauener gestern auf Blick.ch. Die mündliche Vereinbarung sei ein Kompromiss gewesen, nachdem sich alle gegenseitig angehört hätten. Die Schule will daran festhalten, wartet aber auf das Gutachten der kantonalen Bildungsdirektion. 

Wurde eine Empfehlung abgegeben?
Vorgängig dem Entscheid der Schulleitung ist meines Wissens keine Nachfrage um Unterstützung an die Direktion erfolgt. Da es bisher keinen konkreten Handlungsbedarf gab, lagen bis anhin auch keine konkreten Handlungsempfehlungen der Bildungsdirektion (BKSD) vor.​

Die neue Basellandschaftliche Regierungsraetin Monica Gschwind, FDP, posiert anlaesslich der Gesamtregierungswahlen des Kanton Basellandschaft am Sonntag, 8. Februar 2015, im Landratssaal in Liestal. (KEYSTONE/Patrick Straub)

Monica Gschwind ist FDP-Regierungsrätin und Vorsteherin der Bildungsdirektion Baselland. 
Bild: KEYSTONE

Jetzt stützten sie den Entscheid der Schule.
Die Schulleitung Therwil hat ein Vorgehen im Sinne eines reibungslosen Schulbetriebs gewählt und somit korrekt und in ihrer Zuständigkeit gehandelt. Für mich handelt es sich aber um eine Sofortmassnahme und nicht um eine dauerhafte Lösung. In unserer Gesellschaft gelten gegenüber Frauen und Männern die gleichen Umgangsformen und Verhaltensregeln. Daran will ich auch konsequent festhalten. 

Wie geht es weiter?
Der Fall in Therwil war Auslöser für die Erarbeitung eines entsprechenden Gutachtens und einem Grundlagenpapier für alle Schulen des Kantons. Das ist in Arbeit. Die Durchsetzung von Verhaltensregeln erfordert allenfalls Sanktionsmassnahmen, welche im Rahmen des Gutachtens sorgfältig überprüft und geklärt werden müssen. 

Beeinflusst die öffentliche Diskussion den Entscheid der Bildungsdirektion?
Wo Menschen sind, gibt es immer wieder Reibungspunkte – vor allem wenn unterschiedliche Kulturen und Religionen aufeinandertreffen. Integrationsthemen sind emotional und von dem her gesehen ist es nicht überraschend, dass auch das Thema Händedruck hohe Wellen schlägt. Die rechtliche Abklärung erfolgt aber selbstverständlich unabhängig und ohne Beeinflussung durch öffentliche Diskussionen.​​

So geht die Welt zur Schule: 47 Klassenzimmer

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179Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • URSS 07.04.2016 19:13
    Highlight Highlight
    2 Ultra religiöse Kids wollen ihrer Lehrerin die Hand nicht mehr schütteln.
    Das macht Schweizweit Headlines?
    Dann schütteln sie die Hand ihrer Lehrerin halt nicht mehr.
    Ach ja, ständig die Polemik wegen 0,1 % Muslimen die den Koran und die Scharia über unsere Verfassung setzen.
    Diese Leute leben in einer Demokratie und unter dem Dach einer freiheitlichen Verfassung .
    Sie dürfen nörgeln.Ist garantiert in der Verfassung.
    Angst vor einer Islamisierung? Die gibt es gar nicht. Niemand will konvertieren von den 5,6 Milliarden anderen Menschen auf diesem Planeten .
    Also den Ball mal flach halten.
  • Dolores Libertas 06.04.2016 23:24
    Highlight Highlight @siberium - wie kommen Sie zur Aussage, dass man hier, in einem christlichen Land, die abstrusen Gepflogenheiten eines rückständigen, barbarischen, frauenverachtenden islamischen Glaubens unseren Kindern erklären sollte?
    • stiberium 07.04.2016 08:38
      Highlight Highlight Libertas religionis!! ;)
      Weil Kinder wissen wollen weshalb jemand den Handschlag verweigert, resp. haben sie ein Recht darauf informiert zu werden.
      Bleiben Sie beim aktuellen Fall und verallgmeinern Sie nicht. Ich behalte mir übrigens vor gewissen Menschen den Handschlag auch zu verweigern, weil sie meinen Respekt nicht verdient haben.
      Und übrigens ist ein Land Konfessionslos, es hat lediglich eine christliche Geschichte im Falle der Schweiz. Und die Geschichte geht weiter!

      Benutzer Bild
    • FrancoL 07.04.2016 12:39
      Highlight Highlight @Stiberium; Ich gebe Ihnen Recht bezüglich dem Recht des Kindes auf Information.

      Die Schweiz ist nicht konfessionslos! Sonst hätten wir keine gesetzlichen klar Christlich geprägte Feiertage!

      Gesetzlich anerkannte Feiertage
      – Neujahrstag, 1. Januar
      – Berchtoldstag, 2. Januar
      – Karfreitag
      – Ostermontag
      – Tag der Arbeit, 1. Mai
      – Auffahrt
      – Pfingstmontag
      – Weihnachtstag,25.Dezember
      – Stephanstag, 26. Dezember

      Mehr als die Hälfte obiger Feiertage sind Christliche Feiertage!
    • demokrit 07.04.2016 13:02
      Highlight Highlight FrancoL: Schon wieder falsch. Nur der 1. August ist ein Bundesfeiertag. Alles andere ist Sache der Kantone.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Herr Schibli 06.04.2016 11:38
    Highlight Highlight Was für eine Intoleranz blüht denn hier auf? Noch haben wir Glaubens- und Gewissensfreiheit. Ein Körperkontakt sollte immer freiwillig sein. Man kann sich auch begrüssen und verabschieden ohne dass man in Körperkontakt tritt. Ein Zwang zum Körperkontakt mit Fremden ist Nötigung.
    • andersen 06.04.2016 17:57
      Highlight Highlight Nun, man hat ja niemanden gezwungen, aber eher erwartet, dass die 2 Schüler sich mit der Hand bedankt haben, dass sie in ein Schule gehen kann und etwas lernen, damit sie später für der eigene Lebensunterhalt sorgen kann.
  • loree_n 06.04.2016 10:51
    Highlight Highlight Mal abgesehen von der Tatsache dass 2 muslimische Jungen der Lehrerin die Hand nicht schütteln wollten.. Wir mussten in der Schule den Lehrern nie die Hand geben. Ist das nicht ein bisschen überholt?
  • Nikson 05.04.2016 23:18
    Highlight Highlight Ich sehe bloss zwei Personen welche mit einer Situation nicht zufrieden waren und mit denen man nun einen vorübergehnden Kompromiss gefunden hat.
    Wenn DU nicht willst, musst DU gar keinem Menschen die Hand geben-Händeschutteln ist weder ein Gesetz noch eine Notwendigkeit.
    Sich gegenseitig die Hand zu geben ist lediglich eine Sitte welche in unserem Kulturkreis gegenseitigen Respekt zum Ausdruck bringt-und Respekt ist eine Sache welche man Anderen nur Beibringen kann indem man diesen selber lebt.
    Ein Zwang würde unseren wichtigsten demokratischen Wert, die Meinungsfreiheit, disrespektieren.
    • Euklid 06.04.2016 00:18
      Highlight Highlight Es geht aber nicht darum, dass es bloss eine Sitte ist. Theologisch ist das Nicht-Händegeben dadurch begründet, dass eine fremde Frau als unrein angesehen wird. Wenn Sie also solches Gebahren unterstützen und gewähren lassen, unterstützen sie Sexisten. Die beiden Jungs sehe ich jetzt schon in der Sozialhilfe landen.
    • Fabio74 06.04.2016 07:22
      Highlight Highlight @Euklid: Mike Shiva hätte Freude. Woraus man die Zukunft lesen kann..
    • guby 06.04.2016 08:29
      Highlight Highlight Okay. Aber dann dürfen die Schüler auch keinen Respekt von der Lehrperson erwarten oder?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Chili5000 05.04.2016 23:06
    Highlight Highlight Es dreht sich alles um diese 2-3% von Muslimen die eine extreme auslegung ihrer Religion verfolgen um die Restlichen 97% in den gleichen Topf zu werfen! Stamme selbst von muslimischen Eltern und kenne niemanden in meinem Kulturkreis oder meiner Verwandtschaft die den Handschlag verweigern... Absolut niemanden! Aber es scheint ja der Trend zu sein das solche Meldungen bis zum Bundesrat hochgehen um stimmung zu machen. Ganz zu schweigen von den vielen Hobby-Theologen in den ganzen Kommentaren!
    • Fabio74 06.04.2016 07:45
      Highlight Highlight Klar gehts um Stimmungs- und Panikmache und den Pöbel aufzuhetzen. Gelingt ganz gut. Das Abendland droht wieder mal unterzugehen.
    • mikel 06.04.2016 08:52
      Highlight Highlight ja habe auch jahrelang mit Kindern und Jugendlichen in multikulturellem Umfeld gearbeitet und es ist genau 1x vorgekommen, dass eine Mutter mir die Hand nicht geben konnte, weil ihre Religion das verbiete. Ich hatte da auch keine Mühe damit und musst schmunzeln. Wenn aber unsere Bundesrätin dann dazu ein Kommentar abgeben will, dann ist das nur noch Populismus.
    • stiberium 06.04.2016 11:17
      Highlight Highlight Danke Chili!
      Ich hätte schreien können als ich die Arena geschaut habe. Als das Grosi zu Ende gesprochen hatte sah ich mich genau in der Siutation in der wir uns jetzt befinden! Was die 3 anderen Moslemvertreter erzählt haben ist längst Geschichte, dabei zeigen deren Aussagen dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir benutzen aber lieber die Fundamentalisten unter den hiesigen Moslems um Stimmung zu machen! Ähnlich wie die Mormonen oder Zeugen Jehovas bei den Christen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • demokrit 05.04.2016 20:54
    Highlight Highlight Hier geht's zum Sharia-Konformen Gelehrtengutachten von Nicholas Blancho und Co.:
    http://izrs.ch/handedruck-debatte-der-islamische-zentralrat-rat-dringend-zur-besonnenheit.html

    Den Relativierern sei dieses Zitat nicht vorenthalten: "Eine Lehrerin glaubte sich durch den Wunsch der beiden Schüler ihres Geschlechts wegen diskriminiert. Dass dies nicht der Fall sei, da ja auch Musliminnen Männern die Hand nicht reichen (Rezipriozitätsprinzip), konnte im Verlauf des Gesprächs geklärt werden. "
  • Ernesto_Mueller 05.04.2016 19:20
    Highlight Highlight Zwei minderjährige Hosenscheisser versetzen ein Land in Aufregung. Heieiei wenn die Lehrerin sagt es wird ihr die Hand gegeben, dann wirds gemacht und sonst bleiben die zwei Strolche in der Schule bis es klappt! Welche Religion oder Herkunft tut hier nichts zur Sache. Frage mich schon, wo wir hinkommen wenn sowas überhaupt diskutiert wird!
  • kliby 05.04.2016 17:58
    Highlight Highlight In der Baselbieter Politlandschaft geht so ziemlich alles schief, was schief gehen kann, vom miserablen Budget über die Integration bis zur Bildungspolitik. Stramm bürgerliche Politik? Vom Bürger so gewollt und erhalten.
  • Alfons Gschwind 05.04.2016 17:19
    Highlight Highlight Monika Gschwind muss die Schulleitung verteidigen. Die ist bei den Lehrern, obwohl erst seit einem Jahr im Amt, bereits derart unbeliebt, dass sie sich wohl nicht traut nun auch noch eine Schulleitung öffentlich anzugreifen. Schwach, denn es gäbe allen Grund diese zu kritisieren.
    • pamayer 05.04.2016 18:51
      Highlight Highlight ja. so isses!!
  • Wilhelm Dingo 05.04.2016 16:54
    Highlight Highlight hahah...reibungslosen Schulbetriebs...haha. Das sind doch alles Ducker und Kriecher. Ich wiederhole es: Ein Blick hinter die Kulissen zeigt: Die beiden Schüler gehen in die Moschee der König Faysal Stiftung, siehe dazu das Interview mit dem dortigen Immam. Finanziert wird das ganze von der Saudischen Muslim World League.
  • Str ant (Darkling) 05.04.2016 15:51
    Highlight Highlight Dann gehört die Bildungsdirektion im Baselbiet ohne Handschlag ausgetauscht
  • Calvin Whatison 05.04.2016 14:16
    Highlight Highlight Man hat sich den Sitten des Gastlandes anzupassen. Fertig. Wer das nicht kann oder will, Bitte ausreisen.
    • stiberium 05.04.2016 15:30
      Highlight Highlight Nein, in einem Gastland macht man Ferien oder einen Sprachaufenthalt. Jemand der Zugewandert ist soll die neue Heimat mitgestalten im Rahmen der Sitten, welche gelten. So kann etwas wundervolles entstehen.
    • Alex_Steiner 05.04.2016 15:54
      Highlight Highlight Seit wann ist es Sitte jemanden einen Handschlag aufzuzwingen? Wenn ich jemanden nicht die Hand geben will - dann kriegt er sie nicht.

      In was für einem Land sind sie denn aufgewachen indem man Kinder zwingt andere Menschen anzufassen.
    • FrancoL 05.04.2016 16:07
      Highlight Highlight @sugarbaby; und was machen wir nach Deiner Maxime mit den vielen, vielen Einheimischen die die sogenannten Sitten, die natürlich durch Dich definiert werden, nicht einhalten?
    Weitere Antworten anzeigen
  • demokrit 05.04.2016 14:10
    Highlight Highlight "Der Fall in Therwil war Auslöser für die Erarbeitung eines entsprechenden Gutachtens und einem Grundlagenpapier für alle Schulen des Kantons." - Oh je, zu was für einer Technokratie sind wir denn verkommen? Ein Türverweis und eine einfache Strafarbeit hätte genügt. Rotgrün halt.
    • Markus86 05.04.2016 14:24
      Highlight Highlight Ähm, nix rot. BL ist stramm bürgerlich regiert. (2xFDP, 1xCVP, 1xSVP, 1xGP).
    • demokrit 05.04.2016 14:35
      Highlight Highlight Auch da hätte es in diesem Fall noch genügend Luft nach oben.
    • stiberium 05.04.2016 15:33
      Highlight Highlight Hehe, wie im Bären nach drei Grossen.
    Weitere Antworten anzeigen

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