«Nicht genügend Bahren»: Italiener kritisieren Walliser Rettungskräfte
Der Brand in Crans-Montana ist in Italien weiterhin ein grosses Thema. Nun kritisieren die Opferanwälte die Walliser Rettungskräfte. Den Anwälten stellten sich ernsthafte Fragen, wie die erste Phase des Rettungseinsatzes gelaufen sei, schreibt der «Corriere della Sera». Zu diesem Schluss kamen sie, nachdem sie Zeugenaussagen gehört und die Videos gesichtet hatten.
«Es gab nicht genügend Bahren, und auch die Wärmedecken reichten nicht aus. Ebenso fehlten die Sauerstoffflaschen», sagt ein Anwalt eines Opfers gegenüber der Zeitung «La Stampa».
Der Zustand seiner Mandantin habe sich wegen des Mangels an Rettungsmaterial möglicherweise verschlechtert, so der Anwalt Fabrizio Ventimiglia, der eine verletzte Minderjährige vertritt.
Es könne nicht sein, dass in einem Ferienort wie Crans-Montana, der Tausende Touristen beherbergt, nicht ausreichend Ausrüstung bereit sei.
Offenbar Verfahren eingeleitet
Gegenüber dem «Corriere della Sera» sagt Ventimiglia weiter, dass ein Strafverfahren gegen die kantonalen Rettungskräfte eingeleitet worden sei.
«Die Kantonsstaatsanwaltschaft Wallis hat uns mitgeteilt, dass nach unserer Anzeige und den von uns in den letzten Wochen eingereichten Anträgen ein zweites, gesondertes Strafverfahren eingeleitet wurde, um die mögliche Verantwortung der OCVS (Kantonale Rettungsorganisation Wallis) für die Durchführung der Rettungsmassnahmen in der tragischen Nacht des 1. Januar zu klären», so Ventimiglia.
Eine Bestätigung der Staatsanwaltschaft, dass es ein Verfahren gegen die Rettungskräfte gibt, gibt es bisher nicht. (cma)
