Schweiz
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Die italienische Polizei verhaftet Mafiosi in der Schweiz illegal und filmt das Ganze auch noch



«15 'Ndrangheta-Mitglieder in drei Kantonen festgenommen», so lautete die Schlagzeile am Dienstagvormittag. Schon am Nachmittag veröffentlichte die italienische «Polizia di Stato» auf ihrem Twitter-Account folgendes Video:

Es zeigt laut dem «SonntagsBlick» einen in Saas-Grund VS verhafteten Verdächtigen. Die italienischen Behörden werfen den Verhafteten vor, Mitglieder einer kriminellen Organisation zu sein. Sie sollen an Treffen mitgewirkt, an Riten teilgenommen und sich unter die hierarchischen Strukturen und den bedingungslosen Gehorsam untergeordnet haben.

Die Haftanordnungen basierten auf italienischen Auslieferungsersuchen, teilte das Bundesamt für Justiz (BJ) mit. «Die 15 italienischen Staatsangehörigen wurden heute von den Kantonspolizeien Thurgau, Zürich und Wallis festgenommen», hiess es in der Mitteilung. Auf dem Video aber sind italienische Beamte in Aktion zu sehen:

Polizia di Stato Mafia-Verhaftung Saas-Grund VS

Laut dem «SonntagsBlick», der sich auf die Strafrechtlerin Nadine Zurkinden von der Universität Basel beruft, handeln sie illegal, weil sie ohne Bewilligung Handlungen für einen fremden Staat durchführen, zu denen ausschliesslich Schweizer Behörden befugt seien. Eine solche Bewilligung lag laut dem Sprecher des Eidg. Justiz- und Polizeidepartements (EJPD) nicht vor.

Das ausführende Bundesamt für Polizei (Fedpol) sagte der Zeitung, die italienischen Beamten seien bloss dabei gewesen. Mit den Video-Aufnahmen konfrontiert, hiess es, diese zeigten keine Amtshandlung sondern seien bloss eine medienwirksame Inszenierung.

Böse Erinnerung an Frauenfeld

Bei der Aktion vom Dienstag wurden zudem 12 Personen im Thurgau festgenommen, und eine im Kanton Zürich. Diese 13 Personen sollen der Frauenfelder Zelle der kalabresischen 'Ndrangheta angehören, gegen welche die Bundesanwaltschaft seit Jahren ermittelt. Vermutet wurde eine lokale 'Ndrangheta-Zelle in Frauenfeld TG schon lange. Bekannt wurde sie im August 2014, als die kalabresische Polizei in der süditalienischen Provinz zwei mutmassliche italienische Mafiosi mit Wohnsitz im Kanton Thurgau verhaftete und freimütig über Ermittlungen in der Schweiz informierte.

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Dieses Video, das 2014 in Umlauf kam, hatten die Schweizer Ermittlungsbehörden von einem geheimen Treffen anfertigen können. 
YouTube/Zoomin.TV Deutschland

Zudem lobte die italienische Polizei die «ausgezeichnete Zusammenarbeit» mit den Schweizer Behörden. Im Nachgang zu diesen Aussagen informierte auch die Bundesanwaltschaft über die Ermittlungen gegen 10 bis 20 Personen, die mit der kalabrischen Mafia-Organisation 'Ndrangheta in Verbindung stehen sollen.

Dass der Bundesanwalt während der laufenden Ermittlungen überhaupt vor die Medien trat, hat mit der Informationspolitik der italienischen Behörden zu tun. Gestützt darauf waren zahlreiche Berichte über das Verfahren erschienen. Zudem kam ein Video in Umlauf, das die Schweizer Ermittlungsbehörden von einem geheimen Treffen anfertigen konnten. (kad/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 13.03.2016 16:16
    Highlight Highlight Die italienischen Beamten habe auf Schweizer Boden niemanden verhaftet. Sie haben Schweizer Beamte dabei beraten, wie man Mafiosi verhaftet, ohne sich selber dabei strafbar zu machen. Mafiosi sind keine Handtaschenräuber. Da muss alles korrekt zu und her gehen. Andernfalls werden die Mafiosi vor Gericht wieder freigesprochen - wegen formeller Fehler. Mafiosi können sich die allerbesten Rechtsanwälte leisten. Einige der Mafiosi sind ja bereits wieder entlassen worden. Weil die Verhaftungen nicht bis ins letzte Detail korrekt durchgeführt wurden?
  • bilbo 13.03.2016 09:40
    Highlight Highlight *Dass der Bundesanwalt während der laufenden Ermittlungen überhaupt vor die Medien trat (...) Zudem kam ein Video in Umlauf, *das die Schweizer Ermittlungsbehörden von einem geheimen Treffen anfertigen konnten.
  • Moelal 13.03.2016 09:14
    Highlight Highlight Vollkommen egal ob illegal oder nicht! Hauptsache diese Idioten sind weggesperrt
  • rundumeli 13.03.2016 05:42
    Highlight Highlight das mögen nun wildwestmethoden sein, die man nicht einreissen lassen sollte ... aber verglichen mit den bemühungen der schweizer staatsanwaltschaft, die jahrelang akten anhäuft, um die sache dann im sand verlaufen zu lassen, eine wohltat doch.

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