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Jura

Elisabeth Baume-Schneider – die Frische gab wohl den Ausschlag

Elisabeth Baume-Schneider – diese Frische gab wohl den Ausschlag

07.12.2022, 11:04
Video: watson

Elisabeth Baume-Schneider ist neue SP-Bundesrätin und Nachfolgerin von Simonetta Sommaruga. Die Vereinigte Bundesversammlung hat sie am Mittwoch mit 123 von 245 gültigen Stimmen gewählt, im dritten Wahlgang.

Die Wahl Baume-Schneiders kommt überraschend. Zwar wurde der 58-jährigen jurassischen Ständerätin und früheren Staatsrätin seit Sommarugas Rücktritt von Politbeobachtern zweifelsfrei das Format einer Bundesrätin zugeschrieben. Jedoch stand ihre Kandidatur lange im Schatten ihrer Deutschschweizer Kontrahentin Eva Herzog.

Nach erfrischenden Auftritten in den Fraktionsanhörungen und bei Anlässen von Interessenverbänden wendete sich das Blatt zugunsten von Baume-Schneider. Vier Fraktionen gaben keine Wahlempfehlung ab. Die offizielle Unterstützung der GLP für Herzog reichte nicht für die Baselstädterin.

Baume-Schneider erreichte im dritten Wahlgang punktgenau das absolute Mehr von 123 Stimmen. Herzog erhielt 116 Stimmen. Sechs Stimmen gingen an Daniel Jositsch.

Die neu gewaehlte Elisabeth Baume-Schneider, SP-JU, links, freut sich ueber seine Wahl zum 121. Mitglied des Bundesrates, an der Seit von Staenderat Charles Juillard, Mitte-JU, rechts, bei der Ersatzw ...
Grosse Freude bei Baume-SchneiderBild: keystone

Dank der Stimmen, die der Zürcher Ständerat erhalten hatte, wurde die Wahl spannend. Jositsch hatte ebenfalls für den Bundesrat kandidiert, blieb aber aussen vor, weil sich die SP-Fraktion für ein reines Frauenticket entschied. Im ersten Wahlgang hatte er 58 Stimmen erhalten, im zweiten dann noch 28. Diese Stimmen teilten sich zwischen Baume-Schneider und Herzog auf.

Ländliches Profil

Mit Baume-Schneider wählt die Bundesversammlung eine Politikerin mit viel Exekutiverfahrung in die Landesregierung. 2002 wurde sie in die Regierung des Kantons Jura gewählt. Sie leitete während drei Amtszeiten bis 2015 als Regierungsrätin das Departement für Bildung, Kultur und Sport. Seit 2019 ist Baume-Schneider Ständerätin. In der kleinen Kammer vertritt sie als Präsidentin der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie wichtige Dossiers.

Baume-Schneider hat sich während ihrer ganzen Karriere für soziale Gerechtigkeit eingesetzt. Sie hat ein ländliches Profil und präsentiert sich als bodenständige Sachpolitikerin, die sich für ihre Werte einsetzt.

Baume-Schneider ist zweisprachig und sieht sich als Brückenbauerin zwischen den Landessprachen. Ihre Wahl ist historisch: Der erst seit 1979 existierende Kanton Jura ist zum ersten Mal im Bundesrat vertreten. Und erst zum zweiten Mal in der Geschichte des Bundesstaates sind die Deutschschweizer im Bundesrat in der Minderheit. (aeg/sda)

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33 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Laggoss
07.12.2022 11:34registriert Januar 2021
Als Deutschschweizer fühle ich mich nun völlig untervertreten... NOT!

Ist doch völlig egal, woher die Bundesräte stammen, diese Fixation auf Regionen, Kantone, urban/ländlich usw. ist völlig übertrieben.
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kaderschaufel
07.12.2022 11:24registriert Juni 2015
Da zeigt es sich, wie wichtig Soft Skills sind. Ich kenne die beiden (Herzog und Baume-Schneider) nicht wirklich, aber Baume-Schneider hat so eine unglaublich warme Ausstrahlung, und man hat das Gefühl, dass eine Sitzung mit ihr sehr angenehm sein muss, während Herzog sehr kalt und distanziert wirkt.

Ich kann mir vorstellen, dass schon nur deswegen Bundesratssitzungen produktiver sein werden, als wenn Herzog gewählt worden wäre, einfach weil die Stimmung besser ist. Offenbar sehen das ein paar Parlamentarier, die politisch näher bei Herzog wären, auch so.
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sowhat
07.12.2022 11:55registriert Dezember 2014
Was für eine herrliche Frau. Sie wird Leben in den BR bringen und mit ihrer Energie Dinge voran treiben. Fertig mit Plaudern. Ich bin sicher sie macht Nägel mit Köpfen.
Bitte mehr solche 👍
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