Schweiz
Justiz

64-Jähriger geht wegen Langstrasse-Blitzer vor Gericht

64-Jähriger zieht wegen Langstrasse-Blitzer vor Gericht

04.11.2025, 07:1704.11.2025, 07:17

Ein 64-jähriger Schweizer ist im vergangenen Jahr gleich sieben Mal von der automatischen Anlage erfasst worden, die das Fahrverbot auf einem Abschnitt der Zürcher Langstrasse überwacht. Weil er den Strafbefehl nicht akzeptieren wollte, steht er am heutigen Dienstag vor Gericht.

Autofahrer ignorieren das Tagfahrverbot durch die Langstrasse in Zuerich, aufgenommen am Donnerstag, 19. Oktober 2023. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Der 64-Jährige wollte den Strafbefehl der Polizei nicht akzeptieren. Bild: keystone

Der Langstrasse-Blitzer erhitzte nach seiner Inbetriebnahme Anfang 2024 die Gemüter. Bis zu 500 Verstösse gegen das tagsüber geltende Fahrverbot auf einem 60 Meter langen Abschnitt der Langstrasse stellte das Gerät täglich fast.

Gleich mehrere der Bussen gingen an einen 64-jährigen Mann aus dem Kanton Zug. Sieben Verstösse listet der gegen ihn ausgestellte Strafbefehl auf – sechs davon an aufeinanderfolgenden Tagen im April 2024. 700 Franken Busse und 550 Franken Gebühren sollte er laut Strafbefehl dafür bezahlen. Weil er dagegen Einsprache erhob, findet am Dienstagnachmittag die Verhandlung am Bezirksgericht Zürich statt.

Neue Signalisation soll Situation verbessern

Wäre der Autofahrer erst zwei Monate später durch das Fahrverbot gefahren, wäre er möglicherweise günstiger davongekommen: Seit Juni 2024 werden nämlich nicht mehr systematisch Bussen ausgestellt. Die Anlage ist nur noch sporadisch in Betrieb, wie es beim Sicherheitsdepartement der Stadt Zürich auf Anfrage hiess.

Um das Fahrverbot durchzusetzen, soll eine neue Signalisation eingerichtet werden. Der Stadtzürcher Gemeinderat bewilligte dafür Ende vergangenen Jahres rund 1 Million Franken. Das Fahrverbot soll mit Wechselanzeigen nur noch dann angezeigt werden, wenn es tatsächlich gilt – nämlich von 5.30 bis 22 Uhr. Die neue Signalanlage soll im ersten Quartal 2026 in Betrieb gehen. (sda)

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13 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Roli_G
04.11.2025 09:05registriert Januar 2021
Als Ortsunkundiger kann er natürlich nicht wissen, dass da Fahrverbot ist. Ganze 7 mal nicht.

Sorry, der soll halt zahlen und zusätzlich die Gerichtskosten übernehmen, wenn er unbedingt die Angelegenheit vor Gericht anfechten will.
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derEchteElch
04.11.2025 08:03registriert Juni 2017
Ein notorischer Querulant, vermutlich mit viel zu viel Geld. Anstatt einfach die Busse zu bezahlen und gut ist, will er unbedingt den Retter der Nation spielen.
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Magnum
04.11.2025 10:09registriert Februar 2015
Grosses Kino: Ein Mann aus dem Kanton Zug, der trotz bester oeV-Anbindung mit S-Bahnen mit dem Auto nach Zürich pendelt, ignoriert nicht einmal, sondern sechs male ein Fahrverbot - und die resultierenden Bussen nicht bezahlen.

Erde an Automobilisten: Nicht IHR bestimmt, was erlaubt ist und was nicht. Also Augen auf, Signalisierungen beachten und Verhalten entsprechend anpassen - oder alternativ zahlen.

Ich beobachte auch bei uns in der Stadt, dass zu viele Autolenkende unglaublich Mühe mit neuen Routenführungen haben, Fahrverbote im Zweifelsfall ignorieren und so andere gefährden.
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