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epa04091104 The Facebook and WhatsApp app icons are displayed on an iPhone in New York, New York 20 February 2014. Facebook announced that it acquired the globally popular messaging system WhatsApp for 19 billion dollars. Facebook paid 12 billion dollars in shares and 4 billion dollars in cash, it was explained in a conference call. The deal includes an additional 3 billion dollars in Facebook stock for WhatsApp founders and employees. The deal should close later in 2014 and is still subject to regulatory approval, according to Facebook founder and Chief Executive Officer Mark Zuckerberg, who said in the conference call that he did not expect any issues. Additionally, WhatsApp co-founder and Chief Executive Officer Jan Koum will join the Facebook Board of Directors.  EPA/ANDREW GOMBERT

Ob auf Whatsapp oder Facebook: Teilen Schweizer illegale Inhalte, interessiert das auch das FBI. Bild: EPA/EPA

Das FBI schlägt in der Schweiz jedes Jahr 3000 Mal wegen Kinderpornos Alarm

In Appenzell kam die Jugendanwaltschaft einem Minderjährigen auf die Schliche, der auf einem sozialen Netzwerk einen Kinderporno hochgeladen hatte. Der Tipp kam vom FBI. Im Gegensatz zur Schweizer Bundespolizei durchforsten die US-Behörden unsere Whatsapp-Chats und Mail-Verläufe systematisch.



Dank eines Hinweises des FBI findet die Appenzeller Polizei auf dem Handy eines Teenagers einen Kinderporno: Die Geschichte, die watson gestern publik gemacht hat, sorgt für Aufsehen – und für Stirnrunzeln. 

In der Kommentarspalte zeigen sich viele User erstaunt darüber, dass ausgerechnet das Federal Bureau of Investigation, die zentrale Sicherheitsbehörde der USA, das Video auf dem Handy des Jugendlichen entdeckt hat. Das steckt dahinter:

Warum stöbert das FBI auf Social-Media-Profilen von Schweizer Jugendlichen herum?

In den USA sind die Internet-Provider gesetzlich verpflichtet, die Websites systematisch auf verbotene Inhalte zu scannen. «Bei Verdacht machen sie eine Meldung an das FBI», sagt Niklaus Sarbach, Sprecher des Bundesamtes für Polizei (Fedpol). Das FBI identifiziert dann die IP-Adresse und weist den Fall dem verantwortlichen Land zu – im aktuellen Fall also der Schweiz.

Wie viele solche Hinweise bekommt die Schweiz jährlich vom FBI?

Laut Sarbach gehen allein aus den USA jährlich rund 3000 Hinweise zu verbotener Pornografie ein. Dabei handelt es sich grösstenteils um Kinderpornografie, aber auch um illegale Gewalt- oder Tierdarstellungen. Neben dem FBI geben auch andere ausländische Sicherheitsbehörden dem Fedpol immer wieder Tipps. «Wir arbeiten eng mit Europol und Interpol zusammen und leiten auch Hinweise dieser Organisationen an die Kantone weiter», so Sarbach.

Werden verbotene Inhalte auch entdeckt, wenn sie in Whatsapp-Chats oder per Mail verschickt werden?

Ja. Die Hinweise des FBI betreffen nicht nur öffentliche Plattformen wie Facebook, sondern können sich beispielsweise auch auf Mail-Provider wie Gmail oder Dokumente auf Google Drive beziehen. «Erhalten wir einen solchen Hinweis, machen wir das betreffende Benutzerkonto ausfindig und leiten den Fall den zuständigen Kantonen weiter», sagt Sarbach.

epa05957055 An exterior view of the J. Edgar Hoover FBI Building, headquarters of the Federal Bureau Of Investigation (FBI), the domestic intelligence and security service of the United States, in Washington, DC, USA, 11 May 2017. U.S. President Donald J. Trump on 09 May 2017 fired FBI director James Comey, regarded a controversial move given that Comey is investigating possible collusion between Russia and the Trump campaign.  EPA/JIM LO SCALZO

Das FBI-Hauptquartier. Bild: EPA

Kann die Schweiz selber auch präventiv E-Mail-Konten oder Whatsapp-Chats auf verbotene Pornografie durchforsten?

Nein, dafür fehlt die gesetzliche Grundlage – zumindest in Bezug auf illegale Pornografie. Das Fedpol sei in dem Zusammenhang auf Hinweise aus der Öffentlichkeit angewiesen, so Sarbach. Das Fedpol führt eine schwarze Liste mit Websites, die kinderpornografisches Material enthalten. Die Liste dient Schweizer Internetprovidern als Grundlage, um den Zugang zu den entsprechenden Sites zu sperren. 

Weitreichendere Möglichkeiten hat der Geheimdienst mit der sogenannten Kabelaufklärung. Seit Inkrafttreten des neuen Nachrichtendienstgesetzes darf er die grenzüberschreitende Internetkommunikation überwachen und beispielsweise E-Mails nach Stichworten durchsuchen. Allerdings gehört der Kampf gegen Kinderpornografie nicht zum Aufgabengebiet des Geheimdienstes. Er kümmert sich um die Bekämpfung von Terrorismus, gewalttätigem Extremismus, Spionage oder Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen.

Mit wie vielen Fällen von illegaler Pornografie hat es die Schweizer Justiz jährlich zu tun?

Die polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnet für letztes Jahr insgesamt 1504 Straftaten im Bereich der verbotenen Pornografie. Dabei konnten über 93 Prozent der Fälle aufgeklärt werden. Während die gesamtschweizerische Statistik keine Aufschlüsselung nach Altersklassen vornimmt, weist die Zürcher Kriminalstatistik minderjährige Straftäter separat aus. Demnach mussten sich letztes Jahr 64 Zürcher Jugendliche wegen verbotener Pornos verantworten – gegenüber dem Vorjahr entspricht das einer Zunahme von über 50 Prozent.

Dieser Algorithmus kann in Zürich Einbrüche vorhersagen

Video: srf

Zwei neue Gesichter auf der FBI-Liste der meistgesuchten Verbrecher

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Zwei neue Gesichter auf der FBI-Liste der meistgesuchten Verbrecher
quelle: ap/ap / nick ut
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