Schweiz
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Prozess im Fall Carlos findet ohne Hauptdarsteller statt – Staatsanwalt fordert Verwahrung



Der Prozess im Fall Carlos hat ohne den Hauptdarsteller begonnen. Wie der Gerichtspräsident zu Beginn der Verhandlung ausführte, hatte der Angeklagte, Brian, schon im Vorfeld ein Dispensationsgesuch gestellt.

Gemäss seinem Anwalt, Thomas Häusermann, sei ihm eine Verhandlung psychisch nicht zuzumuten. Das Dispensationsgesuch sei aber abgelehnt worden.

Unser Gerichtsreporter William Stern ist vor Ort:

abspielen

Es sei daraufhin entschieden worden, Brian zum Prozess zuzuführen, allerdings ohne dabei Gewalt anzuwenden. Gemäss der Schilderung des Gerichtspräsidenten versuchten Polizisten der Sondereinheit Diamant am Mittwochmorgen, ihn aus dem Gefängnis Pöschwies an die Verhandlung am Bezirksgericht Zürich zu bringen.

Brian habe die Polizisten in seiner Zelle in Kampfposition und mit erhobenen Fäusten empfangen und gesagt, er sei bereit, gegen sie zu kämpfen. Mitglieder der Sondereinheit Diamant hätten anschliessend während eines 30-minütigen Gesprächs erfolglos versucht, ihn zu überzeugen. Im Anschluss versuchte der Gerichtspräsident persönlich, Brian dazu zu bewegen, an der Verhandlung teilzunehmen – erfolglos. Man habe daraufhin «schweren Herzens» entschieden, Brian im Nachhinein zu dispensieren.

Die Verhandlung findet nun ihn Abwesenheit des Beschuldigten statt.

Staatsanwalt fordert Verwahrung

Der Staatsanwalt fordert für den 24-Jährigen eine Freiheitsstrafe von 7,5 Jahren sowie eine Geldstrafe. Diese soll allerdings durch eine Verwahrung ersetzt werden, weil eine Freiheitsstrafe alleine ihn nicht disziplinieren könne.

Ein Gutachten attestiert ihm eine dissoziale Persönlichkeitsstörung mit ausgeprägt psychopathischen Wesenszügen. Ohne Behandlung, auch medikamentöser Art, sagt ihm der Gutachter eine hohe Rückfallgefahr für Gewaltdelikte voraus – in zehn Jahren dürfte diese bei 100 Prozent liegen. Brian dürfte massnahmefähig sein. Fraglich ist allerdings, ob er überhaupt bereit ist, sich therapieren zu lassen.

Verteidiger fordert «Ende der Härte»

Während der Staatsanwalt den Zürcher Gewalttäter «Carlos» verwahren will, fordert der Verteidiger des 24-Jährigen «ein Ende der Härte». Denn das mache bei «Carlos» alles nur viel schlimmer.

Leider hätten die Behörden im Umgang mit «Carlos» schon sehr früh den Kurs der maximalen Härte und Repression eingeschlagen. «Wir sehen, wohin das führt. Er geht in den Kampfmodus.»

«Haftbedingungen nahe an Folter»

«Natürlich ist er kein Unschuldslamm», sagte der Anwalt über den 24-jährigen «Carlos». Er habe zweifelsohne Fehler gemacht. «Aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Justiz die Grenze des zulässigen Handelns überschritten hat.»

Was «Carlos» im Gefängnis erlebt habe, grenze an Folter. Seit einem Jahr sitze sein Mandant alleine in einer pinkfarbenen Arrestzelle. Er sei an den Füssen gefesselt worden, habe keine Unterwäsche tragen dürfen, sich nicht duschen dürfen und auf dem Boden schlafen müssen. Zu essen erhalten habe er lediglich Wasser und Brot.

Statt einer Verwahrung fordert der Anwalt deshalb lediglich eine normale Freiheitsstrafe. Danach sei «Carlos» in Freiheit zu entlassen. Dann könne er endlich seinen Traum verfolgen, nämlich ein erfolgreicher Boxer zu werden. (wst)

Weitere Informationen folgen.

Mit Material der sda.

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    Alle Leser-Kommentare
  • recki87 31.10.2019 04:46
    Highlight Highlight Was sind das für Leute, die solche Haftbedingungen wie vom Verteidiger beschrieben anordnen und durchsetzen, zumal einige davon sicher rechtswidrig sind? So hat der Staat unter keinen Umständen zu handeln. Privat können sich die Entscheidungsträger und Vollzugsmitarbeiter ja gerne gegenseitig ihre mittelalterlichen Strafvollzugsfantasien ums Maul schmieren. Das ist neben der ausgeuferten Berichterstattung der eigentliche Skandal hier.

    Ja, wie agiert wohl einer, wenn er ein Jahr in der pinken "Deeskalations-" (natürlich...) Zelle leben muss, gedemütigt und dem Staat völlig ausgeliefert?
  • Uno 30.10.2019 20:10
    Highlight Highlight Die Kosten entstehen durch Sicherheitsvorhalteleistungen und Hochsicherheitsinfrastruktur zum Eigenschutz des betreuenden und therapierenden Personals. Keiner hier würde sich getrauen, Brian ganz alleine zu betreuen. Brian ist enorm stark. Jammerschade wurde er nicht ein bewunderter Kampfsportler, um dabei seine vorhandene Aggressivität sinnvoll, unter fairen Bedingungen gegen ebenbürtige Gegner, auszuleben. Im Knast wird er nicht Weltmeister. Bis jetzt hat er den falschen Weg genommen.
  • Walser 30.10.2019 19:00
    Highlight Highlight Alles hat bisher nichts genützt. Man sollte ihn freilassen und eine Boxausbildung finanzieren. Dazu ist er ja bereit. Könnte funktionieren. Warum sollte man ihn mit 34 Jahren verwahren? Komplett neben den Schuhen.
  • Freethinker 30.10.2019 18:26
    Highlight Highlight Also wenn der wieder auf uns losgelassen wird, dann weiss ich, welche Partei wieder signifikant zulegen wird... 🙄
    • Kramer 31.10.2019 07:04
      Highlight Highlight Genau die Partei, die vor 6 Jahren am lautesten war, bis sein Sondersetting abgebrochen wurde, obwohl Carlos dort gut funktioniert hatte.
      Seine Chancen stünden heute wohl besser, hätte er das Sondersetting weiterführen können. Die Kosten für den Staat wären über die Jahre vermutlich auch tiefer gewesen.
      Aber eben, Politiker wissen ja besser wie der Strafvollzug und Sozialmassnahmen auszusehen haben, sie sind ja Experten.
    • Freethinker 31.10.2019 08:00
      Highlight Highlight Ganz ehrlich, dieses Sondersetting war aus meiner Sicht auch ein Witz. Thaiboxtraining bei diesem Werdegang? Eine Antiaggressionstherapie und Ähnliches wären wohl angebrachter gewesen.
  • ujay 30.10.2019 18:13
    Highlight Highlight Der Anwalt scheint ja ein Geschichtenerzähler zu sein!...."...Was «Carlos» im Gefängnis erlebt habe, grenze an Folter. Seit einem Jahr sitze sein Mandant alleine in einer pinkfarbenen Arrestzelle. Er sei an den Füssen gefesselt worden, habe keine Unterwäsche tragen dürfen, sich nicht duschen dürfen und auf dem Boden schlafen müssen. Zu essen erhalten habe er lediglich Wasser und Brot"......
    Frage: Sind Anwälte nicht der Wahrheit verpflichtet?
  • ujay 30.10.2019 18:09
    Highlight Highlight Ein klassischer Fall von Changen nicht genutzt, mehrmals, und setzt nur auf Gewalt, schlicht nicht sehr hell in der Birne. Da nützen auch Sondersettings nichts. Waren gut gemeint, aber gut gemeint heisst in diesem Fall: Nicht gut! Seine Einbahnstrasse wird die Verwahrung sein. Gut begleitet gelingt ihm dort vielleicht eine persönliche Weiterentwicklung, die ihn aus dieser Spirale befreit. Zu gönnen wäre es ihm!
  • Mein Name ist Hase 30.10.2019 17:13
    Highlight Highlight Wir haben dutzende Täter die auch nach mehrmaligen Gewaltdelikten wieder auf freiem Fuss sind. Jemanden abgestochen und in 6 Jahren wieder draussen, etc.. "Carlos" wird zum Sündenbock gemacht. Eine Verwahrung entspricht nicht der heutigen Handhabung. Da müssten ganz andere bestraft werden.
  • dmda 30.10.2019 15:50
    Highlight Highlight Jetzt mal ehrlich.

    Ich hätte auch die Nase voll wenn jedermann/-frau ständig über meine Gerichtsverfahren Bescheid wüsste. Das ganze wird medial so aufgeplustert und niemand merkt, dass dies NUR KONTRAPRODUKTIV ist. Er weiss genau, wenn er da auftaucht, ist er das Gespött.

    Ich wünsch mir für diesen jungen Mann und unsere Staatskassen, dass dies im Geheimen fortgeführt werden soll - sprich unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

    Sein Leben ist futsch. Die Staatskassen sind weniger gefüllt und neue Opfer vorprogrammiert. Keiner hat was davon ausser die Geldgeier-Medien.
  • roger_dodger 30.10.2019 15:29
    Highlight Highlight Mal ins Sondersetting in einen Knast in den USA senden, dort wird das Bürschchen nicht mit Glacehandschuhen angefasst und lernt zu spuren.
    • Sonnenbankflavor 30.10.2019 16:24
      Highlight Highlight Noch besser: ein sibirisches Gefängnis. Der würde es sich dort 2 mal überlegen die Gefängniswärter zu attackieren. Und nun alle Daumen nach unten wie immer oder kommt mit einem besseren Vorschlag.
    • jonas3344 30.10.2019 16:50
      Highlight Highlight Das hat er ja jetzt schon, was gebracht hats auch nicht.
    • Max Dick 30.10.2019 16:50
      Highlight Highlight Ja in den US-Gefängnissen gibts ja keine Gewalt, und jeder der dort rauskommt, führt danach ein gesittetes Leben. O Mann, was genau sollte ein US-Knast für einen Vorteil bringen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • humpfli 30.10.2019 14:43
    Highlight Highlight Das Problem ist, Carlos hat seine Rolle eingenommen, in der er mit Gewalt das bekommen will, was er will. Wenn er jetzt auf Gewalt verzichtet, sieht er sich als Verlierer und das will er nicht sein. Ist eine Frage der Zeit bis er merkt, wie aussichtslos sein Verhalten ist
    (Ja, bin natürlich Psychologoe 😂)
    • Trollgeflüster 30.10.2019 15:46
      Highlight Highlight "... sieht er sich als Verlierer"
      Aber genau das ist er ja auch!
      Wenigstens würde er für einmal richtig reflektieren...
    • Garp 30.10.2019 19:04
      Highlight Highlight Man kann Menschen nicht zum Reflektieren zwingen, es funktioniert einfach nicht, wenn jemand nicht will.
  • THEOne 30.10.2019 14:16
    Highlight Highlight NUR in der schweiz holt man ein sonderkommando, um dann zu diskutieren. das ist ja ne lachnummer sondergleichen.
    in jedem andren land hätte er sich genau einmal quergestellt gegen die soko, dann hät ihm sein thaibox auch nix mehr genutzt.
    • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 30.10.2019 16:21
      Highlight Highlight Ihr Vorschlag wäre wohl, ihn getasert und verprügelt vor das Gericht zu setzen? Das wäre nur ein weiterer dieser vielen Eskalationsschritte, die überhaupt erst zur derzeitigen verfahrenen Situation geführt haben.

    • Gawayn 30.10.2019 16:49
      Highlight Highlight Tazer reicht.
      Dann noch Handschellen dran und abführen.

      Es darf nicht sein, das jemand mit Gewalt droht, seinen Willen bekommt.

      Man hätte auch niemals ihm Kampfsport Unterricht erteilen dürfen.
      Schon gar nicht im Thai Boxen.
    • D(r)ummer 30.10.2019 17:19
      Highlight Highlight Lieber mit einem Sondereinsatzkommando diskutieren, als von denen professionell auseinandergenommen zu werden.
      Weise Entscheidung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Maracuja 30.10.2019 13:19
    Highlight Highlight Versteh ich das richtig: Der Angeklagte hat aufgrund von Gewaltandrohung durchgesetzt, dass er nicht am Prozess teilnehmen muss? Offensichtlich ist er so psychisch krank oder so uneinsichtig, dass er nicht begreift, dass ihm diese erneute Drohung in der Verhandlung schaden wird.
    • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 30.10.2019 13:33
      Highlight Highlight Das ganze Setting ist toxisch und die Eskalation schon viel zu weit fortgeschritten. Man muss sich mal vorstellen, dass er wohl von denselben Wärtern betreut wird, die auch die Vorwürfe gegen ihn dokumentiert haben.

      Ich verstehe nicht, warum man den immer wieder in den Zürcher Vollzug zurückholt. Ausserkantonal scheint es ja besser zu laufen.
    • rundumeli 30.10.2019 14:11
      Highlight Highlight "... scheint es ja besser zu laufen"

      scheinen sie keine ahnung zu haben, sorry
    • paper 30.10.2019 15:08
      Highlight Highlight @Maracuja, dem stimme ich nur bedingt zu. Wenn er psychisch so angeschlagen ist, dass er selbst nicht gewährleisten kann, während der Verhandlung ruhig zu bleiben, kann ich mir gut vorstellen, dass es eine gute Idee ist, von der Verhandlung fernzubleiben. Dies mit einer Gewaltandrohung durchzusetzen ist zwar ironisch, ändert aber am Urteil sicher weniger als ein Wutausbruch vor Gericht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pretty Bones Davies 30.10.2019 13:06
    Highlight Highlight Artikel 1: Brian wurde Opfer der Medienberichterstattung
    Artikel 2: Update folgt...

    Watson hätte mit gutem Beispiel vorangehen und erst morgen einen Artikel veröffentlichen können, der die ganze Sache nicht häppchenweise reisserisch verkauft, sondern dem Hype entgegen das Ende des Verhandlungstages abwartet und einen fundierten Bericht schreibt.
    • flv 31.10.2019 01:05
      Highlight Highlight Hat watson gemacht. Vor einigen Wochen war hier ein Artikel über ihn, der in Richtung „Justizopfer“ geht. Ebenfalls lesenswert!
      Zeitungen sind nicht Wikipedia-Zusammenfassungen. Entwicklungen und Meinungen dürfen sich bilden.
    • Pretty Bones Davies 31.10.2019 10:36
      Highlight Highlight Ich hatte nicht gesagt, dass Watson keine fundierten Artikel zum Fall geschrieben hat. Meinungen dürfen sich auch ändern. Aber diese fast schon liveticker-mässige Berichterstattung über Gerichtsprozesse geht mir auf den Wecker, da sie eine reisserische Behandlung des Falls geradezu fördert. Die heutige Zusammenfassung der gestrigen Verhandlung ist super. Wieso braucht es dann so etwas wie diesen Artikel hier?
  • Basswow 30.10.2019 13:01
    Highlight Highlight Der Fall hätte nie im Fernsehen kommen und so medial ausgeschlachtet werden sollen.
  • Krise 30.10.2019 12:50
    Highlight Highlight Ich hoffe wirklich er bekommt die (medizinische) Hilfe, die er braucht.
    • GraveDigger 30.10.2019 17:14
      Highlight Highlight Genau die gleiche medizinische Hilfe die auch die "Insassen" von Münsterlingen bekommen haben. Da fragt man sich auf welcher Seite der Zellentür der kranke sitzt.
      Von daher kann ich seine Gegenreaktion nachvollziehen, da er ja schon bereits ein paar Erfahrungen in diese Richtung sammeln konnte diesbezüglich.
  • bcZcity 30.10.2019 12:49
    Highlight Highlight (Fast!) egal unter welche Umständen, jeder hat eine zweite Chance verdient. Er hatte wohl schon seine vierte, und irgendwann ist eben fertig lustig. Je mehr er sich nun stur stellt und das "krasse Opfer" heraushängen lässt, desto mehr verbaut er sich die kleine Zukunft die er noch haben könnte.

    Es gibt keine bösen Menschen im eigentlichen Sinne, aber es gibt unverbesserliche.
    • Platon 30.10.2019 15:03
      Highlight Highlight @bcZcity
      Zweimal zu Unrecht in U-Haft, eine mediale Hetzjagd und der illegale Stopp seines Massnahmenprogramms... Die Gesellschaft hatte hier genauso viele Chancen verspielt. Die gesamte Handhabung dieses Falls ist ein Debakel.
    • LLewelyn 30.10.2019 19:51
      Highlight Highlight @bc da würden Dir aber einige Verhaltenspsychologen wie etwa Steven Pinker deutlich widersprechen. Es geht alles auf die „Nurture vs. Nature“ Debatte zurück - und die Erkenntnisse gehen eben in die Richtung: Das Böse existiert in gewissen Menschen, ohne dass es dazu zutun braucht. Ist Brian ein solcher Fall? Schwierig zu sagen, aber betrachtet man seine Geschichte - es steht schon der Verdacht im Raum, dass es sich tatsächlich um einen Psychopathen handelt.
    • Kramer 31.10.2019 06:54
      Highlight Highlight Und es gibt Menschen die kaputt gemacht werden; und irgendwann ist der Punkt da, an dem so gut wie nichts mehr hilft.
  • WID 30.10.2019 12:11
    Highlight Highlight Er beweist gleich selbst, dass die Verwahrung wohl oder übel das richtige ist.
  • Snowy 30.10.2019 12:10
    Highlight Highlight Carlos / Brians Taten waren und sind in unserer Gesellschaft nicht tolerierbar und er gehört dafür bestraft - auch mittels einer langjährigen Verwahrung zum Schutz der Bevölkerung vor zukünftigen Taten.

    Trotzdem empfehle ich jedem bevor er hier in populistischer 20Min-Kommentarmanier seinen Unmut über „Carlos“ auslässt, sich diese Reportage anzusehen: https://www.srf.ch/news/schweiz/fall-carlos-eine-verwahrung-waere-schlimmer-als-die-todesstrafe

    Habe deswegen nun noch immer kein Mitleid mit ihm, aber es zeigt dennoch ein differenzierteres Bild der Gesamtsituation.
    • minime 30.10.2019 14:16
      Highlight Highlight @D10S er war frei und hat sich wieder geprügelt. Sogar im Gefängnis ist es sehr schwierig ihn unter Kontrolle zu halten und du bist der Meinung man sol ihn freilassen? Ich denke nicht das er in Freiheit ein gewaltloses Leben haben wird. Sobald er frei ist dauert es nicht lange bis er wieder straffällig wird und da er ein ausgebildeter Thaiboxer ist, ist er eine Gefahr für die Gesellschaft.
    • Sprudli 30.10.2019 14:28
      Highlight Highlight @D10S Gebe dir grundsätzlich recht, jedoch finde ich in diesem Fall eine Verwahrung durchaus prüfenswert. Er hat bereits Leute erstochen. Nur durch Glück wurde er nicht zum Mörder, hat dies aber in Kauf genommen.
    • Snowy 30.10.2019 14:31
      Highlight Highlight Brian ist aktuell vor allem (neben Dutzenden anderen Anklagepunkten) darum inhaftiert, weil er eine Aufsichtsperson im Gefängnis gravierend verletzt (während Monaten arbeitsunfähig) hatte.
      Diese Person ist nur deswegen nicht behindert oder tot weil im Nebenraum ein Eingreifftrupp von 6 Männern bereitstand.

      Hätte er diese Person im Strafvollzug nicht gewalttätig angegriffen, wäre Brian heute auf freiem Fuss.

      Die Blickkampagne nach dem Dokfilm war sicherlich unglücklich. Dass Brian aktuell im Gefängnis sitzt - und dort wohl auch noch länger bleiben muss, ist alleine ihm selbst zuzuschreiben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gubbe 30.10.2019 11:20
    Highlight Highlight Ein gewaltbereiter Mensch, der sich nicht unterordnen kann. Oder das Zweite führt zum Ersten. Unterordnen scheint für viele, in jungen Jahren schwer. Wenn Brian an etwas anderem als schlagen Interesse zeigt, würde ich ihm einen alten weissen/braunen Mann zur Seite stellen, der ihn in seinem Intresse unterstützt und ihn am langen Arm leitet. Ein Psychologe bin ich nicht, würde es aber so probieren. Brian schlägt doch nur, wenn er sich eingeengt und bedrängt fühlt.
    • herrkern (1) 30.10.2019 15:01
      Highlight Highlight Er muss sich ja auch "unter" sondern "einordnen", wie wir alle. Eigentlich muss er nicht mal das, er kann auch ganz für sich selber leben. Aber er muss halt aufhören, Leute zu verprügeln. Warum genau er das macht, das ist halt "mimimi" und interessiert keine Sau.
  • Salamikönig 30.10.2019 11:18
    Highlight Highlight Wollt ihr mir sagen die Polizei ist nicht fähig, einen Schuldigen bis zum Gericht zu transportieren?

    ...«schweren Herzens» entschieden, Brian im Nachhinein zu dispensieren...
    • zaphod67 30.10.2019 14:01
      Highlight Highlight Selbstverständlich wäre die Polizei fähig gewesen, ihn in den Gerichtssaal zu schleifen. Aber wie stellen Sie sich mit einem randalierenden, schreienden, spuckenden und beissenden Angeklagten eine geordnete Gerichtsverhandlung vor?
  • Kant 30.10.2019 11:09
    Highlight Highlight Ich stelle mir die Frage, ob unsere Gesetze auch den Blick auf die Umgebung bzw. Gesellschaft von Brian zulässt. Man hat hier einen sicher aussergewöhnlichen Fall. Kann dafür eine Verwahrung in Frage kommen? Möglicherweise wäre das wohl tatsächlich das Richtige, wenn man sehen muss, wie aggressiv dieser ist und wie hoch die Rückfallwahrscheinlichkeit eingeschätzt wird.
    So oder so: Das Strafrecht muss überarbeitet werden, damit nicht nur die Rückführung in die Gesellschaft genüge getan wird, sondern auch der Sühne und dem Schutz der Gesellschaft. Beides kommt offenbar eher zu kurz.
    • ingmarbergman 30.10.2019 18:17
      Highlight Highlight Schön, dass du noch im Mittelalter lebst.
      Wir und der Schweizer Rechtsstaat grüssen dich aus dem 21. Jh.
  • P. Hodel 30.10.2019 10:49
    Highlight Highlight Wird er von der Presse umgetauft oder heisst er wirklich Brian?
    • Digichr 30.10.2019 13:51
      Highlight Highlight Ja so heisst er. Ein Politiker hat sogar mal den vollen Namen getwittert.
  • Count Suduku 30.10.2019 10:43
    Highlight Highlight Man habe daraufhin «schweren Herzens» entschieden, Brian im Nachhinein zu dispensieren.

    Man hat sich nicht entschieden, dies würde voraussetzen, dass man die Wahl hatte. Dem war aber nicht so. Der Angeklagte hat wiedermal das Gewaltmonopol des Staates unterwandert. Ich glaube man hätte ihn dispensieren können, jedoch nicht aufgrund seiner Weigerung.
    • Arts 30.10.2019 14:33
      Highlight Highlight Man hat immer eine Wahl.

      Die Wahl war "Schweren Herzens" oder auch gegen ihren Willen, gegen seinen Willen, gezwungenermassen, notgedrungen ob jemand will oder nicht, oder eben schweren Herzens ihn zu dispensieren.
  • Score 30.10.2019 10:23
    Highlight Highlight Ich stelle mir wirklich die Frage wieviel die Justiz und der ganze Rummel zu diesem jetzigen Zustand beigetragen hat. Fördernd bezüglich einer Besserung waren die Umstände auf jedenfall mi Sicherheit nicht...
    • Brett-vorm-Kopf 30.10.2019 10:33
      Highlight Highlight Förderlich sicherlich nicht, aber man darf jetzt nicht wieder aus dem Täter ein Opfer machen.

      Jeder ist seines Schiksals eigener Schmied. Wenn er nicht einmal bereit ist an sich zu arbeiten und Therapiemassnahmen anzunehmen, liegt's rein an ihm... mehrere zweite Chancen hat er bereits erhalten (im Gegensatz zu seinen Opfern).

      PS: Sein psychologisch bedenklicher Zustand bestand schon vor dem ganzen Medienrummel.
    • Wandervogel 30.10.2019 10:37
      Highlight Highlight Ob die Berichterstattung in diesem Ausmasse nötig war oder nicht, bezweifle ich. Eine dissoziale Persönlichkeitsstörung mit ausgeprägt psychopathischen Wesenszügen, kann man aber nicht auf die Berichterstattung zurückführen, die ja notabene erst begonnen hat, als er schon einiges auf dem Kerbholz hatte. Brian ist leider psychisch krank und wegen seiner Krankheit effektiv eine Gefahr für die Öffentlichkeit. Er wäre auch eine Gefahr, wenn die Berichterstattung nicht stattgefunden hat.
    • Hierundjetzt 30.10.2019 10:38
      Highlight Highlight Er hat eine dissoziale Persönlichkeitsstörung mit ausgeprägt psychopathischen Wesenszügen und ist zu 100% Rückfall-gefährdet.

      Das hat nichts mit der Justiz zu tun.
    Weitere Antworten anzeigen

Facebook verbietet Zürcher Schwulen-Werbung und krebst dann zurück

Das Zürcher Gesundheitszentrum für queere Menschen Checkpoint Zürich wollte zum Welt-AIDS-Tag ein Video auf Facebook bewerben, in dem sich unter anderen zwei Männer küssen. Facebook sagte nein. Zweimal. Bis sich watson einschaltete.

Nahaufnahme. Ein männliches Gesicht mit Bart. Der Mann schminkt sich. Schnitt. Eine blonde Frau, die ernst in die Kamera blickt. Schnitt. Zwei Männer, die sich küssen. Schnitt.

Das Video geht noch weiter, aber für die Verantwortlichen bei Facebook war an diesem Punkt wohl schon klar: Dieses Video ist nicht tragbar.

Und so verweigerte Facebook dem Checkpoint Zürich, einem Gesundheitszentrum für queere Menschen, dieses Filmchen als Werbung zu schalten. Begründung: «Das Video beinhaltet sexuelle …

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