Der erstmalige Einsatz der umstrittenen Suizidkapsel Sarco sorgt auch jetzt noch für Fragezeichen. Die Schaffhauser Staatsanwaltschaft ermittelt weiterhin – denn Florian Willet, Präsident der Sterbehilfe-Organisation The Last Resort, die den ersten Sarco-Einsatz koordiniert hatte, sitzt noch immer in Untersuchungshaft.
Zuletzt kursierten Gerüchte darüber, dass es bei jenem ersten Sarco-Einsatz Ende September zu vorsätzlicher Tötung kam. Auch watson hatte am Dienstagmorgen darüber berichtet. Grund für den Verdacht waren angebliche Würgespuren am Nacken der 64-jährigen Toten, die ein Forensiker gegenüber den Ermittlern am Telefon erwähnt habe. Dies legte die Vermutung nahe, dass die Sarco-Kapsel nicht wie gewünscht funktioniert habe und der inhaftierte Florian Willet «nachgeholfen» haben könnte.
Die Organisation The Last Resort weist die Anschuldigungen nun «entschieden zurück», wie es in einer Pressemitteilung heisst. Die Vorwürfe der vorsätzlichen Tötung seien «lächerlich und absurd».
Filmaufnahmen von zwei Kameras (eine im Sarco, eine ausserhalb) würden Folgendes zeigen:
Zudem sei der Sauerstoffgehalt aufgezeichnet worden, der in der Kapsel nachweislich bis weit nach dem Tod der Frau auf tödlichem Niveau geblieben sein soll. Es werde davon ausgegangen, dass auch der Staatsanwalt im Besitz des Filmmaterials sei. The Last Resort macht deutlich, dass sie «Vertrauen in die Schweizer Strafjustiz und die Rechtsstaatlichkeit» hätten.
Den Verdacht auf Verletzungen am Hals der toten 64-Jährigen könne The Last Resort nicht kommentieren, da die Organisation keinen Zugang zum vollständigen Autopsiebericht habe. Dieser werde unter Verschluss gehalten.
(hkl)