Schweiz
Justiz

Sarco: The Last Resort weist Vorwürfe der vorsätzlichen Tötung zurück

FILE - A 'suicide pod' known as 'The Sarco' is seen in Rotterdam, Netherlands, July 8, 2024. (AP Photo/Ahmad Seir, File)
In der Suizidkapsel Sarco nahm sich Ende September in der Schweiz erstmals jemand das Leben.Bild: keystone

The Last Resort weist Vorwürfe der vorsätzlichen Tötung bei erstem Sarco-Einsatz zurück

Florian Willet, Präsident der Sterbehilfe-Organisation The Last Resort, sitzt noch immer in Untersuchungshaft. Die Gründe dafür sind noch nicht ganz klar. Neuste Vorwürfe der vorsätzlichen Tötung weist die Organisation nun aber zurück.
29.10.2024, 16:4829.10.2024, 17:16

Der erstmalige Einsatz der umstrittenen Suizidkapsel Sarco sorgt auch jetzt noch für Fragezeichen. Die Schaffhauser Staatsanwaltschaft ermittelt weiterhin – denn Florian Willet, Präsident der Sterbehilfe-Organisation The Last Resort, die den ersten Sarco-Einsatz koordiniert hatte, sitzt noch immer in Untersuchungshaft.

Zuletzt kursierten Gerüchte darüber, dass es bei jenem ersten Sarco-Einsatz Ende September zu vorsätzlicher Tötung kam. Auch watson hatte am Dienstagmorgen darüber berichtet. Grund für den Verdacht waren angebliche Würgespuren am Nacken der 64-jährigen Toten, die ein Forensiker gegenüber den Ermittlern am Telefon erwähnt habe. Dies legte die Vermutung nahe, dass die Sarco-Kapsel nicht wie gewünscht funktioniert habe und der inhaftierte Florian Willet «nachgeholfen» haben könnte.

Die Organisation The Last Resort weist die Anschuldigungen nun «entschieden zurück», wie es in einer Pressemitteilung heisst. Die Vorwürfe der vorsätzlichen Tötung seien «lächerlich und absurd».

Filmaufnahmen von zwei Kameras (eine im Sarco, eine ausserhalb) würden Folgendes zeigen:

  • Die Frau soll den Sarco ohne fremde Hilfe betreten haben.
  • Die Frau soll den Deckel des Sarco ohne fremde Hilfe geschlossen haben.
  • Die Frau soll den internen Aktivierungsknopf selbst gedrückt haben.
  • Der Deckel des Sarco soll erst geöffnet worden sein, als die Spurensicherung am Tatort eintraf.

Zudem sei der Sauerstoffgehalt aufgezeichnet worden, der in der Kapsel nachweislich bis weit nach dem Tod der Frau auf tödlichem Niveau geblieben sein soll. Es werde davon ausgegangen, dass auch der Staatsanwalt im Besitz des Filmmaterials sei. The Last Resort macht deutlich, dass sie «Vertrauen in die Schweizer Strafjustiz und die Rechtsstaatlichkeit» hätten.

Den Verdacht auf Verletzungen am Hals der toten 64-Jährigen könne The Last Resort nicht kommentieren, da die Organisation keinen Zugang zum vollständigen Autopsiebericht habe. Dieser werde unter Verschluss gehalten.

(hkl)

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