Schweiz
Klima

Klimawandel: Bauern reichen beim UVEK Beschwerde ein

Bauern beklagen Untätigkeit des Bundes gegen Klimawandel

05.03.2024, 14:4105.03.2024, 17:05
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Landwirte, Winzer, Gemüse- und Obstbauer aus mehreren Kantonen fordern von den Behörden, dass sie alle notwendigen Massnahmen ergreifen, um die internationalen und nationalen Verpflichtungen der Schweiz zur Reduktion der Treibhausgasemissionen zu erfüllen. Sie haben beim Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) eine entsprechende Beschwerde eingereicht.

Die landwirtschaftlichen Vertreter, die das Netzwerk Klimaanwälte vertritt, kommen aus den Kantonen Zürich, Schwyz, Genf, Neuenburg und Waadt, wie aus einer Mitteilung vom Dienstag hervorgeht. Nach dem Abschmelzen der Gletscher sei die Landwirtschaft eines der ersten sichtbaren Opfer des Klimawandels, schreiben sie.

Die Klimaanwälte berufen sich auf einen Bericht der Eidgenössischen Ethikkommission für die Biotechnologie aus dem Jahr 2022. Daraus geht hervor, dass «mit häufigeren und längeren Trockenperioden im Sommer und Herbst zu rechnen ist, zu Zeiten, in denen die Temperaturen und der Wasserbedarf der Landwirtschaft hoch sind».

Salat im Regen bei der Firma Schlegel Gemuesebau, am Dienstag, 16. Mai 2023, in Buchs. Der andauernde Regen der vergangenen Wochen macht den Bauern zu schaffen. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Der Klimawandel macht den Bauern zu schaffen. (Symbolbild)Bild: keystone

Auf der Grundlage eines Berichts der Internationalen Energieagentur (IEA) weisen die Beschwerdeführer darauf hin, dass die Schweiz beim Ausstoss von Treibhausgasemissionen eines der unbefriedigendsten Länder der Welt ist. 14 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr stosse jeder Schweizer aus, im Vergleich zu 6 Tonnen im globalen Durchschnitt.

Die Schweiz erfülle damit keine ihrer internationalen oder nationalen Verpflichtungen im Klimabereich – und sei auch nicht auf dem Weg, diese zu erfüllen.

Die Beschwerdeführer machen geltend, dass das UVEK durch seine unzureichende Klimapolitik insbesondere ihre Wirtschaftsfreiheit und die Eigentumsgarantie gefährdet. Indem das UVEK keine ernsthaften Massnahmen ergreife, um die Bevölkerung vor dem Klimawandel zu schützen, schädige es die Rentabilität der Böden, die den Beschwerdeführern gehörten, hiess es in der Mitteilung. Die Bauern forderten das UVEK auf, alle notwendigen Massnahmen zu ergreifen, um solche Verletzungen ihrer Grundrechte zu unterbinden. (rbu/sda)

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95 Kommentare
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nur Ich
05.03.2024 15:36registriert August 2019
Nun, liebe "Landwirte, Winzer, Gemüse- und Obstbauern" bedankt euch bei euren Kollegen vom Bauernverband. Aber immerhin gut zu sehen, dass nicht alle Bauern in diesem Land ihre Augen vor der Realität verschliessen. Hoffentlich bringt es was bei Röstis UVEK Beschwerde einzulegen - so selbstherrlich wie er dieses führt. Die Richtung die das Departement seit Sommarugas Rücktritt eingeschlagen hat, ist einfach nur himmeltraurig.
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Holzkopf
05.03.2024 15:17registriert November 2017
Für alle, die vorerst irritiert waren: Es handelt sich hier nicht um den Bauernverband, der unsere Regierung korrumpiert.
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Phuphi
05.03.2024 15:29registriert Juni 2020
Langsam dämmerts wohl auch den Bauern dass die von dieser Seite her sonst gerne hochgelobte Volskpartei und ihre bürgerlichen Sinnesgenossen gar nicht im Sinne des Volkes handeln. Sie werden nur unterstützt damit Grosskonzerne wie z.B. Fernaco weiterhin gut daran verdienen können. Bauern dienen hierbei mehr als deren Spielball denn als ebenbürtige Partner. Das ist abee schon eine Weile so und hätte man auch schon früher bemerken können.
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