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Putins Meistergeiger Repin soll in Gstaad gewesen sein

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Putins Meistergeiger in Gstaad: Die SVP-Gemeindepräsidentin interessiert es nicht

Die Saaner SVP-Gemeindepräsidentin hat keine Meinung dazu, dass Vadim Repin beim Gstaader Winterfestival auftritt.
14.11.2025, 21:0414.11.2025, 21:04
Christian Berzins / ch media

Wie in dieser Zeitung Mitte Oktober berichtet, tritt Wladimir Putins Meistergeiger Vadim Repin im Januar am Festival «Les sommets musicaux de Gstaad» an einem Abend auf und wird dort eine Woche lang junge Geiger und Geigerinnen betreuen. Er ist ein Protagonist von Putins Musikreich, spielt oft in Moskau und leitet ein Winterfestival in Nowosibirsk, das vom Staat unterstützt wird: Putin grüsst jeweils aus dem Programmheft.

Kammerorchester des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks M
Der Geiger Vadim Repin - Protagonist in Putins Musikreich - kommt im Januar nach Gstaad.Bild: imago stock&people

Die Gemeinde Saanen bezahlt jährlich 170 000 Franken an das Winterfestival. Gemeindepräsidentin und Alphornspielerin Petra Schläppi war im Oktober noch unschlüssig, was sie zum Auftritt von Putins Geiger sagen sollte. Nun schreibt die SVP-Politikerin: «Die Programmgestaltung und Künstlerauswahl liegen ausschliesslich in der Verantwortung der Festivalleitung.» Und weiter meint sie: «Wir sind in diese Entscheidungen nicht eingebunden und äussern uns nicht zu politischen oder persönlichen Hintergründen von Künstlerinnen und Künstlern. Wenden Sie sich bitte an die Verantwortlichen des Festivals.»

Petra Schläppi , SVP-Gemeindepräsidentin von Saanen: «Wir äussern uns nicht zu politischen oder persönlichen Hintergründen von Künstlerinnen und Künstler.»
Petra Schläppi , SVP-Gemeindepräsidentin von Saanen: «Wir äussern uns nicht zu politischen oder persönlichen Hintergründen von Künstlerinnen und Künstler.»Bild: zvg

Das aber hatten wir gemacht. Die Festivalverantwortlichen – Direktorin Ombretta Ravessoud und der französische Geiger Renaud Capuçon – freuen sich auf den Gast. Ravessoud sagte: «Unser Publikum erwartet seine Ankunft mit Spannung.» Capuçon sagte über den Putin-Künstler: «Als Künstler für den Frieden bei der Unesco freue ich mich – ganz im Sinne des grossen Yehudi Menuhin – darauf, meinen Kollegen und Freund, den Geiger Vadim Repin, bei den Sommets Musicaux de Gstaad Ende Januar 2026 wiederzutreffen.»

Zurück zu Schläppi. Die nichtssagenden Worte kann man eigentlich nur dahingehend verstehen, dass die Gemeinde Saanen nicht mehr überprüft, was mit den öffentlichen Geldern passiert: Mal gesprochen, kann ein Festival mit den Subventionen machen, was es will. Es kann einladen, wen immer es will; es kann – im Falle von Kunst – zeigen, was es will. Es gibt keine Kontrollfunktion mehr: Der Künstler und sein Stiftungsrat bestimmen, was passiert. Dass es auch mit öffentlichem Geld gelingt, ist egal. Zumindest in Gstaad.

Bei Schläppi nachgefragt, ob ihre Haltung mit dem Gemeinderat abgesprochen sei, erhielten wir keine Antwort. Gibt es also Zustimmung? Im Rat sitzen Politiker der SVP, FDP und ein GLP-Vertreter.

Vielleicht sollte der Subventionsgeber seine Künstler bisweilen daran erinnern, wie politisch Musik ist. Wer auf eine subventionierte Bühne tritt, hat eine Verantwortung, kann nicht einfach nur Mozart und Beethoven spielen, danach die hohle Hand machen. Das Auditorium, ob es nun im Saal sitzt oder bloss Steuern bezahlt, ist eine Öffentlichkeit mit unterschiedlichen Meinungen.

In diesen Tagen stehen allabendlich Menschen mit ukrainischen Flaggen vor dem Opernhaus Zürich. Sie protestieren still dagegen, dass Anna Netrebko dort auftritt. Vor der Premiere hatte die ukrainische Botschafterin in einem offenen Brief auf Netrebkos Vergangenheit aufmerksam gemacht, den zahlreiche Politiker und Kulturschaffende unterschrieben hatten. Die Russin war bis zum Kriegsausbruch eine Exponentin von Putins Musikreich. Ob sich die Verantwortlichen in Gstaad auch noch freuen, wenn Ähnliches in ihrem Nobelort passiert? (aargauerzeitung.ch)

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