meist klar-1°
DE | FR
27
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Schweiz
Kommentar

Kommentar: Transparenz und Information sehen anders aus

Nora Kronig, BAG-Vize (links), und Bundesrat Alain Berset (Mitte) lieferten am Freitag einen schwachen Auftritt.
Nora Kronig, BAG-Vize (links), und Bundesrat Alain Berset (Mitte) lieferten am Freitag einen schwachen Auftritt.Bild: keystone
Kommentar

«Komplette Transparenz und Information» im Impfstreit sieht anders aus

Bundesbern lieferte in einem kritischen Moment der Impf-Diskussion einen schwachen Auftritt. Ein Kommentar zur letzten Pressekonferenz des Bundesrats.
12.03.2021, 20:05

Die Ankündigung von BAG-Vizedirektorin Nora Kronig im watson-Interview war vielversprechend: «Um die Impfbereitschaft weiter zu erhöhen, setzen wir auf komplette Transparenz und Information.»

Davon ist nach dieser Woche wenig übrig geblieben.

Da war etwa die Diskussion über eine Impfstoff-Produktionslinie im Wallis, die der Bund abgelehnt haben soll. Losgelöst wurde die Debatte von einem Tamedia-Artikel, in dem dies als Tatsache dargestellt wurde und auch die BAG-Vizedirektorin Stellung nehmen konnte. Die Reaktion kam prompt: Es wurden Rücktritte und sogar eine Parlamentarischen Untersuchungskommission gefordert.

Und was macht Bundesbern? Über 40 Stunden lang nichts.

Bundesrat Alain Berset lieferte erst heute ein halbherziges Dementi und meinte, er hätte den Artikel über die angeblich abgelehnte Impfstoff-Produktionslinie gar nicht gesehen.

Ähnlich unglaubwürdig kommunizierte BAG-Vizedirektorin Kronig. Es ging um den Pharmakonzern Johnson & Johnson, der das Gesuch für seinen Impfstoff bei den Schweizer Behörden längst deponiert hatte. Der Bund entschied sich aber, das Vakzin nicht zu bestellen. Offiziell, weil der Impfstoff erst im dritten Quartal geliefert werden könne.

Video: youtube

Was Kronig nicht kommentieren wollte: Die EU-Staaten kriegen den Impfstoff bereits nächsten Monat. Insider begründen dies damit, dass die Schweiz schlicht zu spät dran war und jetzt halt das Nachsehen habe.

Sowas ärgert während einer Pandemie. Aber es ist so: Ab und zu setzt man auf das falsche Pferd. Fehler passieren.

Verziehen werden sie aber nur dann, wenn man – wie ursprünglich angekündigt – «komplette Transparenz und Information» liefert. Besonders in heiklen Themenbereichen wie der Impf-Frage, wo die Gesundheit der Gemeinschaft auf das Vertrauen und Freiwilligkeit jedes Individuums setzt.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

27 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Barth Simpson
12.03.2021 21:12registriert August 2020
Bei allem Respekt! Ich würde zu diesem Thema gerne kompetente Stimmen von Lonza und Moderna kennen. Nur die Antwort von BR Berset ist mir zu einseitig.

Petar, ich möchte Dich darum ermutigen am Thema dran zu bleiben.
20628
Melden
Zum Kommentar
avatar
PlayaGua
12.03.2021 20:58registriert August 2019
Das mit Johnson&Johnson ist unglaublich. Seit ca. 3 Monaten heisst es, man sei am Verhandeln. Kein Wunder, dass man dann auf einmal das Nachsehen hat.
17921
Melden
Zum Kommentar
avatar
Kaoro
13.03.2021 10:22registriert April 2018
Schon peinlich wenn sogar Corona Verleugner Boris Johnson uns beim Impfen überholt. Die letzten Pannen beim BAG machen einen nachdenklich. Lonza/Moderna exklusive Produktionslinie, Johnson/Johnson Bestellung, TaskForce Kommunikation.
3911
Melden
Zum Kommentar
27
So verteilt sich der Bundesrat ++ Rösti: «Ich bin nicht der grosse Hirsch in Sprachen»

Die Bundesräte werden von der Vereinigten Bundesversammlung – also von National- und Ständerat – und nicht direkt vom Volk gewählt. In einem ersten Wahlgang schreiben die Parlamentarier ihre gewünschten Namen auf den Wahlzettel. Dabei dürfen auch Kandidatinnen gewählt werden, die nicht von einer Partei vorgeschlagen wurden.

Zur Story