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Nora Kronig, BAG-Vize (links), und Bundesrat Alain Berset (Mitte) lieferten am Freitag einen schwachen Auftritt.
Nora Kronig, BAG-Vize (links), und Bundesrat Alain Berset (Mitte) lieferten am Freitag einen schwachen Auftritt.
Bild: keystone
Kommentar

«Komplette Transparenz und Information» im Impfstreit sieht anders aus

Bundesbern lieferte in einem kritischen Moment der Impf-Diskussion einen schwachen Auftritt. Ein Kommentar zur letzten Pressekonferenz des Bundesrats.
12.03.2021, 20:05

Die Ankündigung von BAG-Vizedirektorin Nora Kronig im watson-Interview war vielversprechend: «Um die Impfbereitschaft weiter zu erhöhen, setzen wir auf komplette Transparenz und Information.»

Davon ist nach dieser Woche wenig übrig geblieben.

Da war etwa die Diskussion über eine Impfstoff-Produktionslinie im Wallis, die der Bund abgelehnt haben soll. Losgelöst wurde die Debatte von einem Tamedia-Artikel, in dem dies als Tatsache dargestellt wurde und auch die BAG-Vizedirektorin Stellung nehmen konnte. Die Reaktion kam prompt: Es wurden Rücktritte und sogar eine Parlamentarischen Untersuchungskommission gefordert.

Und was macht Bundesbern? Über 40 Stunden lang nichts.

Bundesrat Alain Berset lieferte erst heute ein halbherziges Dementi und meinte, er hätte den Artikel über die angeblich abgelehnte Impfstoff-Produktionslinie gar nicht gesehen.

Ähnlich unglaubwürdig kommunizierte BAG-Vizedirektorin Kronig. Es ging um den Pharmakonzern Johnson & Johnson, der das Gesuch für seinen Impfstoff bei den Schweizer Behörden längst deponiert hatte. Der Bund entschied sich aber, das Vakzin nicht zu bestellen. Offiziell, weil der Impfstoff erst im dritten Quartal geliefert werden könne.

Video: youtube

Was Kronig nicht kommentieren wollte: Die EU-Staaten kriegen den Impfstoff bereits nächsten Monat. Insider begründen dies damit, dass die Schweiz schlicht zu spät dran war und jetzt halt das Nachsehen habe.

Sowas ärgert während einer Pandemie. Aber es ist so: Ab und zu setzt man auf das falsche Pferd. Fehler passieren.

Verziehen werden sie aber nur dann, wenn man – wie ursprünglich angekündigt – «komplette Transparenz und Information» liefert. Besonders in heiklen Themenbereichen wie der Impf-Frage, wo die Gesundheit der Gemeinschaft auf das Vertrauen und Freiwilligkeit jedes Individuums setzt.

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