Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
A woman surfs on the the airbnb website, pictured in Zurich, Switzerland, on September 4, 2014. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Nur gerade 0,6 Prozent der Schweizer Bevölkerung vermietet Wohnungen oder Häuser über Plattformen wie Airbnb. Bild: KEYSTONE

«Die Schweiz ist zu reich»: Warum Uber, Airbnb und Co. unbeliebte Arbeitgeber sind

Erstmals zeigt eine Studie, wie häufig die Schweizer Bevölkerung über Airbnb, Uber und Co. ihre Brötchen verdient. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur ein Bruchteil arbeitet für internetbasierte Plattformen. Die Trendforscherin Karin Frick erklärt, warum das so ist und was es für den grossen Boom bräuchte.



Per App ein Taxi bestellen oder ein hübsches Apartment für den Wochenendtrip buchen: Uber und Airbnb haben sich auch hierzulande einen Namen gemacht. Doch mithilfe der Plattformen Geld verdienen? Davon lassen Herr und Frau Schweizer lieber die Finger.

Das zeigt eine erstmalige Untersuchung* des Bundesamt für Statistik. Nur gerade 1,6 Prozent der 15 bis 89-Jährigen gaben zum Zeitpunkt der Befragung an, im letzten Jahr eine Wohnung über Airbnb vermietet, Taxi-Dienste geleistet oder Waren über eine Plattform verkauft zu haben.

Blickt man genauer hin, führt der Warenverkauf die Liste an: 0,8 Prozent der befragten Schweizerinnen und Schweizer verkaufen vielleicht hin- und wieder Dinge per App. Dicht dahinter folgt die Vermietung von Zimmer oder Wohnung über Plattformen wie Airbnb (0,6 %). Nur gerade 0,1 Prozent der Befragten hat bereits Taxidienste geleistet.

Bild

bild: bfs

Karin Frick, Trend- und Zukunftsforscherin beim Gottlieb Duttweiler Institut, überrascht das wenig. «Die Schweiz ist zu reich. Solange es genug besser bezahlte Jobs gibt, wird sich ein Fahrdienst wie beispielsweise Uber hierzulande kaum etablieren.»

Viele der Sharing-Economy-Plattformen seien aus der Not, nicht aus der Lust heraus geboren, erklärt Frick. «Der ökonomische Druck gibt oft den ersten Impuls, beispielsweise das eigene Zimmer oder Auto zu vermieten.» In der Schweiz sei dieser Druck zu klein.

Die Studie vom Bundesamt für Statistik unterstreicht Fricks Aussage: 51,2 Prozent der Befragten sieht die Plattformen lediglich als zusätzliche Verdienstmöglichkeit. Nur ein Bruchteil fand keine reguläre Stelle und entschied sich deshalb für eine Plattformdienstleistung.

Bild

bild: bfs

Auch der mit Uber, Airbnb und Co. verdiente Zustupf ist bescheiden: 2019 belief sich das jährliche Bruttoeinkommen aus Plattformdienstleistungen auf 5849 Franken pro Person. Auf den Monat runter gerechnet sind das folglich 487 Franken.

«Plattformen wie Uber haben viel Goodwill verspielt, weil die Leute unter teils prekären Bedingungen und auf eigenes Risiko für das Unternehmen arbeiten sollen.»»

Karin Frick, Trendforscherin Gottlieb Duttweiler Institut

Die Sharing-Angebote seien aber grundsätzlich eine gute Sache. «Sie verkörpern den Trend hin zu einem bewussteren Konsum», sagt Frick, fügt aber hinzu: «Plattformen wie Uber haben aber viel Goodwill verspielt, weil die Leute unter teils prekären Bedingungen und auf eigenes Risiko für das Unternehmen arbeiten sollen.»

Damit tatsächlich mehr Schweizerinnen und Schweizer mit Uber, Airbnb und Co. Geld verdienen, müsste sich vor allem deren Struktur ändern, so die Trendforscherin: «Diese Plattformen dürften sich nicht mehr als Monopolisten im Markt platzieren und die gesamten Gewinne kontrollieren und einstreichen.»

Der Fahrdienstvermittler Uber baut wegen der Corona-Krise Tausende Arbeitsplätze ab. (Archivbild)

Nur ein Bruchteil der Schweizerinnen und Schweizer haben je für Uber oder ähnliche Plattform-Angebote gearbeitet. Bild: AP

Frick sieht grosses Potential in Sharing-Plattformen mit einer genossenschaftlichen Struktur. «Die Plattform würde dann lediglich die technische Infrastruktur bereitstellen, der Profit würde aber gleichmässig unter den Mitarbeitenden aufgeteilt werden.»

Gut möglich, dass sich solche Angebote in Zukunft formen werden. Denn die Idee des Teilens habe extrem Potenzial, sagt Frick. «Das sieht man beispielsweise auch in der Fashion-Branche. Der ökologische Druck, Kleidung zu tauschen und so länger zu nutzen, anstatt neu zu kaufen, steigt.»

*zur Studie

Die Schweizerische Arbeitskräfteerhebung 2019 erhielt zum ersten Mal ein Modul zur internetbasierten Plattformarbeit. 11'500 Personen mit Wohnsitz in der Schweiz wurden dazu befragt. Die Arbeitsformen sind sehr schwach verbreitet und schwer abzugrenzen. Die vom BfS präsentierten Ergebnisse sind als Schätzungen zu betrachten (beispielsweise liegt das Konfidenzintervall für den Anteil der Bevölkerung, der Plattformarbeit leistet [Schätzung: 0,4%], zwischen 0,3 und 0,5%).

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

10 einzigartige Airbnbs, die auch du mieten kannst

Torontos berüchtigte Fuchsfamilie bringt Kanadier zum Durchdrehen

Play Icon

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

50
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
50Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rudolf_k 23.05.2020 11:56
    Highlight Highlight Ja genau. Eine Genossenschaft soll eine solche App betreiben. Wie es heraus kommt, wenn Hobby-Informatiker bei einem Staatsbetrieb etwas ähnliches ausprobieren, sieht man ja bei Publibike bestens...
  • Ökonometriker 23.05.2020 07:05
    Highlight Highlight Ich verstehe nicht, warum Uber nicht wie alle anderen Arbeitgeber auch Sozialleistungen bezahlen muss. Wenn hier fair gerechnet würde, würde sich die Sache eventuell auch lohnen. Jetzt braucht man eine Taxi-Lizenz. Und die besorgt man sich nicht, weil man mal ein paar Wochen arbeitslos ist und zu viel Zeit hat. http://ni
  • So en Ueli 22.05.2020 13:05
    Highlight Highlight Ich verwende Uber einzig und alleine, weil ich per App ein "Taxi" bestellen kann. Falls unsere Schweizer Taxiunternehmungen eine gemeinsame App hätten, bräuchte ich Uber nicht. Zudem ist inzwischen jedem klar, dass bei solchen Diensten die Arbeitsbedingungen unter aller Sau sind. Der Konsument in der Schweiz interessiert sich idR schon dafür, wie eine Unternehmung zu seinen Angestellten ist. Uns ist es im Gegensatz zu den Amis nicht scheissegal, ob jemand zu richtig miesen Bedingungen angestellt sind. Klar sind wir nicht perfekt, aber immerhin besser als die Amis.
  • El Vals del Obrero 22.05.2020 12:08
    Highlight Highlight Warum soll das ernüchternd sein? Ich finde das positiv.

    Will man unbedingt eine Scheinselbstständig-Prekariatswirtschaft und nur noch brutaler Markt bei den Wohnungen (wie lange dauert es wohl, bis der Vermieter dann einem rausschmeisst und die Wohnung selbst teurer auf Air-BNB vermietet?).

    Wenn man das will, kann man ja in die USA auswandern.

    Nicht alles, bei welchem man das Buzz-Word "digital" anhängen kann ist automatisch gut und erstrebenswert.

    Die Bedeutung des Wort "share" (= teilen) müsste mal auch mal nachschlagen. Damit hat vielleicht Coachsurfing zu tun, sicher aber nicht AirBNB.
  • SeboZh 22.05.2020 10:48
    Highlight Highlight Ich dachte Uber sei ja kein Arbeitgeber sondern lediglich Plattform Betreiber...
  • Watsianer 22.05.2020 09:07
    Highlight Highlight Keine Angst Uber & Konsorten, der Reichtum wird wohl für die Breite Masse nicht mehr von langer Dauer sein.
  • Avocados diaboli 22.05.2020 08:40
    Highlight Highlight "Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur ein Bruchteil arbeitet für internetbasierte Plattformen."

    Das ist nicht ernüchternd. Jedenfalls weder für die Studienmacher*innen (denen ist das Ergebnis egal), noch für die Journalistin (kann ich ir echt nicht vorstellen) oder die Schweizer*innen. Höchstens für die ausbeuterischen Unternehmen.

    Das kann man ja kaum noch Artikel nennen, ist schon fast Werbung für Selbstausbeutung.
  • rodolofo 22.05.2020 08:31
    Highlight Highlight Geht das überhaupt, ZU reich zu sein?
  • ghawdex 22.05.2020 00:08
    Highlight Highlight "warum das so ist und was es für den grossen Boom bräuchte"
    Hoffentlich wird dieser Boom auch weiterhin ausbleiben.
  • Lilamanta 21.05.2020 22:06
    Highlight Highlight Kapiere es nicht.

    Denn:

    Niemand fährt Uber weil er etwas teilen will. Wieso soll das Sharing Economy sein?

    Niemand mietet ein Airbnb, weil er denkt, er könne so einen Hotelneubau verhindern. Wo ist da die Sensibilisierung für den Konsum?


    Und niemand arbeitet, wenn er seine Wohnung vermietet. Kein Wunder arbeitet kaum jemand in der Schweiz für Airbnb.

    Ich dachte, sharing hiesse teilen. Es heisst aber im Zusammenhang mit Uber arbeiten und im Zusammenhang mit Airbnb vermieten.

    Ich glaube, die Studie war Geldverschwendung.

    • Dominik Treier 22.05.2020 01:51
      Highlight Highlight Der Begriff Sharingeconomy ist tatsächlich ein Euphemismus. Mit Teilen als Nebenverdienst hat er meist wenig zu tun. Eher damit das einige Konzerne ihre Macht als Mittler nutzen um die ohne Geld, ohne Möglichkeit des Widerspruchs ausbeuten zu können.

      Desshalb sage ich ja auch schon lange die Sicherung eines bedingungslosen Existenzminimums gehört auf Kosten derer, die am meisten verdienen und von diesen Systemen profitieren in Staatshand.

      Ich glaube auch das faire Verhandlungen zwischen Vertragspartnern besser sind als unendliche Regulierungen aber ist das ohne gemeinsame Grundlage möglich?
  • glointhegreat 21.05.2020 21:18
    Highlight Highlight Ich bin nicht zu reich. Nur weil man keinen ausbeuter job machen muss ist man noch lange nicht zu reich.
    • lilie 21.05.2020 21:53
      Highlight Highlight @glointhegreat: Der ganze Artikel ist irgendwie merkwürdig formuliert. 🤦‍♀️
    • trio 22.05.2020 11:35
      Highlight Highlight Aus Sicht von Über, Airbnb etc. gesehen sind wir zu reich und lassen uns desshalb schlecht ausbeuten.
      Grundsätzlich ist es ja eine tolle Idee und wurde auch bei uns funktionieren wenn es den fair aufgebaut ist.
  • M.A.S.H2020 21.05.2020 20:44
    Highlight Highlight Ist doch gut so, warum sollten wir uns auch mit so Ausbeuterbetrieben, die sich nicht an unsere Gesetze halten wollen, abgeben.
  • Dominik Treier 21.05.2020 19:23
    Highlight Highlight Das zeigt dich nur eines. Wenn man mit allen Mitteln verhindert, dass die Menschen gezwungen sind jeden Dreck zu miesesten Konditionen zu machen, geht es ihnen gut.
  • Statler 21.05.2020 18:35
    Highlight Highlight Ich hab' noch nie Uber benutzt, gerade weil die Arbeitsbedingungen so schlecht sind. Das wird von mir schlicht boykottiert.
    Die sog. «sharing economy» wird von Firmen wie Uber einfach nur pervertiert und dazu benutzt, Leute die in monetär prekären Verhältnissen leben, auszubeuten. Moderne Sklaventreiberei ist das, nicht mehr und nicht weniger.
    • Dominik Treier 21.05.2020 19:27
      Highlight Highlight Die sharingeconomy muss sklaventreiberei sein, solange es weniger niedrig qualifizierte Arbeiter als Arbeitskräfte gibt, also eigentlich immer, oder wir keine bedingungslose Existenz haben.

      So lange Menschen gezwungen sind alles für ihr finanzielles Überleben zu tun haben solche Firmen, die such noch Kapital daraus schlagen Erfolg.
    • Dominik Treier 21.05.2020 19:43
      Highlight Highlight Und nein mit besser bezahlter Arbeit lässt sich dieses Problem nicht lösen, denn auch dort gilt grundsätzlich, dass der mit Geld bestimmt. Wenn mir HR-Fachleute sagen, dass bei ihnen das Lohnbudget schon lange vorher bestimmt werde und man das entweder nehme oder Pech habe, sagt doch dass alles über "Lohnverhandlungen" aus. Wir brauchen Gesammtarbeitsverträge, Regulierungen bis zum Umfallen und Mindestlöhne, die viel Bürokratie bringen und trotzdem gibt es auch in def Schweiz prekäre Arbeitsverhältnisse.
    • Dominik Treier 21.05.2020 19:45
      Highlight Highlight Es sind wenige weil die Schweiz aufgrund günstiger Entwicklungen, Stabilität und Sicherheit reich ist und Firmen zum Discountpreis anlockt und weil hier solche Dinge nicht immer auf Gegenliebe stossen.
      Aber gefeilt sind wir nicht.
  • blueberry muffin 21.05.2020 18:11
    Highlight Highlight Wieso ist das Ergebnis genau ernüchternd? Ist doch positiv, dass wenige bei Ausbäutern arbeiten.
    • lilie 21.05.2020 20:35
      Highlight Highlight @blueberry: Dachte ich auch. Fazit des Artikels: Wir sollten dringend dafür sorgen, dass es in der Schweiz mehr Menschen gibt, die in solch prekären Lebensverhältnissen leben, dass sie lieber zu Hungerlöhnen und ohne soziale Absicherung Billigstdienstleistungen anbieten, als auf der Strasse zu landen.

      Wahrscheinlich gibt es bald eine gross angelegte Kampagne zu diesem Thema, damit die Schweiz nicht etwa noch den Anschluss an die Welt verpasst in diesem Punkt.

      Vielleicht sollten wir gezielte Verwahrlosungshilfe* aus den USA annehmen.🤦‍♀️

      *Gegenteil von Entwicklungshilfe
    • Vecchia 22.05.2020 10:46
      Highlight Highlight "dass es in der Schweiz mehr Menschen gibt, die in solch prekären Lebensverhältnissen leben, dass sie lieber zu Hungerlöhnen und ohne soziale Absicherung Billigstdienstleistungen anbieten, als auf der Strasse zu landen."

      Gibt es längst. Allerdings sind die jetzt trotzdem fast auf der Strasse.

      Habe gestern auf RTS eine Reportage gesehen. 100te von Nannys und Haus"angestellte" teilw. "sans Papier" und ohne soziale Absicherung wurden wegen Corona und Homeoffice in Genf einfach rausgeschmissen. Kein Lohn mehr, Kinder zu Hause, die nicht mehr in der Schule essen können...
    • lilie 22.05.2020 11:36
      Highlight Highlight @Vecchia: Es geht darum, wie die Leute ihren normalen Lebensunterhalt bestreiten, nicht um eine vorübergehende Notsituation.

      Bei uns gibts sehr viele Hilfsangebote für die Leute. Das Interesse, dass niemand auf der Strasse landet, ist gross. Das wird auch so bleiben.

      In Amerika aber leben ganze Gesellschaftsschichten dauerhaft in Verhältnissen, die sie anfällig macht auf "Heilsversprechungen" von solchen Firmen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DerRaucher 21.05.2020 17:30
    Highlight Highlight In der Schweiz wird Uber doch auch kaum genutzt. Und jetzt sagt mir nicht das sei wegen den schlechten Konditionen der Arbeitnehmer. Das juckt nämlich sonst auch nicht. Ich denke einfach das es hier einen schwerden stand hat, weil man sich mit neuem hier allgemein schwer tut. Aus Bequemlichkeit bestellt man weiterhin ein teures Taxi als sich die Alternative anzusehen. In den USA Ferien war Uber für mich super. Da geht man auch ganz anders damit um. Es hat sich in der Gesellschaft etabliert.
    • Dageka 21.05.2020 17:55
      Highlight Highlight Im Autoparadies USA ist der ÖV aber auch praktisch inexistent.
    • Donald 21.05.2020 19:08
      Highlight Highlight @Dageka
      Nicht überall.
    • Dominik Treier 21.05.2020 19:33
      Highlight Highlight In den USA machen sich auch die wenigsten Gedanken, wie es Menschen geht, die das machen müssen, denn immerhin hat man ja die bekannte Ausrede man lebe ja in einem "freien Land" in dem jeder machen kann was er will.

      Da liegt auch der grösste fehler im Kapitalismus begraben, in der Ansicht man müsse sich eben dem anpassen was nachgefragt werde und das sei ja jedem möglich. Die Menschen sind nicht gleich. Nicht jeder kann und will alles machen, hat nur schon die Möglichkeit und ist gleich gut darin und desshalb hinterlässt dieses System so viele Verlierer. Es ist wider der menschlichen Natur.
  • Gawayn 21.05.2020 17:14
    Highlight Highlight Es freut mich die Mehrheit der kritischen Stimmen.
    Die klar erkennen, das man Uber oder Airbnb nicht als valable Arbeitsgeber sehen kann.

    Das man diese Ausbeuter weder dienen noch ihre Dienste nutzen will.

    Nicht weil man sich besseres leisten kann, sondern aus sozialem Gewissen.
    Weder für Arbeiter noch dem Staat gut.

    Geben wir diesen Ausbeutern in der Schweiz keine Chance!
    Das solche "Ökonomie Experten" sich für diese Ausbeuter aussprechen, ist nur widerlich!
    Sollen die doch für diese Sklaventreiber arbeiten!
  • stadtzuercher 21.05.2020 17:10
    Highlight Highlight Ja, unmoralische und ausbeuterische Wirtschaftsmodelle funktionieren nur dort, wo viele Menschen in Not oder Armut leben.
    • Dominik Treier 21.05.2020 21:46
      Highlight Highlight Dem kann ich leider nicht ganz zustimmen Stadtzürcher, denn diese Arbeitsmodelle funktionieren auch in der Schweiz, nur eben nur in kleinem Rahmen, womit vor allem solche ausländischen Big Player Probleme haben. Das haben wir aber mehrheitlich unserer relativ glücklichen Wirtschaftlichen Situation zu verdanken, die für den Grossteil der Menschen eine Arbeit zu halbwegs annehmbaren Konditionen anbieten kann.

      Ein System das workingpoor aber verhindert oder sie vom Arbeitszwang und Machtverhältnissen befreit haben wir nicht. Es gibt weniger solche Fälle aber eher aus Glück denn Vorsatz.
  • Lightning makes you Impotent (LMYI) 21.05.2020 16:53
    Highlight Highlight Dazu muss man gar nicht viel sagen. Zu Reich und die beschriebenen Pseudo Arbeitgeber zu unattraktiv!! Weshalb sollte man dafür arbeiten? Macht man eine Analyse, verdienen zu 99% die Unternehmen, die Ihre Mitarbeitenden ausnützen.
  • Hansdamp_f 21.05.2020 16:41
    Highlight Highlight "Die Schweiz ist zu reich, um Uber zu nutzen??

    Nein, Uber nutze ich nicht, weil es ein unmoralisches Business-Modell ist, wobei Kunden und Uber gewinnen und alle anderen inkl. Staat verlieren.
    • 7immi 21.05.2020 17:43
      Highlight Highlight @hansdampf
      Wobei der Staat auch von den Kunden mitfinanziert wird, womit schlussendlich nur Uber gewinnt...
    • Hansdamp_f 21.05.2020 19:05
      Highlight Highlight @7immi:

      Stimmt halbwegs. Aber nur, weil die Kunden auch Steuerzahler sind.

      Aber die Kunden sind auch "Gewinner" - in ihren Augen zumindest - , da sie bei Uber einen tieferen Preis bezahlen als beim regulären Taxi und sie fühlen sich angezogen von mehr "Transparenz" und oftmals saubereren Autos. Das Business Modell ist Ihnen dabei egal.
  • Barracuda 21.05.2020 16:20
    Highlight Highlight Sharing-Angebote haben oftmals wenig mit bewusstem Konsum zu tun, wie das hier geschrieben steht.
  • Neruda 21.05.2020 16:20
    Highlight Highlight Uber und Co sind auch keine Sharing-Angebote sondern Ausbeutungs-Angebote. Wer arbeitet denn z. B. für Foodora? Genau, Ausländer die neu im Land sind und die Sprache noch nicht können.
    • Dominik Treier 21.05.2020 19:36
      Highlight Highlight Wenn niemand mehe gezwungen wäre für das Existenzminimum zu arbeiten hätten wir keines dieser Probleme.

      Diese Probleme gibt es nur aufgrund von Machtverhältnissen des Geldes wegen. Wer zahlt bestimmt und wer kein Geld hat, es sich nicht leisten kann nein zu sagen, hat auch keine Verhandlungsbasis uns zieht immer den Kürzeren.
  • M.A.S.H2020 21.05.2020 16:12
    Highlight Highlight Welcher ökologische Druck? Im Gegenteil, Mode ist sehr billig und vorallem als Wegwerfware vorhanden, es wird sehr günstig angeboten, damit man möglichst viel verkaufen kann und immer nach der neuesten Mode gekleidet ist.
  • Garp 21.05.2020 16:01
    Highlight Highlight Teilen ist ja eine gute Idee. Uber und Airbnb (auch inzwischen), geht es nicht ums Teilen.
    Alle Probleme dieser beiden und andern Unternehmen werden ausgeblendet. Viele Uber Fahrer und Boten, leben von der Hand in den Mund, man sieht in andern Ländern welche Probleme das verursacht. Es unterhöhlt auch den Sozialstaat. Viele Freelancer, das geht in die gleiche Problematik, vernachlässigen die Altersvorsorge.
  • Beat Stocker 21.05.2020 15:51
    Highlight Highlight Wenn die Verdienstmöglichkeiten nur die des Prekariats sind, muss man sich nicht wundern, wenn auch nur das Prekariat sie nutzt. Wer gesteht sich schon ein, dass er auf der untersten Stufe angekommen ist, wenn er eigentlich noch arbeitsfähig (im psychologischen Sinne) ist?
  • namib 21.05.2020 15:36
    Highlight Highlight Von wegen Trend hin zu bewussterem Konsum...Wer bewusst konsumiert, dem ist es nicht egal, wie schlecht zum Beispiel die Uber Fahrer gestellt sind. Gerade deshalb verzichte ich auf Uber🤷🏻‍♂️
  • c_meier 21.05.2020 15:34
    Highlight Highlight "... wird sich ein Fahrdienst wie beispielsweise Uber hierzulande kaum etablieren."

    könnte auch mit dem sehr dichten ÖV zusammenhängen, dass es Uber und auch Fernbusse sehr schwer haben
    • Dominik Treier 21.05.2020 19:24
      Highlight Highlight Und beides ist von mir aus gesehen eher ein grosser Gewinn und Glück als ein Verlust.
    • Joseph Dredd 22.05.2020 11:33
      Highlight Highlight Nicht zu vergessen die gesetzlichen Grundlagen, die privates "Täxele" praktisch verunmöglichen sowie die heftige Gegnerschaft klassischer Taxiunternehmen, die ihr Monopol gefährdet sehen.
    • Dominik Treier 22.05.2020 16:32
      Highlight Highlight Wie gesagt Joseph Dredd. Wir bräuchten keine einzige solche Regulierung wenn die Sicherung einer bedingungslosen Existenz vom Staat für einen jeden garantiert werden müsste, denn ohne Arbeitszwang muss sich auch niemand ausnützen lassen. Heute aber sieht die Realität leider ganz anders aus. Ich bin auch für weniger Regulierung aber ohne eine gemeinsame Verhandlungsbasis, nämlich derjenigen, dass beide Seiten in etwa gleich interessiert an einem Geschäft und in gleichem Masse darauf angewiesen sind, oder besser eben nicht, sehe ich schwarz.
  • Miicha 21.05.2020 15:31
    Highlight Highlight Gibt wohl auch eher wenige 15-jährige die schon eine Wohnung besitzen...
  • Mafi 21.05.2020 15:24
    Highlight Highlight Das zeigt leider wieder einmal, das Uber & Co aufgrund der Misere von Menschen profitieren...

Nach 2 Monaten in Isolation: Wie mein Omi ihren Lebensmut verloren hat

Ein Sturz zwang meine 86-jährige Grossmutter in den verhassten Rollstuhl und ins Altersheim. Nachdem sie ihr Leben lang für ihre Selbstständigkeit gekämpft hat, bedeutete das die ultimative Kapitulation. Dann kam der Lockdown.

Ich mache mir Sorgen.

Ich mache mir Sorgen um meine Grossmutter und um ihre Generation. Um fast 100’000 Personen in der Schweiz, die derzeit in einem Alters- oder Pflegeheim leben. Die rund um die Uhr betreut werden, weil die Beine nicht mehr richtig wollen, das Aufstehen Mühe bereitet. Und der Kopf auch. Weil die Erinnerungen kommen und gehen, wie sie wollen.

Seit dem 16. März befinden sich diese Menschen in Isolation. Sie gelten in der Coronakrise als besonders gefährdet. Dringt das Virus in …

Artikel lesen
Link zum Artikel