«Kassensturz» testet Light-E-Bikes: Das sind die besten leichtgewichtigen Elektro-Velos
E-Bikes können schwer und sperrig sein. Gerade im Stadtverkehr setzen daher viele noch immer lieber auf klassische Muskelkraft ohne elektrische Unterstützung. In den letzten Jahren erfreuen sich jedoch sogenannte Light-Assist-E-Bikes immer grösserer Beliebtheit.
Die Elektrovelos sind dabei, wie es der Name schon sagt, deutlich leichter als herkömmliche E-Bikes. Sie bieten eine Tretunterstützung von bis zu 25 Kilometer pro Stunde und können daher auch ohne Kontrollschild gefahren werden.
Zusammen mit dem Touring Club Schweiz (TCS) und der Fachzeitschrift «Velojournal» hat der «Kassensturz» von SRF nun acht solcher Light-E-Bikes auf ihre Alltagstauglichkeit getestet. Das günstigste Velo im Test kostet 2835 Franken, das teuerste 4690 Franken. Im TCS-Testlabor sowie im Alltagstest auf der Strasse wurden die Fahrräder in den Kategorien Reichweite und Antrieb, Sicherheit, Qualität und Fahrgefühl auf ihr Können getestet.
Günstigstes Modell konnte am wenigsten überzeugen
Besonders im Bereich der Reichweite zeigten sich grosse Unterschiede, wie «Kassensturz» berichtet: Die kürzeste Distanz betrug 35 Kilometer, die längste 59 Kilometer. Abzüge gibt es bei vielen Modellen betreffend Einstellmöglichkeiten und Verarbeitung einzelner Komponenten.
Mit 57 von 100 möglichen Punkten und dem Gesamturteil Genügend belegt das E-Bike Sneak-Plus des deutschen Herstellers Rose den letzten Platz im Ranking. Während das leichteste und günstigste Bike im Test mit rund 59 Kilometern die längste Distanz mit einer Akkuladung zurücklegt, scheitert es beim Anfahren am Berg. Da das Rose-Bike ein sogenanntes Fixi ist, also nur über einen Gang verfügt, überrascht dies den TCS-Experten Sandro Capun jedoch nicht. Weitere Abzüge gibt es für fehlende Rückstrahler sowie ein zu helles, blendendes Vorderlicht.
Light-E-Bikes liegen im Trend
Alle getesteten Modelle wiegen zwischen 16 und 22 Kilo. Testleiter Stefan Eichenberg vom TCS spricht gegenüber «Kassensturz» von einem klar zu erkennenden Trend: «Man wollte lange immer stärkere Motoren, mehr Wattstunden und mehr Reichweite. Die Bikes sind immer grösser geworden und jetzt haben wir eine neue Art von E-Bikes, mit denen man zwar auch relativ weit kommt, aber mit leichter Unterstützung, und die eher im städtischen Raum gefahren werden.»
Den zweiten und dritten Platz im Test teilen sich das Modell District-E1 des Herstellers Bixs sowie das E-Bike Citylite:On der Marke Canyon. Beide erreichten 67 von 100 Punkten. Das Bixs-Bike überzeugte gemäss «Kassensturz» vor allem durch eine qualitativ hochwertige Verarbeitung, Abzüge gab es für den Antrieb. Die Tretunterstützung setzte gemäss den TCS-Experten erst relativ spät ein. Das schwerste Bike im Test, das Modell von Canyon, konnte in diesem Bereich mehr überzeugen. Besonders positiv bewerteten TCS und «Kassensturz» die Motorleistung des E-Bikes.
Testsieger überzeugt durch Reichweite und gutes Fahrgefühl
Testsieger ist das Modell Nulane Hybrid C:62 Race 400X von Cube. Das Fahrrad, das sich preislich im Mittelfeld bewegt, ist mit 16,5 Kilogramm eines der leichtesten im Test und verfügt gemäss «Kassensturz» über eine hohe Reichweite. Besonders positiv wurde von den Testpersonen auch das Fahrgefühl bewertet.
Testleiter Stefan Eichenberg erklärt abschliessend gegenüber «Kassensturz», dass das Wichtigste beim Kauf eines E-Bikes die Probefahrt sei. Auch eigne sich nicht jedes Bike für jede Alltagssituation, wie der Test mit dem Fixie von Rose zeigte. Falls das E-Bike dennoch online bestellt werden soll, empfiehlt Stefan Eichenberg, auf Marken zu setzen, die lokale Fahrradgeschäfte auch im Angebot führen, um bei allfälligen Reparatur- oder Servicearbeiten eine Ansprechperson zu haben. (jul)
Hier die gesamte Rangliste:
- Cube Nulane Hybrid C:62 Race 400 X FE
Preis: 3399 Franken
Bewertung: 72/100, Gesamturteil gut - Bixs District-E1
Preis: 3390 Franken
Bewertung: 67/100, Gesamturteil gut - Canyon Citylite:ON
Preis: 2998.90 Franken
Bewertung: 67/100, Gesamturteil gut - Schindelhauer Emil
Preis: 4690 Franken
Bewertung: 66/100, Gesamturteil gut - Ampler Curt
Preis: 3970 Franken
Bewertung: 64/100, Gesamturteil gut - Cresta E-Largo
Preis: 3098 Franken
Bewertung: 63/100, Gesamturteil gut - Asfalt GT2
Preis: 4290 Franken
Bewertung: 61/100, Gesamturteil gut - Rose Sneak-Plus
Preis: 2835 Franken
Bewertung: 57/100, Gesamturteil genügend
