Schweiz
Konsum - Detailhandel

Coop: Detailhändler macht 2025 höheren Gewinn und Umsatzrekord

Coop erzielt 2025 Umsatzrekord und will Prix-Garantie-Sortiment ausbauen

17.02.2026, 09:3717.02.2026, 13:16

Coop hat im vergangenen Jahr mehr Umsatz gemacht und auch mehr verdient. Für die Zukunft zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich - trotz des zunehmenden Preiskampfs.

Die Detailhandelsgruppe erwirtschaftete 2025 einen um 3,6 Prozent höheren Reingewinn von 606 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der Betriebsgewinn EBIT ging hingegen um 5,9 Prozent auf 840 Millionen Franken zurück, was nicht zuletzt auf höhere Abschreibungen zurückzuführen war.

Umladevorgang von Gueter vom Zug auf einen Lastwagen bei der Eroeffnung des Eisenbahn-Hubs in Zuerich, am Freitag, 7. November 2025 in Zuerich. Coop beliefert neu auch ueber 70 Verkaufsstellen in der  ...
Der Detailhändler hat 2025 einen höheren Umsatz als im Vorjahr gemacht.Bild: keystone

Wie bereits im Januar verkündet, wuchs der Umsatz währungsbereinigt insgesamt um 2,3 Prozent auf 35,5 Milliarden Franken. Zulegen konnte die Genossenschaftsgruppe dabei bei den Supermärkten, den Fachformaten sowie im Grosshandel und der Produktion.

«Dieser Umsatz ist eine neue Höchstleistung», sagte Coop-CEO Philipp Wyss an der Medienkonferenz in Dietikon. Der Detailhandel stehe in der Schweiz unter Druck und der Wettbewerb sei noch nie so intensiv gewesen wie heute.

Philipp Wyss, Vorsitzender der Geschaeftsleitung Coop, posiert fuer ein Portrait wahrend einem Medienanlass zur Eroeffnung des Eisenbahn-Hubs in Zuerich, am Freitag, 7. November 2025 in Zuerich. Coop  ...
Philipp Wyss, der Coop CEO.Bild: keystone

Dennoch entwickle sich Coop in «allen Bereichen» positiv: «Wir haben überall Marktanteile gewonnen», so Wyss. Ausserdem seien neue Kundinnen und Kunden dazugekommen.

Für das laufende Jahr zeigt sich das Unternehmen daher gut aufgestellt: «In der derzeit komplexen politischen Weltlage blickt Coop optimistisch in die Zukunft», schreibt Coop.

Detailhandel unter Druck

Tatsächlich steht der Detailhandel hierzulande derzeit unter Druck. «In der Schweiz gibt man immer weniger aus für Lebensmittel», sagte der Coop-Chef. Und die Zahlungsbereitschaft gehe weiter nach unten.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, senkt der Detailhändler einerseits die Preise. «Wir haben im vergangenen Jahr bei 1900 Artikeln die Preise reduziert», so Wyss. Auch dieses Jahr will das Unternehmen Preissenkungen durchführen, die das Ergebnis mit rund 100 Millionen Franken belasten.

Zum anderen bemüht sich das Unternehmen, die Kosten tief zu halten. «Von 100 Franken Umsatz bleiben uns etwa 33 Franken für Personal, Mieten, Logistik, Betriebskosten und Steuern. Übrig bleiben als Gewinn 1 Franken und 80 Rappen.»

Coop will Prix-Garantie-Sortiment weiter ausbauen

Coop plant in den kommenden Jahren einen Ausbau seiner Discounter-Produktlinie Prix Garantie. Wie CEO Philipp Wyss an der Bilanzmedienkonferenz erklärte, ist das Geschäftssegment im vergangenen Jahr um 7,5 Prozent gewachsen. Dieses Wachstum soll in den nächsten Jahren sowohl beim Umsatz als bei der Produktauswahl weitergeführt werden.

Mittelfristig plant der Detailhändler, seine Tiefpreis-Eigenmarke auf 1800 bis 2000 Produkte auszubauen, insbesondere wegen des wachsenden Drucks durch ausländische Discounter und den damit verbundenen Preiskämpfen.

Aktuell umfasse die Linie rund 1500 Produkte. Bereits heute findet sich laut dem Detailhändler in jedem dritten Coop-Einkaufskorb ein Prix-Garantie-Produkt.

Kein Gedanke an Rücktritt

Das Margenpotenzial ist also begrenzt und die Konkurrenz wächst - auch durch die Markteintritte von Discountern aus dem Ausland. Zudem kaufen viele Schweizerinnen und Schweizer im naheliegenden Ausland ein, um Kosten zu sparen.

Trotzdem sieht sich Coop gut aufgestellt, um auch 2026 weiter wachsen zu können. «Ich blicke optimistisch in die Zukunft», so CEO Wyss.

Medienberichte rund um einen möglichen baldigen Rücktritt wies der 60-Jährige bestimmt zurück: «Ich habe noch einige Ziele!» Für die nächsten paar Jahre denke er nicht daran, zurückzutreten. (awp/sda)

Coop bekommt Babymilch-Skandal nur indirekt zu spüren
Coop hat den Skandal um mit dem Giftstoff Cereulid verunreinigte Säuglingsnahrung nur indirekt gespürt. «Sobald wir von den betroffenen Markenherstellern informiert wurden, haben wir die Produkte aus dem Sortiment genommen», sagte Coop-CEO Philipp Wyss am Dienstag an der Bilanzmedienkonferenz in Dietikon. «Wir haben aber keinen Absatz verloren», so der Konzernchef. Es habe lediglich eine Verlagerung auf Produkte gegeben, die nicht vom Rückruf betroffen waren, wie etwa die Coop-Eigenmarken. Zuletzt mussten unter anderem Nestlé, Danone und Lactalis bestimmte verunreinigte Chargen zurückrufen. Die Stiftung Konsumentenschutz kritisierte den Rückruf in der Schweiz als verspätet. (awp/sda)
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