So sieht die Zürcher Bahnhofstrasse in Zukunft aus
Die 1,4 Kilometer lange Zürcher Bahnhofstrasse ist nicht nur die teuerste Strasse der Schweiz, sondern belegt gemäss dem Ranking «Main Streets Across the World» von Cushman & Wakefield auch weltweit den siebten Platz der teuersten Einkaufsstrassen. Die Mieten können bis 13'000 Franken pro Quadratmeter betragen.
Inzwischen seien fast die Hälfte aller Geschäfte an der Bahnhofstrasse sogenannte Mono-Brand-Flagships, also Filialen einer Luxusmarke, wie der Tages-Anzeiger berichtet. Während immer mehr internationale Brands an die Einkaufsmeile ziehen, sinkt der Anteil einheimischer Geschäfte – von 35 Prozent im Jahr 2012 auf heute noch 7 Prozent.
Zu den betroffenen Traditionsgeschäften zählen etwa Franz Carl Weber, Landolt-Arbenz, Türler Uhren und Schmuck sowie der Blumenladen Marsano. Auch die Chronometrie Beyer gab kürzlich ihre Schliessung bekannt – nach fast 150 Jahren an der Bahnhofstrasse.
Der Wandel zu einer zunehmend von globalen Brands geprägten Bahnhofstrasse spiegelt sich auch in aktuellen Standortverschiebungen wider:
- Apple wechselt den Standort Mitte 2027 und zieht an die Lintheschergasse, direkt neben den Globus. Zuvor waren dort die Modegeschäfte Bayard und Schild. Die Filiale soll rund 2'000 Quadratmeter umfassen und damit zu den grössten Apple-Flagship-Stores in Europa zählen.
- Chanel zieht um und verdoppelt seine Geschäftsfläche um mehr als 60 Quadratmeter.
- Swatch zieht ins ehemalige Modehaus Grieder beim Paradeplatz.
- Sephora zieht in die ehemaligen Räumlichkeiten der niederländischen Pflegemarke Rituals.
- Tiffany verlegt seinen Standort in den ehemaligen Chanel-Store.
- Visilab eröffnet eine Filiale in den Räumlichkeiten des ehemaligen Schmuckgeschäfts Les Ambassadeurs.
- Der Pariser Parfumhersteller Diptyque zieht ins ehemalige Geschäft des Unterwäsche-Labels Agent Provocateur an der Bärengasse.
- Schmuck- und Piercinggeschäft Giada Ilardo verlässt die Bahnhofstrasse und eröffnet am Rennweg einen Pop-up-Store.
Unklar bleibt, was mit dem Modissa-Gebäude geschieht, das seit 2022 immer wieder von Pop-up-Stores genutzt wird. «Die beiden Erbinnen der Immobilie verlangen eine entsprechende Miete und warten, bis jemand bereit ist, diese zu bezahlen», sagt Immobilienexperte Marc C. Riebe gegenüber dem Tages-Anzeiger. (cst)
