Schweiz
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Art Basel: Politische Kunst, aber keine Zeit für schlechte Stimmung



The artwork

Die Installation «Accumulation: Searching for Destination» des Japaners Chiharu Shiota bei der Art Basel.
Bild: KEYSTONE

Auf der Weltmesse Art Basel, die am Donnerstag fürs Publikum eröffnet wird, spiegeln die Künstler die Krisen der Welt wider. Von schlechter Stimmung kann bei Galerien und Käufern jedoch keine Rede sein.

Alte Koffer, die in der Luft schweben und auf das Thema Heimat und Identität anspielen. Schachteln mit Fotos des türkischen Urlaubsstrandes, an dem der Flüchtlingsjunge Alan Kurdi im vergangenen September tot aufgefunden wurde.

Die auf der Art Basel ausgestellten Werke spiegeln die schwierigen Themen der Welt wider. In Zeiten von Krieg, Terrorismus und Flüchtlingskrise sind viele starke politische Arbeiten dabei, wie der Art Basel-Chef Marc Spiegler ankündigte.

So kritisch war die Art Basel schon lange nicht mehr. Doch trotz aller Krisen, die heute die Welt erschüttern, herrscht in den Messehallen inmitten der Stadt Hochstimmung. Sammler und VIPs zeigen sich kauffreudig wie eh und je.

The artwork

Die Art Basel zeigt die Arbeit «Ascenseur» der Brasilianerin Laura Lima.
Bild: KEYSTONE

epa05367208 An installation (2015) by Albanian artist Anri Sala is on display at the international art show Art Basel, in Basel, Switzerland, 15 June 2016. The exhibition is open to the public from 16 to 19 June.  EPA/GEORGIOS KEFALAS

Albanische Kunst von Anri Sala.
Bild: EPA/KEYSTONE

Zahlreiche Werke trugen schon am Dienstag den roten Punkt, der signalisiert, dass das Kunstwerk verkauft ist. Das breite Publikum kann die Gemälde, Skulpturen, Installationen und Fotografien auf der Art Basel ab Donnerstag entdecken. Die Messe dauert bis Sonntag.

Nur die Besten werden zugelassen

Insgesamt nehmen 286 Galerien aus 33 Ländern an der weltweit bekanntesten Messe für Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts teil. Mehr als 800 Kunsthändler haben sich um einen Stand beworben. Ausgewählt wurden wie immer die Grossen der Branche.

Über 90 Prozent der Aussteller sind Stammgäste. Gute Galerien würden nicht aus dem Boden schiessen, sagte Spiegler der Deutschen Presse-Agentur. Die Professionalität der Galeristen und die Qualität der Werke seien wichtige Kriterien.

Die Art Basel hat schon immer auf sichere Werte gesetzt. «Wir leben in unsicheren Zeiten. Solche Zeiten verlangen eine noch stärkere Messe», führte Spiegler weiter aus. Die Qualität der historischen Arbeiten sei deshalb noch höher als im vergangenen Jahr.

epa05364952 The artwork

Das Werk «930-7 Strip» des Deutschen Gerhard Richter.
Bild: EPA/KEYSTONE

epa05367030 Visitors in the background look at the artwork 'Gli' (Wall) (2010) by Ghanaian artist El Anatsui, on display at the show Unlimited in the context of the international art show Art Basel, in Basel, Switzerland, 15 June 2016. Unlimited is Art Basel's exhibition platform for projects that transcend the limitations of a classical art-show stand, including out-sized sculpture and paintings, video projections, large-scale installations, and live performances. Unlimited is curated by New York-based curator Gianni Jetzer. The Art Basel exhibition is open to the public from 16-19 June 2016.  EPA/GEORGIOS KEFALAS

«Gli» (Mauer) vom Ghanaer El Anatsui. Bild: EPA/KEYSTONE

Und so schmücken auch dieses Jahr wieder die Klassiker der Moderne die Nischen – jedoch vorwiegend in Papierform. Denn die Malereien von Pablo Picasso, Henri Matisse oder Max Ernst werden auf dem Kunstmarkt immer seltener.

Gesellschaftskritik im Grossformat

Die legendäre New Yorker Galerie St.Etienne, die auf deutschen und österreichischen Expressionismus spezialisiert ist, wartet mit Zeichnungen in Tinte, Tusche und Bleistift von Ernst Ludwig Kirchner auf. Grossformatige Malereien des 2010 verstorbenen Sigmar Polke hingegen sind bei David Zwirner zu entdecken.

Damien Hirst, Albert Oehlen, Miquel Barceló oder Juan Muñoz: zeitgenössische Stars der Kunstszene, die auf der Art Basel dieses Jahr prominent vertreten sind. Auch Ai Weiwei, chinesischer Künstler und Regimekritiker, ist dabei. Sein Holzhaus in Tempelform thront in dem Messesektor «Unlimited», in dem überdimensionale Werke präsentiert werden. Mit 88 Arbeiten ist der Sektor so gross wie nie.

Dort stehen einige der beeindruckendsten gesellschaftskritischen Arbeiten wie «Accumulation: Searching for Destination» von Chiharu Shiota. Die Künstlerin, die zwischen Berlin und Japan pendelt, webt in ihre Riesennetze Menschen und Objekte ein. Ihre in Basel schwebenden Koffer stellen die Frage nach Herkunft und Identität.

Was Identität anhand von Ausdruck und Bewegung bedeutet, thematisiert auch der Amerikaner Tony Oursler in seiner Installation: «Template / variant / friend / stranger»: Holzporträts, hinter denen Videogeräte durch Öffnungen menschliche Augen und Münder projizieren.

(sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 15.06.2016 23:58
    Highlight Highlight Die zeitgenössische Kunst hat nichts zu tun mit Qualität. Die zeitgenössische Kunst ist nicht irdisch. Sie ist auf ihrem eigenen, abgehobenen Planeten: nämlich auf dem Planeten des Kapitals. Dort dreht sie sich im Kreis - zusammen mit dem Goldenen Kalb - um sich selber herum. Das ist okay. Das ist nicht illegal. Warum ist das nicht illegal? Weil die Gesetze von den Mächtigen gemacht werden. Genau gleich wie die Mafia ist die Kunst - seit ihren vorhistorischen Anfängen - immer schon im Luderbett mit den Mächtigen.
  • Spooky 15.06.2016 20:05
    Highlight Highlight Bei den Künstlern haben heutzutage nur noch die Scharlatane das Sagen.

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