Schweiz
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Gurlitt-Erbe ins Kunstmuseum Bern

Jüdischer Weltkongress begrüsst Berner Gurlitt-Entscheid und stellt eine Forderung

Der Präsident des Jüdischen Weltkongress (WJC), Ronald Lauder, ruft Schweizer und deutsche Museen zur Überprüfung ihrer Sammlungen auf Raubkunst aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges auf. Er spricht von einer grossen Verantwortung für das Kunstmuseum Bern.

Lauder begrüsste am Montag den Entscheid des Kunstmuseums Bern, die Hinterlassenschaft des im Mai verstorbenen Cornelius Gurlitt nur unter der Bedingung zu akzeptieren, dass NS-Raubkunstwerke ausgeschlossen werden und die Sammlung eingehender Prüfung unterzogen wird.

Er forderte eine sofortige Veröffentlichung der Liste aller Kunstwerke, die Gurlitt hinterlassen habe. «Wir brauchen volle Transparenz in der Überprüfung ihrer Herkunft. Nichts sollte nach Bern geschickt werden, bevor es nicht richtig geprüft ist», sagte der WJC-Präsident.

Die «toxischen Teile» dieser Sammlung seien von einem «führenden Kunsthändler von Nazis» zusammengestellt worden, zu Lasten von Juden und von deutschen Museen. Sie müssten an ihre rechtmässigen Besitzer zurückgehen oder deren Erben entschädigt werden.

Ronald Lauder, President of the World Jewish Congress speaks during an interview with The Associated Press  in Berlin, Saturday, Sept. 13, 2014. Lauder is warning that European voters risk giving their countries a bad name by electing far-right politicians and says he is worried that Islamic extremists are trying to “use all means” to stir up hatred. Berlin on Sunday will host a  rally against anti-Semitism, which comes after tensions over the Gaza conflict spilled over into demonstrations in Europe that saw anti-Jewish slogans and violence.  (AP Photo/Markus Schreiber)

Ronald Lauder, Präsident Jüdischen Weltkongress.  Bild: Markus Schreiber/AP/KEYSTONE

Durch die Annahme der Gurlitt-Hinterlassenschaft habe das Kunstmuseum eine grosse Verantwortung übernommen, sagte Lauder. Während der Nazi-Zeit sei die Schweiz ein wichtiger Handelsplatz für Raubkunst gewesen.

Bis jetzt hätten viele Schweizer Museen gezögert, sich mit diesem dunklen Teil ihrer Geschichte zu befassen. «Bern kann nun beweisen, dass seine Handlungen über jeden Zweifel erhaben sind», mahnte der WJC-Präsident.

Er forderte auch andere Museen auf, eine gründliche Überprüfung ihres Bestandes in Bezug auf Raubkunst durchzuführen. Die 1998 gefassten «Washingtoner Prinzipien» zur Rückgabe von Raubkunst aus dem Zweiten Weltkrieg müssten rigoros angewendet werden.

Der Jüdische Weltkongress (WJC) vertritt nach eigenen Angaben die jüdische Gemeinde in 100 Ländern gegenüber Regierungen, Parlamenten und internationalen Organisationen. (feb/sda)



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    Alle Leser-Kommentare
  • Hugo Wottaupott 25.11.2014 19:46
    Highlight Highlight soso das besitzanspruchsklärungsmuseum bern..... wieviele MIO. muss man da in die hände nehmen? (dafür wäre doch good old GER zuständig?)
    0 1 Melden
  • Flaco 25.11.2014 09:48
    Highlight Highlight Ich bin der Meinung, dass das Museum in Bern einen kapitalen Fehler gemacht die Bilder anzunehmen.
    Alle werden jetzt mit irgendwelchen imaginären oder justifizierbaren Gründen kommen und einen Teil des Kuchens beanspruchen .
    Am Schluss wird das Museum, und somit Bern und die Schweiz wiedereinmal durch den Dung gezogen.
    Ganz zu Schweigen von den Kosten die anfallen und die Steuerzahler wieder an die Kasse gebeten werden.
    Zudem erhält Bern jetzt schon am Meisten Ausgleichsgelder vom "Überschuss" der "reichen" Kantonen um sich über Wasser halten zu können. Da braucht es nicht noch ein Risiko. :-(
    4 4 Melden
  • Howard271 25.11.2014 09:17
    Highlight Highlight Eine mutige Entscheidung des Kunstmuseums in Bern, welches nun die Chance hat, in diesem Thema voranzugehen und neue Standards zu setzen - auch bezüglich anderer Raubkunst.
    4 1 Melden

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