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Der Bund warnt vor heftigen Gewittern am Freitag. Auch am Samstag werden vereinzelte Regenschauer erwartet. Die aktuellen Geschehnisse im Liveticker.
12.07.2024, 20:5113.07.2024, 07:29
In der Schweiz hat sich die Lage nach Unwettern und starken Niederschlägen am frühen Samstag beruhigt. Laut MeteoNews werden 21 bis 24 Grad Celsius erwartet.
Unwetter im Süden Deutschlands haben für vollgelaufene Keller, überflutete Strassen und Verkehrsbehinderungen wegen umgefallener Bäume gesorgt. Betroffen waren Teile Bayerns sowie Gebiete in Oberbayern und Schwaben.
Wie ein Polizeisprecher in Kempten sagte, waren die Strassen teilweise weiss vor Hagelkörnern. Zwischen 18.00 Uhr und Mitternacht am Freitag wurden der Polizei etwa 320 unwetterbedingte Einsätze gemeldet, wie der Sprecher sagte.
Der Schwerpunkt lag demnach in den Bereichen Ost- und Oberallgäu sowie dem Westen des Landkreises Lindau am Bodensee. Die Nachfolgeeinsätze wie das Abpumpen der Keller zogen sich noch bis in die Nacht hinein.
Zwischen 19.00 Uhr und Mitternacht habe es am Freitag im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd etwa 230 Einsatzlagen aufgrund des Unwetters gegeben, sagte ein Sprecher in Rosenheim. Schwerere Einsätze waren demnach aber nicht dabei. Auch hier habe es hauptsächlich vollgelaufene Keller und Bäume gegeben, die auf Strassen und teilweise auch auf Gleise gefallen seien. Verletzte wurde keine gemeldet. (sda/dpa)
Über der Schweiz haben sich rund 20'000 Blitze entladen. Spitzenreiter mit rund 2'600 Blitzen ist der Kanton St. Gallen, gefolgt von Zürich, Tessin, Luzern und Graubünden, schreibt Meteonews.
Die Einsatzkräfte im Kanton Tessin mussten aufgrund von Gewittern in der Nacht auf Samstag nicht ausrücken. Schäden waren am frühen Samstagmorgen keine bekannt, wie ein Sprecher der Kantonspolizei Tessin auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.
Es lägen keine Informationen zu Einsätzen der Feuerwehr oder Polizei wegen des Gewitters vor, sagte ein Sprecher der Tessiner Kantonspolizei.
Am Freitagabend gab es im Tessin Gewitter mit starkem Regen und Wind. In Magadino TI in der Nähe von Locarno registrierte das Bundesamt für Klimatologie und Meteorologie (Meteoschweiz) 37,1 Millimeter Regen in zehn Minuten. Schweizweit war das der dritthöchste Wert seit Messbeginn, wie Meteoschweiz in der Nacht auf Samstag über den Nachrichtendienst X mitteilte. Der Wind fegte mit 106 Kilometern pro Stunde über die Gemeinde. (sda)
In Magadino TI sind bei Gewittern am Freitag 37,1 Millimeter Regen in zehn Minuten gefallen. Schweizweit war das der dritthöchste Wert seit Messbeginn, wie der Bund mitteilte.
Der Wind fegte mit 106 Kilometern pro Stunde über die Gemeinde Magadino in der Nähe von Locarno, wie das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (Meteoschweiz) in der Nacht auf Samstag über die Plattform X mitteilte.
Auf dem Monte Generoso wurden Windgeschwindigkeiten von 116 Kilometern pro Stunde gemessen, wie die Grafik von Meteoschweiz zeigte. Ab 118 Kilometern pro Stunde spricht man von einem Orkan. Windspitzen von über 100 Kilometern pro Stunde wurden demnach neben dem Tessin auch auf dem La Dôle VD und auf dem Moléson FR gemessen.
Der Bund hatte seit Donnerstag vor Unwettern gewarnt. Er ging von Gewittergefahr bis in der Nacht auf Sonntag aus. (sda)
Der Bund hat für das Tessin die Gefahrenstufe 4 (gross) ausgerufen. Für mittlere und kleine Gewässer besteht Hochwassergefahr.
Für Freitagabend gilt in der Stadt Zürich eine Unwetterwarnung. Für das Züribiet gilt laut MeteoSchweiz die Gefahrenstufe drei. Es wird empfohlen, Gewässer und für Blitzschlag exponierte Orte zu meiden.
Wie «20 Minuten» berichtet, ist gar ein Blitz im Gebäude des Hauptbahnhofs Zürich eingeschlagen. Das bestätigt auch ein Blick auf die Blitzkarte von «Kachelmannwetter.com». Der Blitz hat laut der Seite kurz vor 17 Uhr eingeschlagen.
In Zollikon soll es derweil zu starkem Hagel gekommen sein, wie der «Blick» unter Berufung auf Leserreporter vermeldet. (zor/zueritoday.ch)

Warnungen werden vor allem den Süden der Schweiz ausgesprochen (nördliches Tessin und in Teilen des Bündnerlands). Dort herrscht Unwetterpotential, der Bund ruft die Gefahrenstufe vier («grosse Gefahr möglich») aus. Auch MeteoNews warnt vor Unwetter am Freitag. Reisende in den Süden sollten sich also wappnen.
Für Freitag sind in der Schweiz mehrheitlich wiederholte und teils kräftige Schauer und Gewitter angesagt. Laut Niederschlagsradar kommt es am frühen Nachmittag bei Basel über Zürich bis Chur zu ersten Niederschlägen.
Unwetterschäden auf bis zu 200 Millionen Franken geschätzt
Die Unwetter von Mitte Juni bis Anfang Juli 2024 haben in der Schweiz versicherte Gesamtschäden von 160 bis 200 Millionen Franken verursacht. Davon geht der Schweizerische Versicherungsverband aus, wie er am Donnerstag mitteilte. Die Schäden werden von der gesetzlichen Elementarschadenversicherung gegen Naturgefahren getragen. Davon am meisten betroffen seien die Kantone Wallis und Tessin, teilte der Schweizerische Versicherungsverband (SVV) weiter mit. Die Unwetter der vergangenen Wochen hatten dort grosse Verwüstungen angerichtet. Die Privatversicherer würden die Unwetter als schweres Ereignis einstufen. Das Schadensausmass sei vergleichbar mit dem Hagelereignis im Tessin vom 25. August 2023. Die provisorische Schadensbilanz umfasse nur gemeldete versicherte Schäden an Gebäuden, Hausrat und Geschäftsinventar, teilte der SVV, dem laut eigenen Angaben rund siebzig private Versicherungen angehören, weiter mit. Nicht berücksichtigt sind demnach unversicherte Schäden sowie Infrastrukturschäden. (sda)
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