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ARCHIV - ZUR NO BILLAG-INITIATIVE STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - The building in which the studio Leutschenbach of the Swiss Radio and Television broadcaster SRF is stationed, photographed in Leutschenbach, Zurich, Switzerland, on December 20, 2017. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Womöglich der zukünftige Arbeitsort vieler SRF-Mitarbeiter aus Bern: Die SRF-Studios in Zürich Leutschenbach. Bild: KEYSTONE

«Salamitaktik ist durchschaubar» – SRG beginnt mit Umsiedlung von Sendern nach Zürich

Bei den Umzugsplänen von Schweizer Radio SRF sind erste Pflöcke eingeschlagen worden. Der Nachrichtensender SRF 4 News soll nach Zürich verlegt werden. Der Verein Pro Idée Suisse bezeichnet die Pläne der SRG als «Salamitaktik».



Im September 2018 kam die Hiobsbotschaft aus dem Leutschenbach: Der SRG-Verwaltungsrat entschied, das SRF Radiostudio in Bern mit seinen 180 Vollzeitstellen nach Zürich zu verlegen. Nach harscher Kritik und politischem Druck krebste SRF-Direktorin Nathalie Wappler zurück: Im Juni dieses Jahres hiess es, dass lediglich ein Teilumzug stattfinden werde.

Als erstes trifft es nun vermutlich den 24-Stunden-Nachrichtensender SRF 4 News. Die Innovationsabteilung und das Newsteam, das unter anderem die Sendung «Heute Morgen» produziert, sollen laut einer gut informierten Quelle nach Zürich verlegt werden. Davon betroffen sind zwischen 30 und 70 Mitarbeiter. Definitiv entschieden wird laut SRF-Angaben bis Ende Jahr.

«Die Salamitaktik der SRG ist durchschaubar. Hoffentlich lässt sich die Politik von der SRG-Spitze nicht für dumm verkaufen.»

Béatrice Wertli, Verein Pro Idée Suisse

Pro Idée Suisse kritisiert Salamitaktik

Für Béatrice Wertli vom Verein Pro Idée Suisse, der sich für eine vielfältige Schweizer Medienlandschaft einsetzt, ist der Fall klar: «Die Salamitaktik der SRG ist durchschaubar. Hoffentlich lässt sich die Politik von der SRG-Spitze nicht für dumm verkaufen.» Für Wertli versucht die SRG den Umzug von Bern nach Zürich nun «unter dem Deckel» durchzubringen. «Die Medienvielfalt leidet. Zudem ist die Morgenzeit wohl die zukunftsträchtigste Radiozeit. SRF 4 macht genau diese Morgensendungen – Bern wird mit dem Wegzug die Radiozukunft abgeschnitten.»

Wertli fordert, dass die Politik nun genug Druck macht, dass sich die SRG-Spitze «wirklich und nicht nur pro forma und halbherzig zum Radiostandort Bern bekennt.»

Ungewisse Zukunft

Auch die Stimmung bei den SRF-Mitarbeitern in Bern ist gedrückt. Man wolle endlich Gewissheit, heisst es aus gut informierten Kreisen. Viele hätten zudem Angst vor dem schleichenden Abbau in Bern. Obwohl die Hintergrundsendungen «Echo der Zeit», «Rendez-vous» und das Tagesgespräch weiterhin in der Bundesstadt produziert werden, fürchte man sich in Bern vor der Bedeutungslosigkeit.

Die Mehrheit sei zwar erleichtert, dass nicht alles nach Zürich verlegt werde, doch man blicke ungewiss in die Zukunft. Bis 2024 will die SRG 50 Prozent ihrer Mittel in den digitalen Bereich stecken. Dafür baut sie extra ein digitales Audiozentrum in Zürich Leutschenbach. Die Leutschenbacher Radio Hall wird gemäss SRF-Audiostrategie zum zentralen Entwicklungs- und Produktionsstandort für digitale Angebote. Welche Bedeutung der Standort Bern dann noch hat, bleibt offen.

Mit Material von der sda

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