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Schweizer Umfrage: Jede zweite Journalistin im Job belästigt



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Journalistin
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Symbolbild. pixabay

Bei einer Umfrage unter Medienschaffenden in der Schweiz hat jede zweite teilnehmende Journalistin von sexueller Belästigung im Job berichtet. 244 Frauen und 34 Männer waren von mindestens einem Vorfall betroffen. Besonders gefährdet waren Berufseinsteigerinnen.

Die am Samstag publizierte Umfrage zu Belästigung und Sexismus am Arbeitsplatz führte Tamedia durch. Angeschrieben wurden 3429 Medienschaffende in der Deutschschweiz und der Romandie, 755 Personen aus TV, Radio, Print und Online aus allen grossen Medienhäusern machten mit.

Die anonym durchgeführte Online-Umfrage ist nicht repräsentativ, sie umfasst gemäss Tamedia allerdings Hunderte detailliert beschriebene Fälle. Frühere Umfragen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) und von Amnesty International zum Thema lieferten bei der Zahl der Betroffenen teils tiefere Quoten.

In der Studie berichteten 244 Frauen (53 Prozent) und 34 Männer (11 Prozent) von sexuellen Übergriffen oder Belästigungen bei der Arbeit. Eine Medienschaffende wurde laut ihren Angaben im Büro vergewaltigt, eine andere zu einer ungewollten sexuellen Handlung gezwungen. Als Beschuldigte nannten die Teilnehmerinnen häufig Vorgesetzte und Externe, etwa Interviewpartner wie Politiker oder Manager.

Sexistische Sprüche

Die überwiegende Mehrheit der betroffenen Journalistinnen gab an, Ziel von verbaler Belästigung wie anzüglichen Bemerkungen oder sexistischen Sprüchen gewesen zu sein. In drei Dutzend Fällen kam es gar zu Belästigung mit Körperkontakt wie Anfassen der Brust oder am Po. Die Befragten beschrieben zudem mehrere Dutzend Fälle von aufdringlichem Nachstellen etwa per SMS oder E-Mail oder von sexueller Belästigung ohne Körperkontakt. In vielen Fällen ging es um Annäherungsversuche, bei denen teils von Vorgesetzten Vorteile versprochen oder Nachteile angedroht wurden.

Von 200 antwortenden Frauen gaben 158 an, mit Arbeitskollegen, Freundinnen oder der Familie über die Vorfälle gesprochen zu haben. 27 sprachen demnach mit niemandem darüber. Nur 15 Frauen meldeten sich laut eigenen Angaben bei Fachstellen oder der Polizei. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Turi 08.06.2019 13:08
    Highlight Highlight Ich fühle mich von den meisten Texten feministischer Journalistinnen auch sexuell belästigt.
    Und weil einzig zählt was ich fühle, würde ich jetzt auch zu den 50% gehören.
  • wolge 08.06.2019 12:59
    Highlight Highlight Wir sollten sehr genau unterscheiden zwischen „sich belästigt fühlen“ (subjektiv) und belästigt werden (objektiv)...

    Will heissen: Sicherlich „fühlen“ sich viel mehr Frauen als Männer belästigt. Ob jedoch viel mer Frauen als Männer belästigt „werden“ ist eine ganz andere Frage
  • ostpol76 08.06.2019 11:07
    Highlight Highlight Einfach nur krass. Ich hoffe es passiert ihnen nichts schlimmeres im Leben und sie können diese harten Schicksalschläge verarbeiten.
  • dääd 08.06.2019 10:33
    Highlight Highlight Nach diversen #MeToos und Studien einmal mehr: Im Westen leben wir gar nicht in einer dermassen gleichgestellten Gesellschaft, wie wir es gerne hochhängen...(her mit den Blitzen!)
    • P. Silie 08.06.2019 11:10
      Highlight Highlight Wieso nicht gleichgestellt? Die Frau hat die Möglichkeite ihre Vorwüfe vor Gericht zu bringen, den Übeltäter anzuzeigen.. Viel Spass beim Versuch das in einem Gericht in Riad oder Teheran einzufordern.
    • Vergugt 08.06.2019 11:37
      Highlight Highlight Aaaaalle Blitze sind schohon daaa...

      Ich hätte aber gerne noch Argumente dazu. Oder reicht's dafür nicht, liebe Blitzer?
    • Calvin Whatison 08.06.2019 11:53
      Highlight Highlight Ich weiss nicht was es da zu reklamieren gibt. Früher war dass so, Heim, Herd und Kinder für die Frau. Heute ist das immer noch so, und Sie darf noch arbeiten gehen. Oder hab ich da jetzt was falsch verstanden ! 🤣🤣🤣
  • Mutbürgerin 08.06.2019 09:54
    Highlight Highlight Was spricht dagegen, wenn Berufseinsteigerinnen sich einen Vorteil verschaffen können. Sie können annehmen oder ablehnen?
  • Beeee 08.06.2019 09:40
    Highlight Highlight 🤢
  • Bratansauce 08.06.2019 09:18
    Highlight Highlight also im Fall der Journalistin, die vergewaltigt wurde, sollte man rechtliche Schrittegegen den Täter einleiten, finde ich.
  • R. Peter 08.06.2019 09:05
    Highlight Highlight Dass die Umfrage nicht repräsentativ ist gehört in den Titel!
  • Gubbe 08.06.2019 08:55
    Highlight Highlight "oder von sexueller Belästigung ohne Körperkontakt."
    Das heist also verbal. Da habe ich gehört, dass Frauen sehr gut kontern können. Ich denke, irgendwo muss man da einen Punkt setzen, bei den Belästigungen. Es ist lästig, wen man das nicht will, verbal angemacht zu werden. Das jetzt als sexuelle Belästigung zu bewerten, geht mir zu weit. Jede Person kann kontern, wie bei anderen Themen, auch laut. Bei Meinungsunterschieden spricht man sich aus, auch unter Männern wie unter Frauen. Bei allem sexuelle Belästigung anzunehmen, ist nicht richtig.
  • wolge 08.06.2019 08:25
    Highlight Highlight Jeder von uns sieht unsere Welt anders. Es gibt nicht DIE Realität sondern x Realitäten die sich je nach Auge des Betrachters unterscheiden...

    Worauf will ich hinaus? Nun in solchen Umfragen geht immer eine viel höhere Zahl an Frauen hervor die sich belästigt fühlen. Fühlen ist dabei genau der richtige Ausdruck. In ihrer Welt aus Ihrer Sicht fühlen sie sich belästigt.

    Kann es sein, dass Männer eine höhere Belästigt-fühl-Schwelle haben? Dass also in tat und Wahrheit mehr Männer belästigt werden als in solchen Umfragen hervor gehen, sie dies aber nicht als solches erkennen?
  • Shaw889 08.06.2019 08:22
    Highlight Highlight Hallo allerseits, wenn Sie ein Beziehungsproblem haben, wenden Sie sich bitte an Dr. Wealthy unter: wealthylovespell@gmail.com
  • Zeit_Genosse 08.06.2019 08:11
    Highlight Highlight Zwischen Vorgesetzten und Interviewpartner/Politiker muss man klar unterscheiden und feststellen wie gross das Problem innerhalb der Medienszene selbst ist. Zudem sind Interviewer selten allein und Berufseinsteigerinnen soll man nicht alleine lassen. Ist man zu zweit kann man sich besser wehren und ist juristisch stärker bei einer umgehenden Anzeige.
  • Muselbert Qrate 08.06.2019 07:59
    Highlight Highlight Es erstaunt nicht, dass die Übeltäter aus der selben Ecke wie die grössten Moralisten kommen..

  • specialized 08.06.2019 07:43
    Highlight Highlight Am Anfang wird zwar erwähnt, dass auch 34 Männer von einem solchen Vorfall betroffen waren. Im folgenden Teil wurden sie dann leider vergessen, schade.

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