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Schweizer Umfrage: Jede zweite Journalistin im Job belästigt

Schweizer Umfrage: Jede zweite Journalistin im Job belästigt

08.06.2019, 06:5808.06.2019, 12:47
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Bei einer Umfrage unter Medienschaffenden in der Schweiz hat jede zweite teilnehmende Journalistin von sexueller Belästigung im Job berichtet. 244 Frauen und 34 Männer waren von mindestens einem Vorfall betroffen. Besonders gefährdet waren Berufseinsteigerinnen.

Die am Samstag publizierte Umfrage zu Belästigung und Sexismus am Arbeitsplatz führte Tamedia durch. Angeschrieben wurden 3429 Medienschaffende in der Deutschschweiz und der Romandie, 755 Personen aus TV, Radio, Print und Online aus allen grossen Medienhäusern machten mit.

Die anonym durchgeführte Online-Umfrage ist nicht repräsentativ, sie umfasst gemäss Tamedia allerdings Hunderte detailliert beschriebene Fälle. Frühere Umfragen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) und von Amnesty International zum Thema lieferten bei der Zahl der Betroffenen teils tiefere Quoten.

In der Studie berichteten 244 Frauen (53 Prozent) und 34 Männer (11 Prozent) von sexuellen Übergriffen oder Belästigungen bei der Arbeit. Eine Medienschaffende wurde laut ihren Angaben im Büro vergewaltigt, eine andere zu einer ungewollten sexuellen Handlung gezwungen. Als Beschuldigte nannten die Teilnehmerinnen häufig Vorgesetzte und Externe, etwa Interviewpartner wie Politiker oder Manager.

Sexistische Sprüche

Die überwiegende Mehrheit der betroffenen Journalistinnen gab an, Ziel von verbaler Belästigung wie anzüglichen Bemerkungen oder sexistischen Sprüchen gewesen zu sein. In drei Dutzend Fällen kam es gar zu Belästigung mit Körperkontakt wie Anfassen der Brust oder am Po. Die Befragten beschrieben zudem mehrere Dutzend Fälle von aufdringlichem Nachstellen etwa per SMS oder E-Mail oder von sexueller Belästigung ohne Körperkontakt. In vielen Fällen ging es um Annäherungsversuche, bei denen teils von Vorgesetzten Vorteile versprochen oder Nachteile angedroht wurden.

Von 200 antwortenden Frauen gaben 158 an, mit Arbeitskollegen, Freundinnen oder der Familie über die Vorfälle gesprochen zu haben. 27 sprachen demnach mit niemandem darüber. Nur 15 Frauen meldeten sich laut eigenen Angaben bei Fachstellen oder der Polizei. (sda)

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Sexismus in den Medien
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16 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Turi
08.06.2019 13:08registriert März 2016
Ich fühle mich von den meisten Texten feministischer Journalistinnen auch sexuell belästigt.
Und weil einzig zählt was ich fühle, würde ich jetzt auch zu den 50% gehören.
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Zeit_Genosse
08.06.2019 08:11registriert Februar 2014
Zwischen Vorgesetzten und Interviewpartner/Politiker muss man klar unterscheiden und feststellen wie gross das Problem innerhalb der Medienszene selbst ist. Zudem sind Interviewer selten allein und Berufseinsteigerinnen soll man nicht alleine lassen. Ist man zu zweit kann man sich besser wehren und ist juristisch stärker bei einer umgehenden Anzeige.
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Rethinking
08.06.2019 12:59registriert Oktober 2018
Wir sollten sehr genau unterscheiden zwischen „sich belästigt fühlen“ (subjektiv) und belästigt werden (objektiv)...

Will heissen: Sicherlich „fühlen“ sich viel mehr Frauen als Männer belästigt. Ob jedoch viel mer Frauen als Männer belästigt „werden“ ist eine ganz andere Frage
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