Schweiz
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Dies musste sich SRF-Sportmoderatorin Steffi Buchli anhören, als sie drei Monate nach der Geburt ihres Kindes wieder arbeiten ging. Denkt so die Schweiz? Darüber wurde in der «Arena» diskutiert.  bild: screenshot/srf

«Weltwoche»-Gut muss sich in der Gleichberechtigungs-«Arena» ein paar harten Frauen geschlagen geben

Wenn eine Feministin der alten Garde, eine GLP-Nationalrätin mit glänzender Karriere, eine Ex-Spitzensportlerin, die als Hausfrau glücklich wurde und ein Köppel-Journalist, der auch mal in Artikeln erwähnt, dass Frauen einen erwiesenermassen tieferen IQ haben, sich über Gleichberechtigung streiten, könnten die Fronten kaum verhärteter sein. Am persönlichsten bringen es in der «Arena» auf SRF dann die Publikumsstimmen auf den Punkt. 



Für die Zuschauer im Studio war kurz vor Beginn der SRF-Sendung «Arena» ein äusserst gut gelaunter Moderator Jonas Projer zu beobachten: «Vill z'geil», sagt er gut hörbar für alle zur unsichtbaren Regie in seinem Ohr. «Es gibt so tolle Tweets im Moment», sagt er dann zu den Anwesenden. «Die müssen Sie sich nachher angucken.»

Projer hatte allen Grund sich zu freuen. Diese Arena begann nämlich nicht erst am Freitagabend, sondern bereits am Donnerstag, als das SRF das neue «Arena»-Programm veröffentlichte: «Frauen am Herd?», titelte die Sendung und lies die Emotionen damit bereits im Vorfeld hochkochen. «‹Arena› lädt zur Steinzeit-Debatte» kommentierte der Tages-Anzeiger wütend: «Solange Kinder als höchstexklusiv weibliche Problematik wahrgenommen werden, kommt die Debatte keinen Schritt voran.» 

Gleichzeitig mobilisierten Feministinnen per Rundmail: «Vielleicht habt ihr es schon mitbekommen, was für eine unsägliche ‹Arena› morgen vom SRF geplant ist», schreiben sie «mit feministischen Grüssen». Dutzende Frauen fluteten Twitter und Facebook mit Bildern aus den 50er Jahren und von sich am Herd. Wer Zeit hat, solle doch noch am Leutschenbach auftauchen. 

Beste Werbung für Projers «Arena» also. Hier wurde die Suppe dann nicht so heiss gegessen, wie gekocht. Nur fünf Aktivistinnen erschienen vor den SRF-Studios. Zuvorderst Michèle Meyer als Putzfrau. Sie hat sich vor allem über die Einladung von Philipp Gut, stellvertretender Chefredaktor der «Weltwoche», aufgeregt: «Dem kann ich eigentlich gar nicht zuhören», sagt sie. 

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Michèle Meyer mit Herd vor den SRF-Studios im Leutschenbach. Bild: watson

Gut gibt sich dann vergleichsweise zahm, nicht so wie in seinen Artikeln, in denen er kolportiert, dass Frauen halt einfach ein wenig dümmer und schwächer sind als Männer. Und nicht so wie in seinem letzten «Arena»-Auftritt, als er sich über den Publikums-Helden lustig machte. Am liebsten legte er sich diesmal mit der Grünliberalen Nationalrätin Tiana Moser an. Es sollte sich zum Running-Gag entwickeln, wie die beiden einander auffordern, sich gegenseitig ausreden zu lassen. 

Für Gut ist klar: Familiensache ist Privatsache. Frauen, die arbeiten wollen, sollen sich selber organisieren, der Staat muss da nicht mithelfen, jeder kann machen, was er will, viele Frauen würden ohnehin nicht arbeiten wollen. Für ihn ist mit dem heutigen System eigentlich alles in perfekter Ordnung. Der Hahn im Korb wird die Frauenrunde nicht dominieren. 

Denn «einfach nicht ehrlich», findet das Tiana Moser, Mutter dreier Kleinkinder, Nationalrätin und GLP-Fraktionschefin mit Kinderfrau zu Hause – und damit die glaubwürdigste Teilnehmerin dieser Runde. Aktuell setze der Staat Negativanreize, es lohne sich nicht für die Frauen, zu arbeiten, steuerlich sei es nicht interessant und ab zwei Kindern sei es billiger zu Hause zu bleiben, als eine Krippe zu beanspruchen. Zu diesem Zeitpunkt setzt die Ex-Spitzensporterlin und heute glückliche Hausfrau Anita Weyermann («Gring abe u seckle») mit ihrem Credo ein, dass sich durch fast jedes ihrer Voten zieht: «Wenn man Kinder hat, muss man halt auch mal auf irgendwas verzichten.» 

«Herr Gut, das ist einfach nicht ehrlich.»

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Video: streamable

Wie Moser sieht das Rosmarie Zapfl gar nicht so. Die Frauenrechtlerin und ehemalige CVP-Nationalrätin wird nächste Woche 77 Jahre alt und zeigt keine Spur von Müdigkeit, sich für die Belange der Frauen einzusetzen. Sie trumpft mit stichhaltigen Argumenten: «Emanzipation heisst Selbständigkeit, und zwar bis zum Lebensende», sagt sie. Frauen, die nicht berufstätig seien, hätten keine zweite Säule und wenn sie sich scheiden lassen – und das würden die Hälfte aller Ehepartner tun – komplett seien sie abhängig und durch Altersarmut gefährdet. 

Als Kontrast zu diesen beiden bringt Moderator Projer dann das stolze Mami und Hausfrau Nicole Morf ins Spiel. Ihr tun die Mamis, die im Büro sitzen und ihre Kinder verpassen, leid. Dann wird es plötzlich persönlich. Moser fühlt sich angegriffen, eine schlechte Mutter zu sein: 

«Ich glaub wir müssen nicht darüber diskutieren, wer das bessere Mami ist»

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Frau Morf wird später nochmal mit dem Satz «wofür mache ich ein Kind, wenn ich es dann in der Krippe deponiere» punkten. Gegen sie tritt eine andere Frau aus dem Publikum an: Maria Nestola, Pharmassistentin mit zwei Kindern. Sie wünschte sich, dass junge Mütter heute im Gegensatz zu ihr staatliche Unterstützung bekämen, um arbeiten gehen zu können: 

«Ich hätte Unterstützung gebraucht.»

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Als Mutter von vier Kindern arbeitet Ex-Spitzensportlerin Weyermann 20 Prozent, ihr Mann 100. Sie versteht nicht, was das Problem ist. Es brauche einfach Arbeitgeber, die ganz kleine Pensen anbieten, damit die Frauen ein bisschen arbeiten können. Und dann, ganz nach ihrem Credo, «für alles reicht es halt nicht», also «Gring abe u seckle».

«Gring abe u seckle»

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Hier schaltet sich der als Experte anwesende aber wenig präsente Arbeitgebergeberverbands-Präsident Valentin Vogt ein: «Es braucht Arbeitgeber, die tiefe Pensen anbieten, Eheleute, die sich organisieren und den Staat, der geeignete Rahmenbedingungen schafft», sagt er.

In letzterem sieht Tiana Moser das grösste Problem. Neben Tagesstrukturen, Schulsystem, Steueranreizen und Krippenplätzen brauche es Vaterschaftsurlaub. «Was haben wir heute? Einen Tag? Das reicht nicht einmal für die Geburt», sagt sie und erntet dafür den einzigen herzhaften Applaus des Publikums dieses Abends. 

Während sich die Diskussion weiter um Vaterschaftsurlaub, seine Finanzierbarkeit, den Nutzen vom Kampf für die Frauenrechte – für die gestandene Oberstleutnant Hildegard Zobrist ist der «völlig out» –, die Frauenquote und die Lohnungleichheit dreht – gemäss Philipp Gut gibt es die entgegengesetzt aller Statistiken gar nicht –, scheint sich beim Pflegefachmann Patrick Portmann im Publikum etwas zusammen zu brauen.

«Können wir mal über die normalen Leute reden?», scheint er rufen zu wollen, über die, die arbeiten müssen und schlecht bezahlt werden. Er unterbricht Weyermannm, die gerade ein «Aber» anbringen will: «Wir müssen jetzt einfach mal über Fakten sprechen. Es gibt viele Frauen in diesem Land, die es nicht schaffen mit 100 Prozent auf einen Lohn zu kommen, der zum Leben reicht.» Ausgerechnet Pflegefachmann Portmanns war das leidenschaftlichste Votum dieses Abends. 

«Wir müssen jetzt einfach mal über Fakten sprechen.»

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Einig ist die Runde sich am Ende nur in einem: Jeder sollte machen dürfen, was er will. Nur ob das alle können, darüber scheiden sich die Geister. Eine berufstätige Karriere-Mutter, die alles ganz super machbar fand, war jedenfalls nicht in der Sendung anwesend.

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    Alle Leser-Kommentare
  • andersen 15.06.2016 08:47
    Highlight Highlight "Wenn Frau will, steht alles still" und wenn Frauen wollen, kommt manches in Rollen.
  • JaneSodaBorderless 12.06.2016 16:50
    Highlight Highlight Meine Güte! Wann hört das eeeeendlich auf? Ich verzweifle bald 😭
    Jeder Mensch wie er mag!
  • Dooznelda 12.06.2016 10:21
    Highlight Highlight Ich war ein Kitakind und bin so unglaublich glücklich darüber.
    Meine Mutter ging arbeiten, aber das Gefühl das sie mich nicht liebt hatte ich nie. Ausserdem wird Vätern die 100% arbeiten nie Emotionskälte vorgeworfen (hmmm?) Es bringt doch mehr, mit gleichaltrigen Kindern zu spielen, als jeden Tag mit Mutti Einkaufen zu gehen und ein totales Nesthäcken zu werden das sich weigert in den Kindergarten zu gehen.
  • EvilBetty 12.06.2016 09:31
    Highlight Highlight Wieder mal die Reflexempörung der Feminazis im Vorfeld 🙄 Oder kennen sie die Bedeutung von «?» nicht?
  • BoomBap 11.06.2016 16:52
    Highlight Highlight TEIL 2: Deshalb muss endlich etwas passieren, dass auch Hausfrauen angemessen entschädigt werden für ihren BERUF, das auch Frauen die sich dazu entscheiden Zuhause zu bleiben eine angemessene Altersvorsorge haben.
    • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 11.06.2016 18:41
      Highlight Highlight Väter und Mütter mit Jobs machen auch Hausarbeit: Wollen Sie diese Leute doppelt bezahlen?
    • BoomBap 11.06.2016 19:17
      Highlight Highlight Natürlich nicht. Ich weiss auch nicht genau wie man das lösen sollte. Aber es muss etwas passieren.
    • Anaalvik 11.06.2016 19:50
      Highlight Highlight @Boomap: Bin absolut einverstanden. Frankreich macht's vor. Dort sind die Kinderzulagen viel höher, so dass für's Kinder haben nicht so extrem viel Federn gelassen werden muss, wie in der Schweiz.

      Mein Vorschlag: mtl. Kinderzulage von 600 Fr. für's erste Kind, 900.- für's zweite und 1500.- für jedes weitere Kind. Finanzieren sollen das die Kinderlosen, die Vermögenssteuer und die Unternehmenssteuer.

      Dann müssen nicht mehr zwingend beide Elternteile arbeiten gehen und müssen die Betreuung ihrer Kinder nicht mehr an Fremde delegieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • BoomBap 11.06.2016 16:46
    Highlight Highlight TEIL 1 Also ich habe manchmal schon das Gefühl, dass manche nur Kinder haben, um zu sagen sie haben welche. Aber die Karriere ist wichtig und die Kinder werden in die Kita abgeschoben. Klar gibt es Menschen, da müssen beide arbeiten um über die Runden zu kommen. Da machen Kitas auch Sinn. Aber ich bin froh das mein Mami für mich und meine Geschwister da war, als ich noch klein war. Ich denke das hat grossen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes. Ich weiss das Argument: "Ja wenn die Kinder grösser sind, kann Sie ja wieder arbeiten" zieht nicht, weil Sie dann zulange weg vom Beruf waren.
    • pulcherrima* 11.06.2016 20:00
      Highlight Highlight Und der Vater ist nicht wichtig für die Entwicklung des Kindes??
    • BoomBap 11.06.2016 22:19
      Highlight Highlight Wie kommst du darauf, dass der Vater nicht wichtig ist? Das hab ich nie behauptet. Doch bei den meisten gehr der Vater arbeiten und die Mutter schaut zu Kind und Haushalt. Das ganze kann selbstverständlich auch umgekehrt funktionieren. Nur muss dann warscheinlich das Geld was die Frau weniger verdient für gleiche Arbeit, kompensiert werden.
    • EvilBetty 12.06.2016 09:29
      Highlight Highlight Die blosse Anwesenheit der Mutter bringt der kindlichen Entwicklung auch nicht wirklich was. Auch hier geht Qualität vor Quantität.
  • Anaalvik 11.06.2016 15:23
    Highlight Highlight Die Frage ist nicht, ob Frauen mehr Vereinbarkeit von Beruf und Familie haben sollen.
    Die Frage ist doch die: Sollen Frauen Kinder kriegen - dürfen?
    Neoliberal und volkswirtschaftlich betrachtet, sollen Frauen arbeiten und so Wachstum und Profit steigern. Kinder grossziehen ist ein Minusgeschäft, wo man ja fertige Fachkräfte aus aller Welt billigst importieren kann.
    Das erste Kind kostet seine Eltern mehr als eine Million Franken. Ein sehr teures Hobby. Wozu soll eine Frau dem Staat die Finanzierung und Aufzucht eines neuen Steuerzahlers abnehmen, wo es doch billigere, schöne Hobbies gibt?
    • rodolofo 12.06.2016 07:40
      Highlight Highlight Wozu bauen Vögel ein Nest und rackern sich ab, um ihre Jungen zu füttern und ihnen das Fliegen beizubringen?
      Nun, das ist der Lauf der Natur.
      Wir wollen das Leben weiter tragen, wie die Marathonläufer die Olympische Fackel weiter tragen. Was wir selber geschenkt bekommen haben und was wir niemals wirklich erfassen können, wollen wir weiter schenken!
      Geschäftlich gesehen ist es ein "Nullsummen-Spiel". Aber vor der Abschluss-Bilanz ist es einfach nur wunderbar und phantastisch!
    • Anaalvik 12.06.2016 12:24
      Highlight Highlight @rodolofo: Einverstanden. Worauf ich hinaus wollte ist, dass im Unterschied zu einem Vogel, jeder Mensch seine Fortpflanzung willentlich steuern kann, ohne seinen Fortpflanzungstrieb unterdrücken zu müssen. Mit der Erfindung der Pille fiel unsere Reproduktionsrate auf "Aussterben": statt mehr als 2 sind es 1.4 Kinder je Frau.
      Volkswirtschaftlich und politisch ist das folgenreich. Man redet von den Folgen (z. B. Überalterung), doch niemand spricht über die Ursache. Niemand propagiert mehr Kinder zu haben, ganz besonders nicht Vertreterinnen der Emanzipation. Daher meine spitzen Fragen. Antwort?
  • Nietram 11.06.2016 14:25
    Highlight Highlight Erstaunlich, dass niemand auf eines der Hauptprobleme eingeht: Unsere 2. Säule ist nicht auf die Anforderungen mit Paaren eingerichtet, wenn beide Teilzeitarbeit arbeiten. Bei beiden Elternteilen führt der Koordinationsabzug dazu, dass ihre zweite Säule ungenügend ausfallen wird. Den Reichen kann das egal sein, die haben neben der maximalen AHV-Rente ein gut gefülltes 2.-Säulen-Portfolio plus Eigenheim und Ersparnisse. Wer aber nicht mal die maximale AHV-Remte erhält, kaum Rentenansprüche aus der zweiten Säule hat und kaum sparen konnte, wird im Alter ziemlich bös erwachen.
  • Meraxes Equis 11.06.2016 14:04
    Highlight Highlight Warum muss sich eine Frau rechtfertigen, wenn sie keine Kinder will? Warum muss sich eine Frau rechtfertigen, wenn sie arbeitet? Warum muss sich ein Mann rechtfertigen, wenn er zuhause bleibt, um zu den Kindern zu schauen? Wenn wir die Wahl haben, sollten verschiedene Modelle gesellschaftlich akzeptiert sein, auch wenn sie den herkömmlichen Rollenbildern widersprechen.
  • Blitzesammler 11.06.2016 12:14
    Highlight Highlight Ich arbeite 65% meine Frau auch. Gerne würde ich wehniger arbeiten, doch dann reicht das Geld nichtmehr. Ich geniesse die Zeit mit den Kindern und rate es jedem Mann mehr zu hause zu sein. Die Hausarbeit haben wir nach Interessen und Fähigkeiten aufgeteilt. Niemand von uns ist neidisch auf den Anderen. Ich behaupte, dass wenn sich ein Paar als gleichberechtigt ansieht und jeder die Wünsche und Ängste des Anderen kennt, das Gefühl von «Gleichberechtigt sein» besteht. Darum sollten sich alle, die sich nicht gleiberechtigt fühlen sich zuerst mal Gedanken über ihre beziehung machen.
  • pamayer 11.06.2016 10:57
    Highlight Highlight Zum einen wachsen kinder relativ vaterlos auf, väter sind in der Familie zu wenig präsent. Dies wird natürlich durch den einen vaterschaftstag wieder voll kompensiert.
    Zum anderen spüren mittlerweile die meisten, dass die erwerbssituation verschärft worden ist: die erwerbsstelle ist nicht mehr sicher, du kannst im Rahmen einer harmlosen reorganisierung gehen müssen, wenn du ü40 bist, steigt dieses Risiko stark.
    Das mittelstands-einkommen schmilzt dir in den Händen weg, da der mittelstand alle bürgerlich beschlossenen steuererleichterungen wieder einfahren muss.
    mütter müssen oft verdienen!
    • Maett 11.06.2016 13:26
      Highlight Highlight @pamayer: es gibt einen Vaterschaftstag? Ist das kantonsabhängig, oder bisher einfach nur komplett an mir vorbeigegangen?
    • Anaalvik 11.06.2016 19:58
      Highlight Highlight @Maett: Es gibt bei uns keinen offizellen Vatertag, was zur gesellschaftlichen Geringschätzung der Väter passt.
      Anderswo gibt es traditionell einen Vatertag, z. B. in den U.S.A jeweils am dritten Sonntag des Juni (seit 1910).
      Männer.ch hat vor ein paar Jahren einen schweizer. Vatertag ausgerufen (erster Junisonntag), aber das hat nie jemanden hier interessiert, und nie einer ernst genommen. Es geht ja bloss um Männer.
    • Maett 11.06.2016 20:16
      Highlight Highlight @Anaalvik: naja, bei mir ist er jedenfalls nicht angekommen, hab ich noch nie gehört. Dass Schweden einen feiert, das war mir bekannt.

      Ich (persönlich) find das aber auch nicht so schlimm, Kinder wachsen schliesslich in Frauen heran und werden von ihnen geboren, meinem Verständnis nach bedanke ich mich am Muttertag ja auch genau dafür. Wäre ich Vater, könnte ich ganz gut ohne leben, Mütter leisten im Hinblick auf Kinder einfach mehr, auch in der Erziehung (auch bei geteiltem Sorgerecht - Väter und Mütter sind einfach nicht dasselbe), das darf schon auch mal gewürdigt werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DerTaran 11.06.2016 10:41
    Highlight Highlight Frau Weyermann hat recht, wenn man Kinder hat, dann muss man eben auch mal auf was verzichten und Frau Morf ebenso, warum mache ich ein Kind, wenn ich es dann in einem Hort deponiere, aber beide greifen zu Kurz weil für sie diese Aussagen ausschliesslich für Frauen gelten, dabei sollten Sie allgemeingültig sein.

    Ich glaube die Gleichberechtigung kann nur gelingen, wenn wir anfangen auch das Männerbild zu verändern. Viele Männer würden eben auch gern Mutter sein und nicht nur Geldmaschine. Aber Hausmänner, werden heutzutage gerade von Frauen noch viel weniger akzeptiert als Karrierefrauen.
    • Alex23 11.06.2016 12:23
      Highlight Highlight Der Taran: Also, in einem Hort deponieren, ist natürlich eine sehr negative Formulierung. Man könnte bei einem guten Kinderhort (gut ausgebildete Betreuung) auch von einem wünschenswerten Beitrag zur Sozialisation ausgehen. Das Ziel sollte sein, eine bezahlbare und qualitativ hochstehende Betreuung für alle zu schaffen, die dies für ihre Kinder wünschen. Das wäre auch volkswirtschaftlich sinnvoll.
      Ansonsten bin ich mit Ihrer der Argumentation einverstanden.
  • Alex23 11.06.2016 10:31
    Highlight Highlight Gut hat es mal wieder geschafft, der Unsympath vom Dienst zu sein.
    Frau Weyermann wirkt leider auch etwas dümmlich.
    Das Credo der Liberalen und Erzkonservativen, von der Selbstregulation (natürlich nur, wenn es einem in den Kram passt) und die Mär von den Frauen, die es eigentlich so wollen (oder so zu wollen haben), halten der klaren und folgerichtigen Argumentation von Frau Moser nicht stand.
    Mein Favorit: Herr Portsmann aus dem Publikum!
    (Herr Gut täte gut daran, sein Redaktionsstübli mal zu verlassen und seine Nase in die Welt der schlecht Entlöhnten - sinngemäss- zu halten)
    • rodolofo 11.06.2016 12:00
      Highlight Highlight Herr Gut hat zwar behauptet, die Weltwoche-Journalisten gingen viel raus und seien darum besonders nahe beim Volk.
      Aber so kreideweiss, wie der ausschaut, sieht er in seinem Leben sehr wenig Sonnenlicht...
      Eine sehr gesunde Farbe hatte dagegen Rosmarie Zapfl. Sie sieht aus wie eine bodenständige "Landfrau". Und sie spricht auch so, sehr praktisch und zupackend.
      Die soll mal den Gut raus nehmen an die frische Luft in ihren Gemüsegarten. Da kann er sich mal mit Jäten nützlich machen...
  • AdiB 11.06.2016 09:39
    Highlight Highlight ich habe kein problem mit müttern die arbeiten. meine mutter hat auch gearbeitet. und es ging irgendwie.
    ich habe ein problem mit müttern die nur an ihre karriere denken.ein junge in meiner verwandschaft leidet momentan sehr dran und er leidet noch mehr da die mutter von ihm genau die selbe karriere erwartet. die einzige liebe die der junge von seiner mutter bekommt ist geld und gelegndlich mal ein ausflug wo mama dann arbeitet.
    für mütter die arbeiten wollen und karriere machen, ein tipp: geld macht nicht glücklich und zeit mit dem kind ist für das kind wertvoller als jedes geschenk.
    • who cares? 11.06.2016 09:50
      Highlight Highlight Gilt auch für Väter. Oder nicht?
    • poga 11.06.2016 10:05
      Highlight Highlight @who das war auch das Erste was mir durch den Kopf gieng.
    • AdiB 11.06.2016 10:21
      Highlight Highlight natürlich gilt das auch für väter. väter sind genau so wichtig wie die mutter. aber kinder fühlen sich im kleinem alter mehr zur mutter hingezogen.
      aber hier sind nicht die väter das thema sondern mütter.
    Weitere Antworten anzeigen
  • SanVilano 11.06.2016 08:46
    Highlight Highlight Was um Himmels Willen ist der Arbeitsgebergeber-Verband?
  • Phrosch 11.06.2016 08:40
    Highlight Highlight Was in dieser Frage konsequent vergessen geht: unsere Gesellschaft wird immer älter und hat weniger Nachwuchs. Wir alle (Männer, Frauen, Wirtschaft, Staat) müssten das grösste Interesse haben, das zu ändern. Darum sind Wirtschaft und Staat gefordert, alles zu unterstützen, was es Paaren leichter macht, Kinder zu haben und zu arbeiten. Wake up and get real!
    • rodolofo 11.06.2016 09:06
      Highlight Highlight Es gibt auch eine alternative Lösung:
      Die Lohnarbeits-geilen SchweizerInnen gehen arbeiten, und die Kinder liebenden Flüchtlings-Familien sorgen für Nachwuchs.
      Eine klassische Win-Win-Situation.
    • SKH 11.06.2016 10:14
      Highlight Highlight @rodolofo
      Und du schreibst weiterhin xenophobe und frauenfeindliche Kommentare auf Watson! Noch eine Bessere Idee: Die "lohnarbeitsgeilen Schweizerinnen" suchen sich Flüchtlinge, die zuhause bei den Kindern bleiben. Dann nämlich gehen sie dir aus dem Weg!
    • icarius 11.06.2016 10:45
      Highlight Highlight @Phrosch
      Genau so ist es. Wir haben momentan ein Gesellschaftsmodell, das nicht nachhaltig ist, denn wir reproduzieren uns gar nicht mehr. Dazu gibt es drei Lösung: 1. Wir gehen zurück zu den Geschlechterrollen des 19. Jahrhunderts 2. Wir akzeptieren eine massive Einwanderung aus dem globalen Süden 3. Wir schaffen moderne Strukturen, die Beruf und Familie vereinbaren. Für Leute wie Gut kommt nur ersteres in Frage, aber das werden die heutigen Frauen niemals mitmachen. Nummer 2 scheint mit unrealistsch in Anbetracht der Hysterie, die um Wirtschaftsflüchtlinge gemacht wird. Somit bleibt nur 3.
    Weitere Antworten anzeigen
  • rodolofo 11.06.2016 07:19
    Highlight Highlight Ich wünschte mir mehr Frauen wie Tina Moser und Rosmarie Zapfl in der Politik!
    Einen Staat zu regieren und zu verwalten ist ja letztlich nichts anderes, als einen Haushalt mit seiner Grundversorgung für die Familie zu managen und die grösseren und kleineren Kinder (inklusive Mann) zu erziehen, mit einigen klitzekleinen Unterschieden:
    Im Staat können erziehende PolitikerInnen abgewählt werden.
    PolitikerInnen erhalten für ihre Arbeit einen Lohn.
    Die Arbeit mit richtigen Kindern ist wesentlich lustiger, als sich mit Schwererziehbaren, wie dem Unsympath Gut von der Weltwoche auseinanderzusetzen.
    • Pieter 11.06.2016 07:54
      Highlight Highlight "Mann erziehen." Das musd unheimlich wichtig sein, dass du das erwähnst und vorallem eine Beleidigung für alle Mütter die ihre Söhne erzogen haben. Pfui.
    • Charlie Brown 11.06.2016 08:48
      Highlight Highlight Bin mit dir weitgehend einig. Nur der Teil, bei welchem du den Ehemann als "zu erziehen" siehst, stimmt für mich nicht. Das entspricht genau so wenig meinem Rollenbild wie das Heimchen am Herd. Auf Augenhöhe geht doch anders, oder?
    • rodolofo 11.06.2016 09:04
      Highlight Highlight Ui, da habe ich aber eine empfindliche Stelle getroffen...
      Das war doch nur (halb) Spass!
      Allerdings wurde mir bei den Argumenten von Gut klar, dass sowohl er, als auch der (äusserlich freundlichere) Arbeitgeber-Vertreter für eine anti-autoritäre Erziehung plädierten:
      "Lasst doch die Arbeitgeber und die Angestellten die Sache mit den Anstellungsbedingungen selber regelt! Dafür braucht es keinen Staat, der das vorschreibt."
      Ebenso gut könnten wir Einbruchdiebstäle selber regeln, oder nach einem Verkehrsunfall selber schauen, was wir mit den Schwerverletzten und dem Sachschaden machen wollen...

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