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«20 Minuten» verliert Meinungsmacht, Instagram und TikTok legen zu

«20 Minuten» und Facebook verlieren Meinungsmacht, Instagram und TikTok legen zu

01.12.2023, 14:05
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Bekannte Schweizer Medienmarken und Social-Media-Plattformen wie der TV-Sender SRF 1, «20 Minuten» und Facebook haben im vergangenen Jahr stark an Reichweite und damit Meinungsmacht verloren. Zulegen konnten die «Neue Zürcher Zeitung», Youtube, Instagram und Tiktok. Das zeigt der neuste Medienmonitor Schweiz.

FILE - This photo shows the mobile phone app logos for, from left, Facebook and Instagram in New York, Oct. 5, 2021. British lawmakers have on Wednesday, Sept. 20, 2023 approved an ambitious but contr ...
Bild: keystone

Laut der diese Woche veröffentlichten Studie büsste der Fernsehkanal SRF 1 im Vergleich zum Vorjahr 19 Prozent an Meinungsmacht ein. Bei Facebook beträgt der Rückgang 13 Prozent, bei «20 Minuten» 12 Prozent. Auch der französischsprachige SRG-TV-Kanal RTS 1 und die deutschen Sender ARD und ZDF verloren Anteile im zweistelligen Prozentbereich. Dasselbe gilt für watson.ch.

Die Neue Zürcher Zeitung legte um zehn Prozent zu, Youtube und Instagram um drei respektive sieben Prozent. Die Reichweite und damit die Meinungsmacht der Kurzvideo-App Tiktok erhöhte sich – laut der Studie auf insgesamt noch tiefem Niveau – um 69 Prozent.

Insgesamt habe die kumulierte Meinungsmacht aller 176 untersuchten Medienmarken und Social-Media-Kanäle 2022 im Vergleich zum Vorjahr um knapp sieben Prozent abgenommen. Da unter dieser Abnahme vor allem grosse Marken litten, habe sich die Schere zwischen grösseren und kleineren Medienmarken eher geschlossen. Das sei für die Meinungsvielfalt «ein gutes Vorzeichen.»

Klassische Medien bröckeln weiter

Zum sechsten Mal untersuchte das Zürcher Medien- und Kommunikationsforschungs- und -beratungsunternehmen Publicom die Leistungen der Medien für die Meinungsbildung in der Schweiz und stellte die Resultate im «Medienmonitor» vor. Es tat dies im Auftrag des Bundesamts für Kommunikation Bakom.

Im neusten Bericht schreibt Publicom auch, im Mehrjahresvergleich zeige sich eine Verschiebung der Meinungsmachtanteile weg von den klassischen Mediengattungen Print, Radio und TV hin zu Online und Sozialen Medien.

«Damit entfernen sich immer grössere Teile des Meinungsmarktes zunehmend aus dem unmittelbaren Wirkungsbereich der Schweizer Medienförderung.» Die Digitalisierung und die damit einhergehende, vor allem altersbedingte Veränderung der Mediennutzung habe in den Fokus von Politik, Regulierung und Wirtschaft zu rücken.

Im vergangenen Jahr hatte Publicom berichtet, erstmals habe Online das Fernsehen als meinungsmächtigste Mediengattung abgelöst. (saw/sda)

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19 Kommentare
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Rethinking
01.12.2023 14:22registriert Oktober 2018
Das bestätigt den Kurs von SRF immer mehr auf online und soziale Medien zu setzen…
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Tokyo
01.12.2023 15:58registriert Juni 2021
heisst die Aufmerksamkeitsspanne wird noch weniger wenn die Leute sich auf solchen Plattformen "informieren".
Ob das förderlich für uns ist, wenn die Wähler noch schlechter informiert sind und gar kein Hintergrund Wissen mehr haben?
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Lai Nair
01.12.2023 14:58registriert Dezember 2016
die "Handyleser und Leserinnen" nutzen eh Printmedien, TV-Kanäle und Radio immer weniger, da nur noch die kurzen Schlagzeilen ohne Hintergrundinformationen mehr interessieren. Ob das für die Wissensbildung förderlich ist sei mal dahingestellt.
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