Schweiz
Gesundheit

Antibabypille erhält neue Warnhinweise

Mitarbeiter in der Yasmin-Verpackung im Berliner Supply Center der Bayer Schering Pharma AG (undatiertes handout). Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer AG legt am Mittwoch (31.07.2008) seine Zahlen für ...
Die Antibabypille erhält in der Schweiz neue Warnhinweise.Bild: DPA/HANDOUT

Antibabypille erhält neue Warnhinweise – wegen erhöhtem Suizidrisiko

21.11.2018, 01:4621.11.2018, 06:49

Gemäss einer dänischen Studie kann die Antibabypille Depressionen hervorrufen, die in seltenen Fällen zu Suizid führen. Die Schweizerische Zulassungs- und Kontrollbehörde für Heilmittel, Swissmedic, hat beschlossen, diesen Hinweis in Zukunft auf der Packungsbeilage aufzuführen, wie der Tages-Anzeiger berichtet. 

Die Schweiz orientiert sich somit an der europäischen Arzneimittel-Agentur, die den Hinweis fordert. Swissmedic wird selber keine Überprüfung der Studie vornehmen. Der Warnhinweis werde voraussichtlich 2019 abgedruckt – die genaue Formulierung ist noch nicht bekannt. 

Die neuen Erkenntnisse gehen aus einer Studie der Universitätsklinik Kopenhagen aus dem Jahr 2017 hervor. Die Auswertung der Daten von knapp 500'000 Frauen ergab, dass 6999 einen Suizidversuch unternahmen und 71 sich das Leben nahmen. Auffällig: Bei jenen Frauen, die die Pille einnahmen, war das Risiko für einen Selbstmordversuch oder einen tatsächlichen Suizid fast doppelt so hoch wie bei den übrigen Frauen. 

Die Antibabypille kann auch andere schwere Nebenwirkungen haben: 

Pille nicht verteufeln

«Es ist richtig, dass Swissmedic möchte, dass die Anwenderinnen der Pille über mögliche psychische Nebenwirkungen wie das Depressionsrisiko informiert werden», zitiert der Tages-Anzeiger Daniel Surbek, Professor für Gynäkologie und Geburtshilfe am Inselspital Bern. Trotzdem sei das Depressionsrisiko bei Frauen extrem tief. 

Gleicher Meinung ist auch Bea Loosli, die als Verhütungscoach tätig ist. Sie hat festgestellt, dass die Antibabypille eine depressive Wirkung haben und zu Suizidgedanken führen kann. Die Pille soll man aber trotzdem nicht verteufeln, da sie ein ideales Verhütungsmittel sei. Den Warnhinweis für Suizid empfindet sie als übertrieben. 

Beim Schweizerische Apothekerverband Pharma Suisse will man sich zum Warnhinweis nicht äussern. Der Verkauf der Pille ist in der Schweiz stark rückläufig. Wurden 2008 noch 1,8 Millionen Packungen verkauft, so waren es 2016 nur noch 1,3 Millionen. Der Absatz von hormonellen Verhütungsmitteln hat hingegen zugenommen. Schweizweit verhütet rund jede vierte Frau im gebärfähigen Alter mit der Pille. (vom)

Jeden Tag eine Hormon-Pille schlucken? Nein, danke!

Video: srf

Frust statt Lust – Nebenwirkungen der Antibabypille:

Video: srf
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