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Zuger SVP-Nationalrat Thomas Aeschi unterwegs in Eritrea: Die Lage in der ostafrikanischen Diktatur sei viel besser, als in der Schweiz dargestellt.<br data-editable="remove">
Zuger SVP-Nationalrat Thomas Aeschi unterwegs in Eritrea: Die Lage in der ostafrikanischen Diktatur sei viel besser, als in der Schweiz dargestellt.
Bild: THOMAS AESCHI

Nach Treffen mit Sommaruga: Jetzt schweigt die Eritrea-Reisegruppe

Mehrere Politiker forderten nach einer Ostafrika-Reise ein Treffen mit Justizministerin Sommaruga. Dieses hat stattgefunden. Die Beteiligten wollen aber nicht darüber sprechen.
09.03.2016, 03:3709.03.2016, 06:31
Lorenz Honegger / Nordwestschweiz

Ein offener Brief, eine Pressekonferenz, zahllose Interviews in Zeitungen und Fernsehen: Die Aargauer Regierungsrätin Susanne Hochuli (Grüne) sowie die Nationalräte Christian Wasserfallen (FDP), Claude Béglé (CVP) und Thomas Aeschi (SVP) liessen diesen Februar nichts unversucht, um ihre Reise nach Eritrea medial zu inszenieren.

Ihr Tenor war stets derselbe: Die Situation in der ostafrikanischen Diktatur sei viel besser, als sie vom Departement von Asylministerin Simonetta Sommaruga dargestellt werde.

Eine brisante Feststellung, wenn sie den Tatsachen entspräche: Aus keinem anderen Land verzeichnet die Schweiz mehr Asylgesuche als aus Eritrea.

In einem Schreiben verlangte die Reisegruppe ein Treffen mit Sommaruga, um der Bundesrätin ihre Forderungen vorzutragen:

  • die Entsendung einer Faktenfindungs-Delegation nach Eritrea
  • eine «ständige Vertretung» in der Hauptstadt Asmara
  • die Lancierung eines Entwicklungshilfe-Programms
  • eine Migrationspartnerschaft
Jetzt auf

Gestern Abend hat das Treffen mit Sommaruga stattgefunden, wie Nationalrat Aeschi bestätigt. Doch darüber sprechen wollen die Beteiligten nicht: «Wir haben Stillschweigen vereinbart.»

Über die Gründe der plötzlichen Verschwiegenheit lässt sich nur spekulieren. Fakt ist: In den Augen Sommarugas und ihrer Experten ist die Reisegruppe mit allzu idyllischen Vorstellungen nach Hause gekehrt. Eritrea mag auf Touristen ein ordentliches Bild abgeben. Die Menschenrechtslage in der Diktatur gilt bis heute als prekär. (aargauerzeitung.ch)

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11 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Wilhelm Dingo
09.03.2016 07:35registriert Dezember 2014
Stillschweigen ist der Sache absolut nicht dienlich. Das nährt nur die Gerüchteküche.
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Angelo C.
09.03.2016 12:09registriert Oktober 2014
Es ist davon auszugehen, dass ihnen von einer gewissen Dame ein Maulkorb verpasst wurde.

Jedenfalls wird die Sache immer absurder, da nebst dem seriösen Frauenarzt und untadeligen Honorarkonsul nun auch völlig unverdächtige linke Parlamentarier, im Zusammenspiel mit der asylfreundlichen AG-Ständerätin Hochueli, die selbst privat Flüchtlinge beherbergt, klar dafür eintreten, diesen eritreischen Unfug endlich abzustellen, da die Verhältnisse dort grossmehrheitlich in Ordnung seien.

Militärdienstverweigerung ist auch durch das Asylgesetz nicht abgedeckt, wurde bis vor Kurzem auch hier bestraft.
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klugundweise
09.03.2016 09:06registriert Februar 2014
Warum hat das Grüppchen nicht VOR der Reise mit Somaruga resp. deren Experten gesprochen?!
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