Migros streicht Stellen von Delica-Tochter in Deutschland
Das Unternehmen Delica produziert zahlreiche Eigenmarken für die Schweizer Detailhändlerin Migros. Dazu gehören Snack- oder Kaffeemarken.
Delica hat ebenfalls Büros und Produktionen in Deutschland. Diese hat die Migros nun drastisch gekürzt, wie der «Blick» berichtet. Fast drei Viertel der deutschen Belegschaft wurden im Jahr 2025 entlassen.
Ende dieses Jahres sind noch 26 Angestellte bei Delica in Deutschland beschäftigt, Ende 2024 sollen es noch 98 gewesen sein. Dies bestätigt die Migros auf Anfrage des «Blick». Grund für die Entlassungen sei eine Neuausrichtung.
Der Standort in Berlin wurde Ende Juli 2025 geschlossen. Die beiden verbliebenen Standorte in Müllheim und Düsseldorf bleiben vorerst weiter in Betrieb.
Die von den Veränderungen betroffenen Mitarbeiter seien vor allem aus dem Verkauf und Marketing.
Neuer Chef für weniger Mitarbeiter
Auch der ehemalige Chef von Delica, Xerxes Shahparast, musste gehen. Der Grund dafür ist laut der Migros, dass sich die Anforderungen an diese Position verändert hätten. Shahparast ist mittlerweile Chef der Konkurrenz-Kaffeemarke Segafredo Zanetti.
Der neue Delica-Chef heisst Veith Bös. Begründet wird die Übernahme von Bös damit, dass man sich bei Kaffeebohnen, Schokolade und Biskuits in Deutschland aus dem stationären Handel zurückgezogen habe.
Auch Marken betroffen
Auch Marken sind von diesem Rückzug aus dem deutschen Markt betroffen, dazu gehören unter anderem Café Royal oder Schwiizer Schüümli. Und auch die Schokoladenmarke Frey gibt es nicht mehr in den deutschen Regalen, sondern nur noch Online.
Das wichtigste Standbein im Nachbarland hingegen sei CoffeeB. Deutschland sei neben der Schweiz der wichtigste Absatzmarkt für das Kaffeesystem, wie eine Sprecherin der Migros sagt.
Deutsche Kunden können Produkte aus der Migros weiterhin online bestellen. Um die Logistik und den Kundendienst kümmern sich die verbliebenen 26 Angestellten. (nib)
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