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Schweiz
NoBillag

No-Billag-Gegner liegen laut Umfrage weiterhin in Führung

No-Billag-Gegner liegen laut Umfrage weiterhin in Führung

07.02.2018, 06:3007.02.2018, 06:52

Während der Abstimmungskampf zur No-Billag-Initiative schweizweit die Gemüter erhitzt, liegen die Gegner der Vorlage weiterhin klar in Führung. Dies geht aus einer neuen Umfrage hervor. Auch die neue Finanzordnung scheint noch immer weitgehend ungefährdet zu sein.

Laut der zweiten Tamedia-Umfrage würden derzeit 61 Prozent der Befragten klar oder eher Nein stimmen zur No-Billag-Initiative, die am 4. März zur Abstimmung kommt. Klar Nein sagen laut der am Mittwoch veröffentlichten Befragung 59 Prozent, zwei Prozent würden eher Nein stimmen.

Damit hat das Lager der Gegner im Vergleich zur ersten Tamedia-Umfrage vom 19. Januar um zwei Prozentpunkte zugelegt, während das Pro-Lager um zwei Prozentpunkte schrumpfte.

Bei den Befürwortern ist zwar die Zahl jener, die die Vorlage klar annehmen würden, mit 36 Prozent gleich geblieben. Dafür würden neu nur noch zwei Prozent eher Ja stimmen zur Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren – Mitte Januar waren es noch vier Prozent gewesen.

SVP dafür, Rentner dagegen

Die grösste Unterstützung erhält die Initiative nach wie vor von SVP-Wählern: 68 Prozent würden sicher Ja stimmen. Am wenigsten Sympathie erfährt die Vorlage mit 14 Prozent von der SP-Wählerschaft.

Zudem fällt auf, dass die Initiative bei den Geschlechtern unterschiedlich gut ankommt: Männer unterstützen sie gemäss der Umfrage stärker (38 Prozent Ja) als Frauen (31 Prozent Ja).

Auch zwischen den Generationen zeichnen sich in der Wählergunst Unterschiede ab: Am stärksten abgelehnt wird das Volksbegehren in der Altersgruppe der über 65-Jährigen (65 Prozent Nein), auf sie folgt die Gruppe der unter 35-Jährigen (60 Prozent Nein).

No Billag: Diese Promis kämpfen gegen die Initiative

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No Billag: Diese Promis kämpfen gegen die Initiative
quelle: thomas schlittler
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Zudem finden sich in der Deutschschweiz mehr Sympathisanten für das Anliegen (37 Prozent Ja) als in der Romandie (31 Prozent Ja), wo das Volksbegehren gleichzeitig die stärkste Ablehnung erfährt (62 Prozent Nein).

Zwang versus Vielfalt

Das Argument, die Billag-Zwangsgebühr sei eine Bevormundung der Bürger, hat im Befürworter-Lager das meiste Gewicht. Auf Platz zwei folgt die Überzeugung, die SRG sei ein Koloss, der trotz des vielen Geldes ein qualitativ mittelmässiges Angebot produziere.

Bei den Gegen-Argumenten überwiegt die Aussage, dass ohne Billag-Gebühr die Medienvielfalt leide und die Abhängigkeit der Medien von privaten Geldgebern zunähme. Es folgt das Argument, eine vielfältige Berichterstattung in allen Sprachregionen sei wichtig für die Meinungsbildung in der direkten Demokratie.

Finanzordnung ungefährdet

Weiterhin ungefährdet scheint die neue Finanzordnung 2021, über die am 4. März ebenfalls abgestimmt wird. Gemäss der Umfrage lehnen lediglich 20 Prozent die Vorlage klar oder eher ab. 59 Prozent würden Ja oder eher Ja sagen.

Am tiefsten ist die Zustimmung für die Finanzordnung bei SVP-Anhängern, am höchsten bei Wählern der GLP und der CVP. Hauptargument der Befürworter ist, dass bei einem Nein zwei Drittel der Einnahmen des Bundes wegfallen, obwohl das Geld zur Finanzierung der Bundesaufgaben benötigt wird.

Gegen die neue Finanzordnung kommt das Argument an erster Stelle, dass die Ausgaben des Bundes Jahr für Jahr wachsen und dass eine radikale Korrektur notwendig sei.

An der Tamedia-Umfrage haben sich am 1. Februar 2018 online 17'067 Menschen aus der ganzen Schweiz beteiligt. Davon stammten 11'882 aus der Deutschschweiz, 4'232 aus der Romandie und 953 aus dem Tessin. Die bereinigten Daten wurden für die Analyse nach demographischen, geographischen und politischen Variablen gewichtet. Der maximale Fehlerbereich wird mit plus/minus 1,1 Prozentpunkten angegeben. (sda)

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43 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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piedone lo sbirro
07.02.2018 09:22registriert November 2016
der initiativtext fordert, dass am 1. januar nach der erfolgreichen abstimmung alle geldflüsse für die SRG stillgelegt sein müssen – was die liquidierung der SRG bedeutet – fand man einen trick, um zahlreiche bürger zu täuschen:

man erfand den initiativtitel no-billag. man sprach nicht mehr von der SRG, sondern von der billag.

man tat so, als ob man dem volk eine abgabe von über 400.- ersparen wolle, wofür dieses volk ohnehin medial nicht das erhalte, was es wolle, nämlich das normale, endgültig definiert von somm, mörgeli oder – für die etwas anspruchsvolleren geldeliten – von herrn gujer.
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piedone lo sbirro
07.02.2018 09:15registriert November 2016
es gibt es kaum zweifel, dass die SRG bei einer annahme der no-billag noch vor dem auslaufen ihrer konzession 2018 in liquidation gehen oder den konkurs anmelden müsste.

für die zuschauer und zuhörer der SRG-programme hätte das gravierende konsequenzen. hochwertige und seit jahrzehnten etablierte informationssendungen wie das «echo der zeit», «rendez-vous am mittag» oder die «tagesschau» würden verschwinden.

verschwinden würde auch mit hoher wahrscheinlichkeit der radiosender SRF 2 kultur, der ein höchst wertvolles programm anbietet, dass kein privater betreiber finanzieren würde.
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piedone lo sbirro
07.02.2018 09:44registriert November 2016
das riesige medienangebot der SRG kostet in der schweiz so viel wie ein durchschnittliches nachtessen in geselliger runde in einem durchschnittlichen restaurant! pro jahr!

es ist ein faktum: die billag-gebühren sind, ordnet man sie ins schweizerische preisniveau ein, äusserst billig.
aber die gebühren sind geeignet, hetze zu betreiben gegen den staat und institutionen.

hochpreisinsel schweiz:

https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/NZZ-und-Neoliberale-kaempfen-gegen-tiefere-Preise/story/31756686
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