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Experte warnt davor, Benzin zu Hause zu lagern: «Eine schlechte Idee»
Mit der Aufruhr im Nahen Osten leidet auch das Portemonnaie von Autofahrern weltweit. Nur wenige Tage nach der Ankündigung eines Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran brach dieser zusammen. Donald Trump verhängte eine Blockade der Häfen der Strasse von Hormus, durch die 20 % der weltweiten Öltransporte abgewickelt werden.
Wird der Benzinpreis also zwangsläufig steigen und die verhängnisvolle Marke von zwei Franken pro Liter überschreiten? watson im Gespräch mit Jordan Girod, dem Sprecher des Touring Club Switzerland (TCS).
Übersetzung
Dieser Text wurde von unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Romandie geschrieben, wir haben ihn für euch übersetzt.
Wird die Zwei-Franken-Marke pro Liter überschritten?
«Nach der amerikanischen Ankündigung der Blockade der Strasse von Hormus stieg der Preis für Brent-Rohöl wieder über 100 Dollar pro Barrel», erklärt Jordan Girod. Der TCS-Sprecher will zwar keine konkreten Prognosen abgeben, merkt aber an, dass Diesel in der Schweiz «bereits im Durchschnitt über zwei Franken pro Liter kostet».
Doch es gibt ein «aber»: «Da sich die Länder, die üblicherweise von dieser Region beliefert werden, nun anderen Lieferanten zuwenden, verschärft sich der Wettbewerb.» Das Ergebnis?
Im benachbarten Frankreich wurde die Zwei-Euro-Marke bereits überschritten. In der Schweiz ist die Zwei-Franken-Marke beim aktuellen Wechselkurs noch nicht erreicht. Wer gewohnt ist, im Ausland zu tanken, zahlt zum entsprechenden Wechselkurs umgerechnet über 2.15 Euro pro Liter.
Der TCS-Sprecher merkt an, dass die höchsten Preise im Jahr 2022 nach Beginn des Krieges in der Ukraine erreicht wurden, als die Benzinpreise auf bis zu 2.30 Franken stiegen. Von Ende 2024 bis Februar dieses Jahres waren die Preise «vergleichbar mit denen von 2006».
Zeichnet sich ein Engpass ab?
«Momentan gibt es in der Schweiz keine Versorgungsprobleme», stellt Girod klar. Das von den Schweizern verbrauchte Benzin stamme «hauptsächlich aus den USA und Nigeria und ist nicht vom Öl aus dem Persischen Golf abhängig».
«Bei der derzeitigen Verbrauchsrate reichen die Benzin-, Diesel- und Heizölvorräte für etwa viereinhalb Monate.» Und danach? Auf diese strategischen Reserven werde zurückgegriffen, «wenn die Schweiz mit einem Versorgungsengpass konfrontiert ist» – aber:
Gilt es, Reserven aufzubauen?
Sollten wir Vorräte anlegen und billigeres Benzin kaufen, wenn wir eine Preiserhöhung befürchten? Die Antwort lautet «Nein». «Das wirft Sicherheitsbedenken auf», erklärt Girod und fügt hinzu:
In einigen Fällen ist dies sogar illegal. «Die Lagerung von brennbaren Materialien ist in den gemeinsam genutzten Tiefgaragen von Gebäuden verboten», teilt der TCS-Sprecher mit.
