Schweiz
Öl

TCS-Sprecher Jordan Girod warnt davor, Benzin zu Hause zu lagern

Les menaces de Trump vont-elles faire monter le prix du pétrole?
Werden Trumps Drohungen die Ölpreise in die Höhe treiben? (Eingekreist: Jordan Girod)
bild: keystone / dr

Experte warnt davor, Benzin zu Hause zu lagern: «Eine schlechte Idee»

Das Scheitern des Abkommens zwischen den USA und dem Iran sowie die drohende Blockade der Strasse von Hormus sorgen für Turbulenzen an den Ölmärkten. Muss die Schweiz mit einem Anstieg der Benzinpreise rechnen, vielleicht sogar auf über zwei Franken pro Liter? Ein Blick auf die Lage.
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13.04.2026, 23:0013.04.2026, 23:00
Alexandre Cudré
Alexandre Cudré

Mit der Aufruhr im Nahen Osten leidet auch das Portemonnaie von Autofahrern weltweit. Nur wenige Tage nach der Ankündigung eines Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran brach dieser zusammen. Donald Trump verhängte eine Blockade der Häfen der Strasse von Hormus, durch die 20 % der weltweiten Öltransporte abgewickelt werden.

Wird der Benzinpreis also zwangsläufig steigen und die verhängnisvolle Marke von zwei Franken pro Liter überschreiten? watson im Gespräch mit Jordan Girod, dem Sprecher des Touring Club Switzerland (TCS).

Übersetzung

Dieser Text wurde von unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Romandie geschrieben, wir haben ihn für euch übersetzt.

Wird die Zwei-Franken-Marke pro Liter überschritten?

«Nach der amerikanischen Ankündigung der Blockade der Strasse von Hormus stieg der Preis für Brent-Rohöl wieder über 100 Dollar pro Barrel», erklärt Jordan Girod. Der TCS-Sprecher will zwar keine konkreten Prognosen abgeben, merkt aber an, dass Diesel in der Schweiz «bereits im Durchschnitt über zwei Franken pro Liter kostet».

«Was Benzin betrifft, so werden die Entwicklungen von der unvorhersehbaren internationalen Lage in den kommenden Tagen und Wochen abhängen.»
Jordan Girod, TCS-Sprecher

Doch es gibt ein «aber»: «Da sich die Länder, die üblicherweise von dieser Region beliefert werden, nun anderen Lieferanten zuwenden, verschärft sich der Wettbewerb.» Das Ergebnis?

«Die Preise steigen, weil der Ölmarkt globalisiert ist.»
Jordan Girod, TCS-Sprecher

Im benachbarten Frankreich wurde die Zwei-Euro-Marke bereits überschritten. In der Schweiz ist die Zwei-Franken-Marke beim aktuellen Wechselkurs noch nicht erreicht. Wer gewohnt ist, im Ausland zu tanken, zahlt zum entsprechenden Wechselkurs umgerechnet über 2.15 Euro pro Liter.

Der TCS-Sprecher merkt an, dass die höchsten Preise im Jahr 2022 nach Beginn des Krieges in der Ukraine erreicht wurden, als die Benzinpreise auf bis zu 2.30 Franken stiegen. Von Ende 2024 bis Februar dieses Jahres waren die Preise «vergleichbar mit denen von 2006».

Das rät der Experte
Die Preise können auch von Kanton zu Kanton variieren. Lohnt es sich, extra zum Tanken einen Umweg zu fahren? Der TCS hat einen Tipp: die «Drei-mal-fünf-Regel». «Der Umweg darf maximal fünf Kilometer betragen, der Preis muss mindestens fünf Rappen niedriger sein und man muss mindestens 50 Liter tanken», erklärt Jordan Girod. Werden diese Kriterien nicht erfüllt, tankt man besser an der nächsten Tankstelle.

Zeichnet sich ein Engpass ab?

«Nein. Es besteht keine Gefahr eines Engpasses.»
Jordan Girod, TCS-Sprecher

«Momentan gibt es in der Schweiz keine Versorgungsprobleme», stellt Girod klar. Das von den Schweizern verbrauchte Benzin stamme «hauptsächlich aus den USA und Nigeria und ist nicht vom Öl aus dem Persischen Golf abhängig».

«Bei der derzeitigen Verbrauchsrate reichen die Benzin-, Diesel- und Heizölvorräte für etwa viereinhalb Monate.» Und danach? Auf diese strategischen Reserven werde zurückgegriffen, «wenn die Schweiz mit einem Versorgungsengpass konfrontiert ist» – aber:

«Das ist derzeit nicht der Fall.»
Jordan Girod, TCS-Sprecher

Gilt es, Reserven aufzubauen?

Sollten wir Vorräte anlegen und billigeres Benzin kaufen, wenn wir eine Preiserhöhung befürchten? Die Antwort lautet «Nein». «Das wirft Sicherheitsbedenken auf», erklärt Girod und fügt hinzu:

«Aufgrund der Brandgefahr wird davon abgeraten, Brennstoff in privaten Räumen wie dem Haus, dem Keller oder der Garage zu lagern.»
Jordan Girod, TCS-Sprecher

In einigen Fällen ist dies sogar illegal. «Die Lagerung von brennbaren Materialien ist in den gemeinsam genutzten Tiefgaragen von Gebäuden verboten», teilt der TCS-Sprecher mit.

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Aschenmadlen
14.04.2026 00:30registriert Juli 2017
Ich lagere im Estrich 10 Ster Holz, 50L Diesel und Gasflaschen für den Grill. Nur wenig Munition. Der Vermieter hat mich bereits besorgt angesprochen. Ich konnte ihn beruhigen, niemals würd ich was anzünden. freundliche Grüsse, JD Biedermann.
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