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Gebühr auf Flugtickets gegen ÖV-Gutscheine: Initiative wird lanciert

Flugzeuge der Fluggesellschaft Swiss und Edelweiss stehen auf dem Flugplatz, aufgenommen am Donnerstag, 10. Juli 2025 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Reisende sollen künftig eine Flugticketabgabe bezahlen, fordert eine Initiative.Bild: KEYSTONE

Flugticketabgaben gegen ÖV-Gutscheine: Umweltschützer starten Unterschriftensammlung

Nach der Schlappe an der Urne für die Klimafonds-Initiative plant die Linke bereits eine neue Vorlage zur Klimapolitik: Sie will Abgaben auf Flugtickets, im Gegenzug sollen Schweizerinnen und Schweizer ÖV-Gutscheine erhalten.
09.03.2026, 11:1009.03.2026, 11:10

Das Parlament hat dem Nachtzug von Basel nach Malmö noch vor seinem Start den Stecker gezogen. Begründet wurde dies auch mit den Kosten: Der Bund hätte pro Ticket rund 100 bis 200 Franken an Subventionen zahlen müssen. Diese Subventionen kommen von den Emissionszertifikaten der Fluggesellschaften. Und nach dem Nachtzug-Aus fliessen sie nun auch wieder zurück in die Flugbranche.

Das war der St.Galler Grünen-Nationalrätin Franziska Ryser von Beginn weg ein Dorn im Auge. Schliesslich werde der Flugverkehr schon mit Milliarden subventioniert, argumentierte sie. Nun startet die Umweltorganisation Umverkehr, der Ryser als Co-Präsidentin vorsteht, einen neuen Versuch, den ÖV zu stärken.

30 Franken für Europa-Flüge, 500 Franken für Privatjets

Ende April soll mit dem Sammeln von Unterschriften für eine neue Initiative gestartet werden, berichtet der Tages-Anzeiger. Sie fordert eine Abgabe auf Flugtickets – sowohl für Linienflüge als auch Charterflüge. Ausgenommen wären nur Rettungsflüge. Umverkehr hatte schon im vergangenen Jahr angekündigt, die Initiative vors Volk bringen zu wollen.

Nun sind erste Details bekannt: Innerhalb von Europa soll die Abgabe mindestens 30 Franken betragen, für längere Distanzen sollen mindestens 120 Franken anfallen. Privatjetflüge sollen mindestens 500 Franken an Abgaben kosten.

Mit dem Geld soll der öffentliche Verkehr gestärkt werden. Heisst: Die Einnahmen sollen zu einem Grossteil in Form von Gutscheinen an die Bevölkerung zurückgehen. Sie sollen für inländische, aber auch für internationale Zug- und Busverbindungen gültig sein. Die Gutscheine könnten auch für den Kauf eines Halbtax-Abos genutzt oder auf andere Personen übertragen werden.

Bahnverbindungen ausbauen

Laut der Berechnungen würden so 1,5 Milliarden an Einnahmen zusammenkommen, pro Person gäbe es demnach einen Gutschein im Wert von rund 110 Franken. Der Rest des Geldes soll für klimafreundliche Mobilität eingesetzt werden, etwa den Ausbau internationaler Bahnverbindungen. «Wir wollen mehr direkte Zugverbindungen ins Ausland ermöglichen, inklusive Nachtzüge», sagt Ryser zum «Tages-Anzeiger».

Zwar stösst eine Flugticketabgabe gemäss einer repräsentativen Umfrage auf eine breite Unterstützung, bürgerliche Parteien stehen ihr jedoch kritisch gegenüber, schreibt die Zeitung. (vro)

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