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Wo die Schweizer ihre Sommerferien verbringen – und wo nicht (mehr)

Nehmen wir: Boracay Beach auf den Philippinen. Bild: luxurytravel

Brexit, Terror und starker Franken zeigen Wirkung: Schweizer reisen in den Sommerferien in diesem Jahr nach Westen. Auch die Schweiz kann als Reiseziel wieder punkten.

Andreas Schaffner / Nordwestschweiz



In vielen Kantonen starten jetzt die Sommerferien. Schon vor dem Terroranschlag in Istanbul diese Woche war klar: Die Türkei als Feriendestination steht bei Schweizern in diesem Jahr nicht an oberster Stelle. «Das Türkei-Geschäft ist gegenüber dem letzten Jahr um rund 70 Prozent eingebrochen», sagt Hotelplan-Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir. Das Gleiche gilt auch für Tunesien und Ägypten. «Die geopolitische Situation ist Ursache für die schlechten Buchungsstände für Nordafrika und die Türkei», sagt Marcel Schlatter von Kuoni Reisen.

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Bild: screenshot/az

Mallorca auf Platz eins

Der Buchungstrend geht in diesem Jahr klar in Richtung Westen. Schweizer zieht es in den kommenden Tagen lieber auf die Balearischen Inseln, die Kanarischen Inseln, Portugal und Italien. Auch Flussreisen und Kreuzfahrten wurden stark gebucht. Das Online-Portal Ebookers meldet Mallorca auf Platz eins, gefolgt von Barcelona und Berlin.

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Bild: screenshot/az

Bei Fernreisen sind laut der Umfrage der «Nordwestschweiz» die USA und Kanada hoch im Kurs. Der Preis spielt offenbar eine geringere Rolle als auch schon: Da viele Schweizer Gäste eher auf Italien und Spanien setzen, geben sie in diesem Jahr voraussichtlich mehr Geld aus als in den vergangenen Jahren. Spanien und Italien sind deutlich teurer als etwa die Türkei. Beide Länder sind wegen starker Nachfrage auch deutlich teurer als in den Jahren zuvor.

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Bild: screenshot/az

Ein Plus in der Schweiz

Auch der Buchungsstand in der Schweiz sieht sehr gut aus. Bei einheimischen Gästen ist das Tessin hoch im Kurs, gefolgt von Graubünden, dem Berner Oberland, dem Wallis und der Zentralschweiz. Gemäss einer Umfrage von Schweiz Tourismus bei den grösseren touristischen Regionen wird hinsichtlich Hotel-Logiernächten im Grossen und Ganzen sogar eine leicht bessere oder mindestens dem Vorjahr entsprechende Sommersaison erwartet.

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Bild: screenshot/az

5 Gewinner der Sommersaison 2016 ...

1. Go West!

Dies scheint sich in diesem Jahr nicht nur bei den Badeferien zu bestätigen. Laut Kuoni sind auf der Langstrecke folgende Destinationen stark gesucht: USA/Kanada, Malediven, Thailand. Dies entspricht auch den Aussagen von Knecht Reisen. Laut dem Internetportal Travelnews liegt in diesem Sommer bei den Übersee-Destinationen Asien/Pazifik (3,8 Prozent) noch vor USA/Kanada (3,2 Prozent) vorn. Der starke Schweizer Franken spielt bei diesen Destinationen eine weniger starke Rolle: Der US-Dollar ist in den vergangenen Monaten stärker geworden. Vorbei sind die Zeiten nach der Finanzkrise, als Ferien in den USA für Schweizer spottbillig geworden waren.

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Beliebtes Reiseziel USA: Hier der White Sands Nationalpark im Bundesstaat New Mexico. Bild: shopindigotide

2. Italien ist top

Die Umfrage des Portals Travelnews zeigt klar: Ausländische Destinationen sind weiterhin hoch im Kurs. In diesem Jahr schwingt Italien obenauf: 13,4 Prozent der Befragten streben Bella Italia an. Schon auf dem zweiten Platz folgt Deutschland und erst dann Spanien/Portugal. Auch Frankreich steht mit 8 Prozent in der Sommerferien-Gunst hinter Deutschland. Dies deckt sich mit den Angaben der Reiseanbieter: Laut Kuoni wird es auf Mallorca und auf den Kanarischen Inseln jedoch während der Schulferienzeit langsam, aber sicher knapp. Die Touristiker sowohl in Spanien als auch Italien dürfen sich die Hände reiben: Weil das Angebot immer knapper wird, sind die Preise gestiegen.

A view of Rome's ancient Colosseum with its lights switched on after a five-minute

Pizza, Pasta, Kolosseum: Italien ist beliebt bei Schweizern.
Bild: AP

3. Der hohe Norden

Die heimlichen Stars an der diesjährigen Fussball-Europameisterschaft sind die Kicker aus Island. Island ist auch bei den Touristen aus der Schweiz angesagt. Ganz Skandinavien, von Norwegen über Schweden bis hin nach Finnland gehört laut der Umfrage des Online-Portals Travelnews zu den gefragten Reisezielen. Auch Grossbritannien steht spätestens seit der Brexit-Abstimmung bei den Schweizern hoch im Kurs: Der starke Franken und das schwache britische Pfund haben dazu geführt, dass die Gäste, die nach Grossbritannien fahren wollen, günstiger in die Ferien können. Hotelplan hat die Preise seit dem letzten Samstag in den Buchungs-Systemen angepasst.

Wir sind alle Islandfansson! Hier 93 weitere Gründe, warum man das Land einfach lieben muss

4. Die Schweiz ist im Trend

Wer in der Heimat Urlaub machen will, sollte schnell buchen. Derzeit hat es überall noch freie Plätze. Viele Regionen erwarten aber eine leicht bessere oder mindestens dem Vorjahr entsprechende Sommersaison. Dies ist besonders in der Parahotellerie der Fall: Campingplätze, Jugendherbergen, Reka-Dörfer und Ferienwohnungen sind gut ausgelastet. Wie jedes Jahr spielt für einen erfolgreichen Sommer in der Schweiz auch das Wetter eine wichtige Rolle. Im vergangenen Jahr waren Zürich, Zermatt und Basel die beliebtesten Destinationen.

Der Äscher ist die schönste Beiz der Welt (hier gehts zur Story)

5. Griechenland holt auf

Die gewaltige Flüchtlingskrise hat die griechischen Inseln im vergangenen Jahr besonders hart getroffen. Inzwischen hat sich die Situation jedoch deutlich beruhigt. Trotzdem bleiben viele Touristen weg. Während Kreta oder Korfu zwar nach wie vor gefragt sind, sind die Strände auf Rhodos, Kos oder Samos laut verschiedenen Berichten leer. Nur die Skandinavier lassen sich davon nicht abbringen. Laut Kuoni sind für Griechenland derzeit viele preislich «hochattraktive» Angebote auf dem Markt. Auch die Flugpreise sind aufgrund hoher Frequenzen aus der Schweiz eher gesunken. Hinderlich sind jedoch die vielen Streiks. Sie behindern den Verkehr der Fähren.

epa04282382 A picture made available on 26 June 2014 shows a couple of tourists taking a picture in front of the Parthenon temple at the Acropolis hill in Athens, Greece, 18 June 2014. Tourism revenues jumped 28 percent reaching 900 million euros in January-April 2014, while tourist arrivals increased 21.1 percent compared with the same period last year exceeding 1.9 million, the Bank of Greece (BoG) said on 23 June 2014.  EPA/YANNIS KOLESIDIS

Selfie vor der Akropolis in Athen: Griechenland ist preislich hochattraktiv. Bild: EPA/ANA MPA

... und 4 Verlierer

1. Problemzone Nordafrika

Leere Strände, leere Betten. Die einst boomenden Feriendestinationen in Nordafrika, in Tunesien, Marokko und Algerien klagen über das Ausbleiben der Gäste. Schuld sind die «geopolitischen Spannungen», wie es in den Erklärungen der Reiseanbieter heisst. Terroranschläge haben insbesondere Tunesien schon im vergangenen Jahr hart getroffen. Entsprechend unattraktiv ist die Reisedestination in diesem Jahr auch für Gäste aus der Schweiz. Die Veranstalter haben vorgesorgt und viel weniger Kontingente reserviert.

epa04826641 A view of the beach where tourists were shot dead in front of the Hotel Imperial Marhaba in Sousse, Tunisia, 01 July 2015. Tunisian authorities announced a plan to deploy 1000 armed policemen at tourist sites following the deadly attack on the beach that left 38 people killed on 26 June.  EPA/MOHAMED MESSARA

Leerer Strand in Tunesien: Terroranschläge haben dem Land zugesetzt.
Bild: MOHAMED MESSARA/EPA/KEYSTONE

2. Krisenherd Naher Osten

Der Tourismus in Ägypten ist massiv zusammengebrochen. Einstige Tourismushochburgen gleichen Geisterstädten. Auch die Ferienhochburgen am Roten Meer sind im Wachkoma. Selbst die Russen bleiben dem Land fern. Mit einer gross angelegten Marketing-Kampagne über alle Kanäle will Ägypten in den kommenden Wochen Gegensteuer geben. Im Vergleich zu Nordafrika ist Ägypten jedoch eine klassische Winterdestination. Temperaturen von bis zu 50 Grad im Sommer schrecken manchen Europäer ab.

Augenschein in Hurghada, das immer mehr zur Geisterstadt wird

3. Türkei nur für Mutige

Der Einbruch in der Türkei ist dramatisch. Der Terroranschlag in Istanbul vor wenigen Tagen hat viele unentschlossene Schnäppchenjäger definitiv abgeschreckt. Umgekehrt bietet die Türkei derzeit laut Kuoni das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Aufgrund der rückgängigen Buchungsentwicklung seien die Preise nun je nach Objekt zwischen 10 und 20 Prozent gesunken. Die türkischen Hoteliers haben jedoch sehr lange gewartet, die Nachfrage mit Preisnachlässen zu stimulieren, heisst es unter den Reiseanbietern. Dies sei nun vor einigen Wochen nachgeholt worden.

ISTANBUL, TURKEY - FEBRUARY 23:  A woman takes a photograph in Eminonu on February 23, 2016 in Istanbul, Turkey. Turkey's booming tourism industry is beginning to feel the effects of the countries growing instability and recent terrorist attacks. Figures recently released by The Turkish Statistical Institute show the country was already losing tourist numbers towards the end of 2015, revenues sank to 31.5billion from 34.3billion in 2014.  After Russia introduced sanctions against Turkey for the downing of a Russian jet on the Syrian border and the January 12th ISIS terrorist attack that killed 10 German tourists, the country experienced mass reservation cancellations from Germany and other European countries. Antalya, classed as Turkey's Òtourisim capitalÓ  regularly hosted some 4million Russian tourists per year, with the Russian sanctions banning all package tours to Turkey, the Antalya Chamber of Commerce and Industry calculated that the Russian crisis could cost Antalya and the Turkish economy 10-11billion dollars in 2016.  (Photo by Chris McGrath/Getty Images)

Istanbul wurde schwer getroffen, das wirkt sich auf den Tourismus aus.
Bild: Getty Images Europe

4. Russland im Hintertreffen

Laut verschiedenen Rückmeldungen von Reiseanbietern ist auch Russland in diesem Jahr weniger gefragt. Das erstaunt, ist der russische Rubel nach wie vor sehr günstig im Verhältnis zum Schweizer Franken. Viele Destinationen, die noch vor Jahren für Schweizer sehr teuer waren, sind aufgrund des Wechselkurses günstiger geworden. (Eine lesenswerte Reise-Reportage über Russland gibt es hier).

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