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Sechs Jahre Haft für Ex-Schwiegertochter nach Raubüberfall auf Wirt



Eine 30-jährige Dominikanerin ist vom Bezirksgericht in Nyon VD wegen Raubüberfalls und falscher Anschuldigung zu sechs Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die Frau hatte 2015 in Morges, unterstützt von drei Komplizen, das Restaurant ihres Ex-Schwiegervaters ausgeraubt und ihn und seine Tochter verletzt.

Die Schuld der jungen Frau wiege schwer, sagte der Gerichtspräsident am Freitag. Sie habe ihren Ex-Schwiegervater mit Niederträchtigkeit und aus purem Egoismus verraten. Dennoch blieb das Gericht unter dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmass.

Nur einer der Komplizen der Frau tauchte beim Prozess auf. Der 44-jährige ehemalige französische Profiboxer, Vater von drei Kindern und im Gegensatz zu seinen Mitangeklagten ohne Vorstrafen, wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Davon wurden neun Monate bedingt bei einer Bewährungsfrist von drei Jahren ausgesetzt. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von fünf Jahren beantragt.

Der zweite 43-jährige französische Komplize wurde in Abwesenheit zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, obwohl ihm eine sechsjährige Haftstrafe gedroht hatte. Zudem müssen die Mittäter insgesamt 10'000 Franken Genugtuung an jedes der beiden Opfer zahlen.

Der letzte Angeklagte, ein 39-jähriger Guineer, der von den französischen Behörden nach Spanien überstellt worden war, wird später vor Gericht gestellt.

Gefesselt und verwundet

Nach Ansicht des Gerichts gingen die vier Angeklagten beim Überfall planmässig vor. Am 27. März 2015 tauchte die Frau unter einem falschen Vorwand im Restaurant ihres Ex-Schwiegervaters auf. Der 70-Jährige war gerade dabei, mit seiner Tochter, einer Kellnerin, den Arbeitstag zu beenden.

Gegen 23.15 Uhr stürmten die drei Komplizen das Lokal, ihre Gesichter mit Strümpfen bedeckt. Sie fesselten und bedrohten den Wirt, um herauszufinden, wo sich sein Safe befand. Dabei verletzten sie den 70-Jährigen im Gesicht.

8000 Franken Beute

Sie fesselten seine Tochter und drängten sie zusammen mit der Angeklagten in eine Kammer. Später wurde die Kellnerin auf den Kopf geschlagen und in einen Weinkühlschrank eingeschlossen. Sie war danach schwer traumatisiert. Die Täter flohen daraufhin mit rund 8000 Franken in der Tasche.

Die Angeklagte hatte alles arrangiert, um als einfaches Opfer zu erscheinen. Später behauptete sie, dass der Partner ihrer Mutter den Raub befohlen habe. Der Mann habe beiden Frauen mit Vergewaltigung gedroht. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Stefan Morgenthaler-Müller 18.07.2020 09:23
    Highlight Highlight Wegen CH 8'000 Beute, so viel Leid und Kosten verursacht. Im Gefängnis darf jetzt für CHF 3 die Stunde gearbeitet werden. Wie sieht es nach dem Verbüssen der Freiheitsstrafe aus? Keine Wohnung, kein Job und kein Geld.

    Warum sehen Leute keinen anderen Ausweg als einen Überfall?

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