Schweiz
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Später verstorbene Transsexuelle am Genfersee vergewaltigt – lange Haftstrafen bestätigt



ARCHIVBILD - BEZUEGLICH TOT AUFGEFUNDENER 19-JAEHRIGER IN ZUERCHER GEFAENGNIS - Das provisorische Polizeigefaengnis des Kantons auf der Kasernenwiese ist bis Ende 2011 bewilligt, aufgenommen am Mittwoch 22. September 2010 in Zuerich. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Bild: KEYSTONE

Die Rekurse von zwei Männern, die im März 2018 in Vevey VD eine junge Frau missbraucht haben, sind vom Waadtländer Kantonsgericht abgewiesen worden. Der leblose Körper der Transsexuellen war im Genfersee gefunden worden.

Die beiden Täter waren in erster Instanz zu Freiheitsstrafen von vier beziehungsweise viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Kantonsgericht bestätigte diese Strafen, wie die Anwälte der Angeklagten und die Staatsanwaltschaft Donnerstag mitteilten.

Zwei der vier verurteilten Asylbewerber hatten gegen das erstinstanzliche Urteil Berufung eingelegt. Die von der Verteidigung vorgebrachten Argumente - insbesondere, dass das Opfer tatsächlich habe Selbstmord begehen wollen und dass es seine Angreifer hätte abweisen können - wies das Kantonsgericht bei der Berufungsverhandlung am Montag zurück.

Weiterzug ans Bundesgericht

Der Staatsanwalt sagte der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage, er sei «sehr zufrieden mit diesem Urteil», von dem bislang nur das Dispositiv vorliegt. Einer der Anwälte der Angeklagten, Eric Stauffacher, äusserte dagegen sein «Missverständnis» über das Urteil. Es sei wahrscheinlich, dass die Verteidigung den Fall ans Bundesgericht weiterziehen werde.

Das Bezirksgericht Waadt Ost hatte im März vier Personen zu Strafen von drei bis viereinhalb Jahren verurteilt. Sie wurden des sexuellen Missbrauchs einer nicht urteilsfähigen Person in erschwerenden Umständen und als Gemeinschaftstat für schuldig gesprochen.

Den Verurteilten müsse klar gewesen sein, dass die junge Frau so stark alkoholisiert war, dass sie keinen Widerstand mehr habe leisten können. Zudem hatte sie Antidepressiva konsumiert.

Als Sexualobjekt behandelt

Das Gericht war überzeugt, dass das Opfer keine Entscheidungsfähigkeit mehr hatte und dass die vier Nordafrikaner im Alter von 26 bis 32 Jahren dies wussten. Die Täter hätten die 27-jährige Frau missbraucht und als Sexualobjekt behandelt.

Nach den Übergriffen liessen sie ihr Opfer allein am Ufer des Genfersees zurück, der zum Tatzeitpunkt - am 7. März 2018 - sieben Grad warm war.

Die Leiche wurde am anderen Morgen von einer Spaziergängerin gefunden. Auf dem Körper der Frau wurden Spermaspuren von zwei Männern gefunden. (aeg/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Töfflifahrer 06.09.2019 08:35
    Highlight Highlight 4 bis 4 1/2 Jahre? Für eine solche Tat und bei Tätern die das Opfer dann einfach liegen liessen und damit dessen Tod in Kauf nahmen? Ist das alles? Was bitte läuft da bei uns schief?
  • Gopfridsenkel 06.09.2019 08:23
    Highlight Highlight Ich frage mich, was in den Verteidigern vor sich geht.
    Ich weiss, dass es deren Beruf ist und ich vermute, dass es Pflichtverteidiger sind. Aber wie kann man solch ein mildes Urteil für solch eine abscheuliche Tat sogar noch herausfordern wollen?
  • Kong 05.09.2019 19:16
    Highlight Highlight Warum fielen die Strafen so milde aus? Ersttäter oder greift das Gesetz nicht genug? Als Laie wirken die Urteile viel zu nachsichtig. Und selbst das möchte die Verteidigung noch kippen...

    Eine Frau tot. Die Täter bald wieder frei. Komische Welt.
    • TJ Müller 05.09.2019 19:56
      Highlight Highlight Ich finde es jetzt auch gar kurz für sexuellen Missbrauch, nur müsste man um dies zu beurteilen den Fall genau kennen. Und wegen dem Tod. So wie ich das verstanden habe, haben die Männer die Frau ja nicht getötet, sie ist bei 7 Grad erfroren. Ist wohl eher unterlassene Hilfeleistung und keine Tötung, oder?
    • Kong 05.09.2019 20:31
      Highlight Highlight ich kenne die Details auch zu wenig und will nicht mutmassen, nach dem Missbrauch war es wohl eher fahrlässige Tötung oder so? Auf jeden Fall ein menschenverachtendes Verhalten das man nicht nachvollziehen kann.
  • Macrönli 05.09.2019 17:31
    Highlight Highlight Hab ich mich in der Höhe der Haftstrafe verlesen oder?
  • Spirulina 05.09.2019 16:06
    Highlight Highlight Abscheulich. Eigentlich bin ich politisch eher links, aber in solchen Fällen wünsche ich mir eine sofortige Ausschaffung.
    • murrayB 05.09.2019 19:39
      Highlight Highlight Ich bin für eine Haftverbüssung im Heimatland, egal in welchem - finanziert von der Schweiz natürlich... Das würde schon viel bewirken...
    • TJ Müller 05.09.2019 19:58
      Highlight Highlight Das verstehe ich nun nicht. Was soll dies bringen eine 2 Klassenjustiz einzuführen? Man soll doch aufgrund der Tat verurteilt werden, nicht aufgrund der Herkunft. Wären es Schweizer gewesen, könnte man sie ja auch nicht ausschaffen.
    • Gopfridsenkel 06.09.2019 08:20
      Highlight Highlight @TJ Müller: Gemäss Artikel sind die Täter Asylbewerber gewesen. Hat also nichts mit 2 Klassenjustiz zu tun. Strafe abbüssen und dann Asyl verwehren --> ausschaffen.
  • saaam 05.09.2019 14:44
    Highlight Highlight Ich begreife immer noch nicht, wie es möglich ist, dass unser Rechtssystem für solch abscheuliche Taten so kurze Haftstrafen vorsieht.
    • Tartaruga 05.09.2019 17:04
      Highlight Highlight 4 Jahre für das Vergewaltigen einer Person, was wahrscheinlich noch zu ihrem Tod geführt hat? Abscheulich

      Wie könnte man das ändern? Was können wir als Bürger unternehmen?
    • Marco4400 05.09.2019 18:15
      Highlight Highlight @tartaruga man könnte jetzt meine, dass mein eventuell die Gesetze verschärfen muss, aber das wäre nicht mal nötig. Die Höchststrafe für eine „blosse“ Vergewaltigung ohne weiteren Folgen liegt bereits bei 10 Jahren. Wie kann es also sein, dass in so einen harten Fall nur die Hälfte als Strafe ausgesprochen wird? Man müsste die Gesetze durchsetzen...
    • Ich bin so klug 05.09.2019 18:22
      Highlight Highlight Gegenfrage: Was hält dich davon ab, jemanden zu vergewaltigen (oder ähnliches) ? Die Höhe der wahrscheinlich folgenden Haftstraffe?
      Die Forderung von hohen Haftstraffen ist zwar verständlich (in der Bibel gelernt), diese währen jedoch wenig wirksam.
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