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Crans-Montana: 10 Fragen und Antworten zum Branddrama

Video: watson/Lucas Zollinger

10 Fragen und Antworten zum Branddrama

Ein fataler Brand in der Neujahrsnacht riss in Crans-Montana VS rund 40 Menschen in den Tod. Es ist eine der schwersten Katastrophen der Schweizer Nachkriegsgeschichte. Was bisher bekannt ist und was offen bleibt – in 10 Punkten.
01.01.2026, 21:4402.01.2026, 08:19

Was ist passiert?

In der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana brach nach Mitternacht ein verheerender Brand aus. Rund 40 Menschen starben, 115 wurden verletzt, viele davon schwer, wie die Bundes- und Kantonsbehörden am Donnerstagabend mitteilten. Das Feuer breitete sich extrem schnell aus.

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Unglück in der Silvester-Nacht in Crans-Montana

Während einer Silvesterfeier ins Neujahr 2026 in Crans-Montana VS kam es zu einer Explosion und einem Brand in der Bar «La Constellation».

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Wann und wo ereignete sich das Unglück?

Die ersten Notrufe gingen gegen 1.30 Uhr ein. Betroffen war ein zweistöckiges Lokal mit Bar- und Clubbereich. Der mutmassliche Brandherd lag im Untergeschoss, das nur über eine einzige Treppe erreichbar ist.

Wie verlief der Brand, und was war mit der Explosion?

Laut Behörden kam es zu einem sogenannten «Flashover». Dabei entzünden sich in einem stark erhitzten Raum schlagartig brennbare Gase. Innerhalb von Sekunden entwickelte sich ein Vollbrand mit extremen Temperaturen und mindestens einer Explosion.

feuer crans montana
In der Bar kam es zu einem «Flashover».Bild: x

Wie viele Opfer gibt es?

Nach aktuellem Stand starben rund 40 Menschen. 115 weitere wurden verletzt und in Spitäler im Wallis sowie in andere Kantone gebracht. Viele Betroffene erlitten schwere Brand- und Rauchverletzungen und kämpfen um ihr Leben. Darunter auch Minderjährige.

Wer sind die Betroffenen?

Die Behörden bestätigen, dass es sich bei vielen Opfern um Jugendliche oder junge Erwachsene handelt. Unter den Betroffenen sind auch ausländische Touristen. Mehrere Todesopfer sind noch nicht identifiziert.

Wie lief der Rettungseinsatz ab?

Feuerwehr, Sanität und Polizei rückten mit einem Grossaufgebot aus. Rund 40 Ambulanzen, 13 Helikopter und etwa 150 Rettungskräfte standen im Einsatz. Verletzte wurden unter anderem nach Sion, Lausanne, Genf und Zürich geflogen. Auch das Ausland leistete Hilfe.

crans montana

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Rund 40 Ambulanzen standen im Einsatz.Bild: x

Wie ist die Lage in den Spitälern?

Die Spitäler in der Westschweiz sind stark ausgelastet. Spezialisierte Betten für Schwerbrandverletzte sind knapp. Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, vorübergehend auf risikoreiche Aktivitäten zu verzichten. Psychologische Betreuung wurde organisiert.

Was berichten Augenzeugen?

Zeugen schildern eine Eskalation innerhalb von Sekunden. Ein 19-Jähriger sagte gegenüber «24 Heures», Feuerwerkskörper an Flaschen hätten die Decke entzündet, «dann brach Panik aus». Eine junge Französin berichtete von einer «funkelnden Kerze in einer Champagnerflasche». «Wir haben nicht realisiert, dass es gefährlich war. In einem Bruchteil einer Sekunde stand alles in Flammen.» An der Pressekonferenz wollten die Behörden die Champagnerflasche-These nicht kommentieren. Mehrere Augenzeugen sprechen von dichtem schwarzem Rauch, schreienden Menschen und einer chaotischen Flucht über die enge Treppe.

Was weiss man über die Brandursache?

Die Ursache ist weiterhin unklar. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in mehrere Richtungen. Ein Anschlag wird ausgeschlossen. Zeugenaussagen gelten als Hinweise, aber nicht als gesicherte Erkenntnisse. Die Untersuchungen dürften längere Zeit dauern.

Hier bricht in der Bar das Feuer aus:

Video: watson

Wie reagieren Politik und Öffentlichkeit?

Die Anteilnahme ist gross. Bundespräsident Guy Parmelin sprach von einer der schlimmsten Tragödien der Schweizer Geschichte. Die Flaggen am Bundeshaus wehen fünf Tage lang auf halbmast, mehrere Städte, darunter Luzern, sagten Feuerwerke ab. Für Angehörige wurde eine Helpline eingerichtet. Aus vielen Ländern erhielt die Schweiz Beleidsbekundungen. (chm/pmü/mg/cma)

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Unglück in der Silvester-Nacht in Crans-Montana
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Unglück in der Silvester-Nacht in Crans-Montana

Während einer Silvesterfeier ins Neujahr 2026 in Crans-Montana VS kam es zu einer Explosion und einem Brand in der Bar «La Constellation».

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Dutzende Tote nach Brand und Explosion bei Silvesterparty in Crans-Montana
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84 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Dodo9090
01.01.2026 22:34registriert März 2023
Ich kann gut nachvollziehen, dass man wissen will, wie diese Tragödie passieren konnte. Geht auch mir so.
Aber ich finde es nicht gut wie aktuell viele Spekulationen als Fakten dargestellt werden(auch hier in den Kommentaren) Lassen wir doch die Behörden ihre arbeit machen bisher ist nur klar, dass es kein Anschlag war.
Und das wichtigste ist aktuell, dass alle Opfer best möglichst versorgt werden, die Identifizierung rasch erfolgt und die Angehörige alle nötige Unterstützung bekommen.
Es sind noch keine 24h vergangen.
Mein tiefstes Mietgefühl an alle welche von dieser Tragödie betroffen sind
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chrissy_dieb
01.01.2026 21:50registriert Januar 2020
Die Parallelen zum 2003 station nightclub fire sind frappant: Pyrotechnik im Innern entzündet leicht brennbares Isolationsmaterial. Mindestens der südliche (Not)Ausgang ist schnell durch die flüchtenden Menschenmassen verstopft. Bedingt durch die starke Rauchentwicklung und die Abwesenheit eines Sprinklersysstems kommt es rasch zu einem Flashover.

Bereits im Abstract des Untersuchungsberichts von 2005 „Report of the Technical Investigation of the Station Nightclub Fire“ stehen die Massnahmen, die geholfen hätten. Ein paar wenige davon hätten die Tragödie gelindert oder sogar verhindert.
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nöd ganz. klar #161!
01.01.2026 21:57registriert April 2019
Wait, Schaumstoff-Akustikverkleidungen an der Decke? In einem Club?!!!? What the Fu... Das ist absolut grobfahrlässig! Ich kann es nicht fassen.
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Wieso die Brandopfer nun Monate bis Jahre lang tägliche Schmerzen ertragen müssen
Brandverletzungen stellen Ärzte vor enorme Herausforderungen. Selbst wenn schwerverwundete Patienten die erste kritische Phase überleben, beginnt für sie ein langer Weg täglicher, schmerzhafter Wundversorgung.
Was in der Silvesternacht in Crans-Montana als ausgelassene Party begann, verwandelte sich in eine der schlimmsten Katastrophen der jüngeren Schweizer Geschichte. Über 40 Menschen starben und werden noch identifiziert, rund 119 Personen überlebten bisher als Schwerverletzte.
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