Schweiz
SBB

Frau ärgert sich über Gruppe ohne Maske – Reaktion der SBB überrascht

Menschen mit Schutzmasken im Zug der SBB zwischen Sargans und Z
Nicht alle tragen im Zug die Maske so vorbildlich wie diese Frau.Bild: sda

Frau ärgert sich über Gruppe ohne Maske im Zug – die Reaktion der SBB gibt zu reden

27.11.2021, 13:3628.11.2021, 12:48

Nicht alle Passagiere halten sich an die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. Einige schaffen es nicht, die Maske über die Nase zu ziehen, andere lassen sie gleich ganz weg.

Eine Frau, die kürzlich im Zug von Zürich nach Hannover unterwegs war, soll gleich einer ganzen Gruppe begegnet sein, die ohne Maske unterwegs war. Das berichtet zumindest Twitter-User «Max. de Menz».

Der Zugbegleiter sei stumm geblieben und habe sie nicht auf die Maskenpflicht hingewiesen. Auf der deutschen Seite sei die Gruppe dann rigoros aus dem Zug befördert worden, schreibt er weiter.

Der Tweet fand einiges an Beachtung, auch die SBB wurde darauf aufmerksam. In einer Antwort schrieb sie, dass jeder selber dafür verantwortlich sei, eine Maske im öffentlichen Verkehr zu tragen. Es würden keine Maskenkontrollen durchgeführt. «Allfällige Bussen verteilt nur die Kantons-, Stadt-, oder Gemeindepolizei.»

Die Reaktion der SBB löste eine grosse Diskussion darüber aus, ob das Zugpersonal bei Maskenverweigerern etwas tun kann oder sogar muss.

Ein Twitter-User, der von sich behauptet, er sei selber SBB-Mitarbeiter, meinte, es würden sehr wohl Kontrollen durchgeführt. Das Zugpersonal würde auch Maskenverweigerer an die Polizei übergeben.

Ein User schreibt, er verstehe durchaus, dass dies mühsam sein könne. Er weist aber darauf hin, dass das Bundesamt für Gesundheit (BAG) Kontrollen durch das Verkehrspersonal vorgesehen habe.

Ein weiterer User macht die SBB auf ihr eigenes Schutzkonzept aufmerksam. Dort steht: «Die Mitarbeitenden des öV machen die Kundinnen und Kunden auf die geltende Maskenpflicht aufmerksam (z.B. Durchsagen, persönliche Ansprache), analog wie dies heute der Fall ist z.B. bei ungebührlichem Verhalten.»

Die Verantwortung der Durchsetzung liege zwar nicht bei den Mitarbeitenden des öffentlichen Verkehrs. Aber: «Das mit der Kontrolle von Fahrausweisen beauftragte Personal kann Personen ohne Maske dazu auffordern, bei der nächsten Haltestelle auszusteigen.»

Eine Busse ausstellen ist indes nicht Aufgabe des Zugpersonals. Im Schutzkonzept heisst es weiter:

«Weitergehende Kompetenzen haben die Sicherheitsorgane gemäss Bundesgesetz über die Sicherheitsorgane der Transportunternehmen im öffentlichen Verkehr (BGST, SR 745.2), d.h. der Sicherheitsdienst und die Transportpolizei.

Diese haben u.a. die Aufgabe, für die Beachtung der Transport- und Benützungsvorschriften zu sorgen (Art. 3 Abs. 1 Bst. a BGST). Sie können Personen, die sich vorschriftswidrig verhalten, anhalten, kontrollieren und wegweisen (Art. 4 Abs. 1 Bst. b BGST). Wer Anordnungen dieser Personen zuwiderhandelt, wird mit Busse bestraft.»
Schutzkonzept ÖV

Aufgrund der vielen Reaktionen äusserte sich die SBB am Samstagmorgen erneut zum Thema. Sie schrieb, die Durchsetzung liege nicht bei den Mitarbeitenden des öffentlichen Verkehrs.

Auch nach diesen zwei Tweets wurde weiter diskutiert, weshalb die SBB am Samstagnachmittag abermals Stellung nahm. Der erste Tweet sei irreführend gewesen, so die SBB. Die Kundenbegleiterinnen und Kundenbegleiter würden die Reisenden durchaus auf die Maskenpflicht aufmerksam machen. Somit dürfte die Sache geklärt sein.

(cma)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
23 Gründe, wieso watsons sich impfen lassen haben
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Nach Ständerats-Entscheid: 8 Grossbanken sollen Interesse an UBS-Fusion haben
Die UBS-Führung soll gekränkt sein, dass die Schweizer Politik sie viel stärker regulieren will, als sie sich das wünscht. Nun erwägen Ermotti und Co. offenbar einen internationalen Zusammenschluss.
Die Schweiz habe entschieden, «dass die UBS nicht willkommen ist»: So soll Colm Kelleher, der Verwaltungsratspräsident der UBS den Entscheid des Ständerats, die UBS zu 90 Prozent hartem Kernkapital zu verpflichten, quittiert haben. Darüber berichtet der «Sonntagsblick».
Zur Story