Schweiz
Schule - Bildung

Entlassung der Zürcher Uni-Professorin Iris Ritzmann ist nichtig

Bild
Bild: flickr

Entlassung der Zürcher Uni-Professorin Iris Ritzmann ist nichtig

21.11.2019, 10:3921.11.2019, 10:39

Das Zürcher Verwaltungsgericht hat entschieden, dass die Kündigung der Universitäts-Professorin Iris Ritzmann willkürlich war. Ritzmann hatte die Affäre Mörgeli ins Rollen gebracht.

Die Uni hatte Telefon- und E-Mail-Daten der Professorin ausgewertet, um das Informationsleck zu finden. Diese Beweisführung taxierte das Gericht nun als rechtswidrig, wie es am Donnerstag mitteilte.

Das Verwaltungsgericht stellt fest, dass die Entlassung von Professorin Ritzmann durch die Universität Zürich somit nichtig und damit unwirksam ist. Die Universität entliess Iris Ritzmann per Ende April 2014, weil sie eine Amtsgeheimnisverletzung begangen habe.

Die Uni stützte die Kündigung auf eine flächendeckende Auswertung von Telefon- und E-Mail-Daten an der Universität sowie auf Beweismittel, welche die Staatsanwaltschaft anlässlich einer Hausdurchsuchung bei Ritzmann sichergestellt hatte.

Während des Rekursverfahrens wurde Ritzmann im parallel geführten Strafverfahren vom Vorwurf der Amtsgeheimnisverletzung jedoch freigesprochen, weil die Staatsanwaltschaft die Beweismittel rechtswidrig beschafft habe. Sie durften deshalb nicht berücksichtigt werden.

Das Verwaltungsgericht kommt zum Schluss, dass die Universität die rechtswidrig beschafften Beweismittel auch nicht für die Kündigung hätte berücksichtigen dürfen. Ohne diese Beweismittel habe die Universität Zürich jedoch überhaupt keine Veranlassung, ein Kündigungsverfahren gegen Ritzmann einzuleiten.

Die Kündigung erscheine deshalb gänzlich unmotiviert und damit willkürlich. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es kann noch ans Bundesgericht weitergezogen werden. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Diese 14 Tierarten haben Forscher erst vor kurzem entdeckt
1 / 16
Diese 14 Tierarten haben Forscher erst vor kurzem entdeckt
Der Hamamas-Röhrennasenflughund: Obwohl der Flughund mit dem Spitznamen «Yoda» bereits 2011 in Papua Neuguinea entdeckt wurde, ist er erst im Sommer 2017 als eigenständige Art anerkannt worden. Durch seinen runden Kiefer sieht es aus, als würde er lächeln. Deshalb wurde er «Hamamas» genannt, was auf Tok Pisin «glücklich» heisst.bild: imgur ... Mehr lesen
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
Bundesgericht gibt Fabienne W. teilweise recht
Die Schaffhauserin Fabienne W. hat vor Bundesgericht einen Erfolg erzielt. Ein Gericht muss ihre Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe beurteilen. W. wurde durch einen Beitrag der «Rundschau» schweizweit bekannt.
Der von W. im Dezember 2021 erhobene Vergewaltigungsvorwurf gegen einen Mann stand am Anfang der Geschichte, welche die «SRF Rundschau» im Mai 2024 publik machte. Im Zentrum des Beitrags standen eine brutale Prügelorgie und das Verhalten der Schaffhauser Polizei und Justiz.
Zur Story