Schweiz
Schule - Bildung

Unfaire Lehrer fördern populistische Haltungen bei Teenagern

Jugendliche Zeitung
Eine Jugendliche liest Zeitung.Bild: Shutterstock

Unfaire Behandlung durch Lehrer fördert populistische Haltungen bei Teenagern

17.06.2024, 09:4217.06.2024, 10:21
Mehr «Schweiz»

Eine unfaire Behandlung durch eine Lehrerin oder einen Lehrer begünstigt bei Teenagern populistische Einstellungen. Das zeigten Forschende unter Einbeziehung von Schülern aus dem Dreiländereck Schweiz, Österreich und Deutschland.

Viel weniger relevant scheint hingegen, wie Teenager in ihrem eigenen Freundeskreis aufgehoben sind. Gar nicht relevant ist die Qualität der Beziehung zu den Eltern, wie die im Fachjournal «Perspectives on Politics» erschienene Studie – nach eigenen Angaben die erste, die sich den Faktoren für populistische Haltungen, etwa in Form eines ausgeprägten Schwarz-Weiss-Denkens, bei Teenagern widmet – nahelegt.

Das Team machte Umfragen und Interviews in Schulen aus der Umgebung rund um den Bodensee (Deutschland, Schweiz, Österreich). Einbezogen wurden über 3000 Teenager im Alter von zwölf bis 18 Jahren.

Kantonsschüler sind weniger populistisch

Die Studie ergab auch: Mädchen und Teenager an Schulen, die für das universitäre Studium qualifizieren, haben im Schnitt weniger oft populistische Haltungen gezeigt. Stärker betroffen waren hingegen Heranwachsende mit Migrationshintergrund und jene aus wohlhabenden Familien. Zudem sind jene, die bereits früh die Erfahrung mit Benachteiligung gemacht haben, auch später nochmals stärker geneigt, schwarz-weiss zu denken.

«Unsere Studie zeigt sehr klar, dass Adoleszenz eine ausschlaggebende Phase für die Empfänglichkeit für populistische Ideen ist», wurde Julia Weiss vom deutschen Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften in einer Mitteilung zitiert.

«Populismus floriert, wenn Menschen das Gefühl haben, wenig Mitspracherecht zu haben, sie Ungerechtigkeit empfinden, und wenn sie einen fehlenden Willen oder die Unfähigkeit unter jenen mit Macht wahrnehmen, auf individuelle und soziale Beschwerden zu reagieren.»

(sda/apa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
35 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
smartash
17.06.2024 10:38registriert Dezember 2016
Das ist eine…. mutige Schlussfolgerung in der Schlagzeile.
Genausso gut könnte man au der Befragung schließen, dass Jugendliche mit populistischer Haltung sich eher (vom Lehrpersonal) unfair behandelt fühlen.
Wir wissen nicht was zuerst war: Die populistische Haltung, oder das Gefühlt unfair behandelt zu werden.
Auch wichtig, es ist erst mal nur ein Gefühl. Ob sie tatsächlich vom Lehrpersonal unfair behandelt werden, ist nicht gesichert
746
Melden
Zum Kommentar
avatar
Grüsel
17.06.2024 12:06registriert Dezember 2023
Diese Schlussfolgerung riecht sehr nach klassischem Denkfehler bei der Datenauswertung, das Vermischen/Verwechseln von Korrelation und Kausalität.
336
Melden
Zum Kommentar
avatar
Freethinker
17.06.2024 11:30registriert Februar 2019
Pfff, heute wird sogar in Erziehungsratgebern postuliert, dass praktisch alles verhandelbar sein soll. Da kannst du als Lehrperson nur verlieren mit >20 Leuten mit diesem Anspruch im Raum. Wir sollten schlicht als Gesellschaft wieder gemeinsame Werte leben und uns gegenseitig unterstützen unabhängig von unserer Herkunft.
286
Melden
Zum Kommentar
35
Zürcher Komitee sammelt rund 9000 Unterschriften für Förderklassen

Vertreterinnen und Vertreter von GLP, FDP und SVP haben am Donnerstag rund 9200 Unterschriften für ihre Volksinitiative «Für eine Schule mit Zukunft» beim Kanton Zürich eingereicht. Die Initiative will Förderklassen für lernschwache und verhaltensauffällige Kinder einführen.

Zur Story