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SP Frauen fordern feministische Friedenspolitik: Keine Waffenexporte

Nationalraetin Tamara Funiciello, SP-BE, spricht waehrend der Wintersession der Eidgenoessischen Raete, am Donnerstag, 18. Dezember 2025 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
«Die Menschenrechte werden derzeit mit Füssen getreten», sagte Co-Präsidentin Tamara Funiciello.Bild: keystone

Keine Waffenexporte, keine Wehrpflicht: SP Frauen fordern feministische Friedenspolitik

Keine Waffenexporte in Krisengebiete und keine Wehrpflicht für Frauen: Die SP Frauen haben die Eckpunkte ihrer «feministischen Friedenspolitik» beschlossen.
07.02.2026, 17:31

An ihrer Mitgliederversammlung in Bern haben die SP Frauen am Samstag ein entsprechendes Positionspapier verabschiedet, wie sie in einer Mitteilung schrieben. Die rund 120 Teilnehmenden fordern darin einen Stopp der Lockerungen des Kriegsmaterialgesetzes sowie ein striktes Exportverbot für Kriegsmaterialien in Konflikt- und Krisenregionen. Die Versammlung beschloss, das Referendum gegen das Kriegsmaterialgesetz zu unterstützen.

Die SP Frauen stellen sich zudem gegen die Ausweitung der Wehrpflicht auf Frauen. Gleichstellung bedeute nicht, Frauen in patriarchale Militärstrukturen zu zwingen, sondern diese zu überwinden. «Die Armee reproduziert patriarchale Gewalt. Wir wollen kein Teil dieses Systems sein», wird Co-Präsidentin Jessica Jaccoud in der Mitteilung zitiert. Auch obligatorische Orientierungstage für alle 17-Jährigen werden abgelehnt.

Stattdessen müsse die Schweiz in Friedensbildung, Konfliktlösung und gewaltfreie Kommunikation investieren, heisst es weiter. «Die Menschenrechte werden derzeit mit Füssen getreten», sagte Co-Präsidentin Tamara Funiciello. Man antworte darauf nicht nur mit einer Vision, sondern auch mit konkreten Forderungen.

Funiciello kritisierte zudem, das Parlament investiere lieber «in Panzer als in die Sicherheit von Frauen». Das Bewusstsein für das Ausmass geschlechtsspezifischer Gewalt sei in Bundesbern zwar angekommen, bei der Finanzierung fehle aber der politische Wille. (sda)

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Haarspalter
07.02.2026 17:52registriert Oktober 2020
Die SP-Frauen sind also auch gegen militärische Hilfe für die Ukraine.
Diese Position wurde hier in den Kommentaren bisher immer typischerweise den männlichen Protagonisten der SVP zugeschrieben.

Zudem sind sie gegen den - von Viola Amherd gewünschten - Armeeinformationstag für junge Frauen, welche sich dann ja freiwillig für oder gegen einen Militärdienst entscheiden können:

Sprechen sie jungen Frauen die Urteilskraft, Eigenständigkeit und das Selbstbestimmungsrecht ab?
Informationen sollen den jungen Frauen vorenthalten werden?
Die SP-Frauen scheinen den Jungen da nicht viel zuzutrauen.
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Steibocktschingg
07.02.2026 17:54registriert Januar 2018
Was genau ist "feministische" Friedenspolitik?

Weiss es noch immer nicht genau, aber klingt für mich so nach "ne, wir machen nicht mit bei den Pflichten, nur bei den Rechten" und ansonsten "lasst uns doch alle ganz doll lieb haben".

Ok, und wo ist der Bezug zur Realität?
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equus asinus
07.02.2026 18:05registriert November 2023
Für mich klingt das stark nach Whataboutismus. Der Zusammenhang zwischen Militär und Unterdrückung der Frau wird nicht kausal erklärt.
Es gibt für sich genommen Punkte, die absolut berechtigt sind. Aber dass nicht Parteiexponenten sondern nationale Parteigremien Whataboutismus betreiben, ist eine schlechte wenn nicht sogar gefährliche Entwicklung. Nur weil das eine andere Partei auch macht, müssen nicht noch mehr auf diesen Zug aufspringen.
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